Mittwoch, 28. August 2019

[Nachgedacht] Verantwortung von Influencern

Beim heutigen Thema muss ich schauen, dass ich meine Gedanken irgendwie ordnen kann und ich nicht allzu emotional werde. Das Thema regt mich innerlich auf und mir fliegen tausend Gedanken durch den Kopf. Heute geht es um die Verantwortung von Youtubern, Instagrammern und anderen Möchtegern-Promis, die eine große Reichweite im Internet haben und sogenannte Influencer sind.

"To influence" ist englisch und bedeutet "beeinflussen". Youtuber, Instagrammer und andere Menschen, die eine große Reichweite im Internet haben, können eine Wirkung auf ihre Follower/Abonnenten haben und sie demnach beeinflussen. Das kann positiv sein, was ich nur gutheißen kann. So liebe ich Meinungs- und Kritik-Blogger, die ihre Position faktenbasiert und sachlich in den sozialen Medien darstellen. Und damit schließe ich auch diejenigen ein, die nicht meiner Meinung entsprechen und mit denen man auf einer gewissen Ebene diskutieren kann. Doch leider gibt es auch andere.

Auf Youtube folge ich schon seit einiger Zeit Lynn (alias PersiaX), die kritische Videos beispielsweise zum Thema Islam hochlädt. Seit einiger Zeit kommentiert und kritisiert sie aber auch das Verhalten anderer Influencer, was ich mit Interesse verfolge. Ihr Verhalten und ihre Ausdrucksweise mögen vielleicht polarisieren, aber ihre Aussagen haben Hand und Fuß (meistens zumindest). Vor Kurzem veröffentlichte sie ein Video, in dem sie ein paar Youtuber kritisierte, die Werbung für einen Diätshake machten und zeigte auf, wie schädlich so etwas sein kann. Diese Diätshakes werden als Wundermittel beworben und können so gerade junge, vielleicht auch essgestörte Zuschauer zum Kauf animieren. Ohne ein schlechtes Gewissen kassieren solche Influencer Kohle und treiben ihre "Fans" eventuell ins Verderben. Hierzu äußerte sich auch der Youtuber Patjabbers in seinem Podcast "Memo von Pat", der selbst essgestört ist und das ebenfalls sehr kritisch betrachtet. Er erklärt, dass er in seinen schlechten Zeiten wahrscheinlich ebenfalls zu solchen Shakes gegriffen hätte. Zu dem bewirbt die Firma zusätzlich sogenannte "Hunger-aus-Pillen", die für ihn ebenfalls sehr attraktiv gewesen wären, wenn er sich noch tief in der Magersucht gesteckt hätte.

Eine Youtuberin reagierte auf die Kritik von PersiaX und fühlte sich gemobbt. Sie startete eine Hetz-Kampagne gegen Cyber-Mobbing. Sie beharrte darauf, für das zu werben, was sie wollte, gab zudem an, dass ja auch eine andere große Youtuberin die Shakes bewarb und sie dieser Youtuberin blind vertraute. Außerdem habe sie sich gar nicht so richtig über das Produkt informiert, was sie da bewarb und konnte deshalb nicht wissen, ob es Schaden anrichtete. Bei dieser Aussage greife ich mir an den Kopf! Da könnte ich wütend werden. Dies beweist auf zweierlei Arten, wie Youtuber ihre Verantwortung gegenüber ihren Followern missachten. Zum einen sieht man, dass es Leute gibt, die blind vertrauen und zum anderen zeigt es, wie unreflektiert die Influencer ihre Informationen weitergeben.

Werbung ist das eine, was mich an Influencern stört. Das andere ist die Propaganda und Hetze, die sich solche Menschen erlauben dürfen. Ich bin der Letzte, der es nicht für wichtig erhält, die Meinungsfreiheit als Grundrecht zu wahren. Ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem man seine Meinung äußern darf. Allerdings gibt es Sachen, bei denen ich mir wünschen würde, dass die Zensur doch greift und gewisse Youtube-Kanäle und Instagram-Profile geschlossen werden. Es gibt Leute mit einer hohen Reichweite, die beleidigende Hassreden gegen Minderheiten hochladen und so ihre Community überzeugen, dass es richtig ist, dass beispielsweise Homo- oder Transsexuelle abgeschlachtet gehören. So was darf es nicht geben und muss verboten werden. Das hat nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun, sondern dass ist Diskriminierung und Hetze.

Gerade Jugendliche glauben nahezu alles, was ihre Idole sagen und wenn ein solcher Influencer Homosexualität als eine Sünde bezeichnet und beispielsweise dazu noch Spuckgeräusche macht, führt das dazu, dass die Fans das für gut und richtig halten. Sie ahmen das zuhause, in der Schule oder auf der Straße nach. Und niemand tut was dagegen. Stattdessen genießen sie ihren Ruhm, dürfen sogar im TV auftreten und bekommen ihre Artikel in den Zeitungen. Ich bin entsetzt. Da zweifele ich manchmal und überlege, ob Zensur doch nicht das Allerschlechteste ist...