Donnerstag, 16. Juli 2020

[SHOW] Promi Big Brother - Alles oder nichts

Eigentlich habe ich jede Staffel von Promi Big Brother gesehen, bis auf die Staffel von 2017. Irgendwie hatten mich damals die Kandidaten nicht interessiert. Jetzt habe ich die Staffel allerdings nachgeholt und sie mir bei JOYN angeschaut.


Das Konzept der Staffel war leider nichts Neues: Es gab einen reichen (das "Alles") und einen armen Bereich (das "Nichts"), welche durch eine Wand und Rolläden getrennt waren. Das Nichts war quasi eine Wohnung ohne Möbel und ohne irgendwelche anderen Annehmlichkeiten. Es gab nicht mal Geschirr. Durch Spiele in den täglichen Live-Shows konnten sich die Kandidaten ins Alles spielen oder von Zuschauern hinein gewählt werden.

Von den Kandidaten hätte ich mir vielleicht auch mehr versprochen. Den allseits (un)beliebten Willi Herren kennt man als Krawallschachtel, wobei das damals vielleicht eine seiner ersten Einsätze im Reality-TV war, weil er sich relativ wacker schlug und teilweise sympathisch rüberkam. Mir schien es allerdings so, als ob er sich recht anstrengen und verstellen musste, um diese sympathische Fassade aufrecht zu erhalten. Manchmal kam seine ekelhafte Art durch, wenn er beispielsweise über andere Bewohner falsche Urteile schloss und diese verbreitete. Leider schaffte er es ins Finale und wurde sogar vom anwesenden Publikum im Studio oft gefeiert. 

Von Sarah Knappik hatte ich mir auch mehr erhofft, wobei sie die Bewohner sehr genervt hat und deshalb teilweise richtig gedisst wurde und schließlich von ihren Mitbewohnern auf die Nominierungsliste gesetzt wurde. Sie fand ich aber noch einigermaßen sympathisch, wobei es mich auch genervt hat, dass sie Drama um nichts gemacht hat.

Für die beiden heute sehr erfolgreichen Realitystars Claudia Obert und Evelyn Burdecki war es wohl auch der richtige erste Auftritt, bei denen sie Aufmerksamkeit erlangt haben. Claudia Obert war durch ihre Sprüche sehr witzig, aber leider wurde nicht viel von ihr gezeigt, sodass sie unterging. Bei Evelyn war es das gleiche. Für sie kam aber auch noch erschwerend hinzu, dass sie von Willi Herren so ins Aus geschossen wurde, als die beiden angebendelt haben und Willi ihr plötzlich einen Hintergedanken unterstellte. So flog sie überraschend raus. Überraschend fand ich bei ihr übrigens, als sie von ihrem relativ guten Abi-Schnitt erzählte!

Eloy de Jong kannte ich von der Boygroup "Caught in the Act" und anfangs fand ich ihn sehr sympathisch. Doch leider zeigte er sich als sehr berechnend und eingebildet. Noch schlimmer fand ich allerdings Dominik Bruntner (Mister Germany 2017), der sich noch berechnender zeigte und offensichtlich aus Promotiongründen mit Sarah Knappik einließ. Als er merkte, dass er mit ihr nicht weit kam, ließ er sie fallen, wie eine heiße Kartoffel. Dass man von ihm danach nichts mehr hörte, ist kein Wunder.

Maria Hering und Milo Moiré kannte ich überhaupt nicht. Sie bereicherten das Format genauso wenig wie Sarah Kern oder Zachi Noy. Letzteren mochte ich in der Filmreihe "Eis am Stiel", aber im Container ekelte er mich an, vor allem, als er in die Dusche pinkelte und daneben traf, wobei er Sarahs Handtuch dann zum Abwischen benutzte. Ansonsten war er sowie die anderen Genannten einfach nur langweilig.

Steffen von der Beeck hätte mir sympathisch werden können, wenn er Willi Herren noch vehementer die Stirn geboten hätte. So wurde sein Agressionspotential leider nicht ausgenutzt, um für Action zu sorgen. Er war übrigens der Ex von Jenny Elvers und mir vorher auch unbekannt.

Genauso unbekannt war mir der Sieger der Staffel: der Unternehmer Jens Hilbert. Er hat sich liebevoll, aber mir fast zu esoterisch und klugscheißerisch gezeigt. Er war aber tatsächlich noch der Sympathischte von allen und daher verdienter Gewinner.

Moderiert wurde die Staffel in dem Jahr von Jochen Schropp und Jochen Bendel, wobei mir Bendel immer etwas zu drüber war. Irgendwie hat das mit den beiden nicht gepasst. Jochen Bendel hielt sich schon 2017 selbst für besonders toll (das ist heute leider immernoch so), obwohl er ein schlechter Moderator meiner Meinung nach ist, da er nicht zuhört und den anderen ständig ins Wort fällt.

Insgesamt war das eine eher unangenehm anzusehende Staffel mit wenig interessantem Inhalt. Die Spiele und Matches habe ich übrigens meist übersprungen, weil ich die so langweilig finde.