Mittwoch, 25. September 2019

Ein Besuch in einem Unverpackt-Markt

Wie ich gestern berichtete, beschäfte ich mich mit dem Thema der Müllvermeidung. Deshalb habe ich einen Laden besucht, in dem die Produkte nicht in Plastik verpackt sind. Stattdessen ist es die Idee, seine eigenen (Glas-)Behälter mitzubringen und die Ware darin einzupacken. Mittlerweile gibt es schon einige dieser Unverpackt-Läden in Frankfurt. Ich habe "Ulf" besucht, welcher sich am Dom in der Frankfurter Innenstadt befindet. 

Dieser Shop hat erst vor zwei Monaten eröffnet und die Verkäufterin war so nett, mir ein paar Fragen zu beantworten. Zudem erlaubte sie mir, Fotos im Laden zu machen. Ich fand es total spannend, welche Waren angeboten wurden und wie man diese mitnehmen kann. Prinzipiell befinden sich alle Produkte in Behältern und man kann sich selbstständig etwas abfüllen. Die Ware wird dann je nach Produkt abgewogen und bezahlt. Für manche Sachen muss man aber einen Stückpreis bezahlen.

Man findet über Reis, Nudeln, Gewürze und anderen Produkten, die man zum Kochen verwenden kann, auch Süßigkeiten und Snacks. So kann man gänzlich auf Plastikverpackungen beispielsweise von Gummibärchen verzichten. Dass Haribo seine Produkte teilweise mehrfach in Plastik einhüllt, stört mich sowieso sehr. Sogar Chips bekommt man in dem Laden. Natürlich gibt es nicht zig verschiedene Geschmacksrichtungen, da der Laden hierfür zu klein ist. Aber mal ganz ehrlich? Braucht man so viele Sorten? Ist es nicht wichtiger, dass man was verändern möchte?

In Sachen Getränken sieht die Sache relativ einfach aus: Alles wird in Glasflaschen abgefüllt, worauf Pfand besteht. Aber auch solche Sachen wie Saucen bekommt man in Glasflaschen. Wenn man im herkömmlichen Supermarkt darauf achtet, kann man hier allerdings auch sehr gut auf Kunststoffflaschen verzichten.

Für Kosmetik ist ebenfalls ausreichend gesorgt. Es gibt Seife am Stück, Deo im Glas ohne gänzliche Plastikverpackung, Zahnpasta in Tablettenform statt in einer Kunsstofftube und Haarseife statt Flüssigshampoo. Alles kann man in seinen Behältern, im Glas oder ggf. in Papier verpacken. Natürlich bietet der Laden auch Utensilien, die umweltschonend hergestellt wurden, wie Bambuszahnbürsten oder Bambusohrenstäbchen. Selbst Waschmittel kann man sich abfüllen lassen. Für eine Grundausstattung in der Küche und im Badezimmer ist also gesorgt, sodass sich alles Wichtige in der Wohnung ersetzten lässt.


Das heißt natürlich trotzdem Verzicht. Es gibt nicht von allem tausend verschiedene Sorten und Duftnoten (wobei ich bei der Haarseife erstaunt war, welch große Auswahl es da gibt). Wie bereits oben erwähnt, gibt es nicht zig Chips- oder Gummibärchensorten. Auch bei anderen Produkten muss man nehmen, was da ist. Aber man sollte das als Chance sehen, nicht mehr von einer riesigen Auswahl erschlagen zu werden. Man kann fokussierter einkaufen und verbringt nicht mehr unnötig viel Zeit vor einer Wand voller Marmeladensorten, um sich dann am Ende doch für die gewöhnliche Erdbeermarmelade zu entscheiden.


Also muss man diesen Aspekt nicht unbedingt als negativ ansehen. Anders ist es bei den Preisen. Diese sind schon teilweise gepfeffert. Ein einzelne Zahnbürste kostet 3,90 Euro, ein Stück Haarseife kostet 9,50 Euro. Das kann sich nicht jeder leisten. Daher kann ich nachvollziehen, wenn der Kleinverdiener weiterhin auf günstige Kunststoffprodukte zurückgreifen muss. Aber diejenigen, die es sich leisten können, sollten über eine Veränderung nachdenken. Ich finde es eine gute Sache.