Sonntag, 16. Juni 2019

[Elementum 4] Heiße Luft - Kapitel 13


Frau d’Air und Robin hatten einiges in Belgien zu erledigen, bevor sie wieder ins Haus 4E nach Frankfurt zurückkehren konnten. Sie mussten den Polizisten genau erklären, was vorgefallen war. Zum Glück sprach die Lehrerin Französisch, sodass Robin still blieb und ihr das Reden überließ.
     Natürlich erzählte sie Unwahrheiten und behauptete, dass Robin und sie sich auf den Toiletten verschanzt hatten, bis sie gelandet waren. Die Polizei ermahnte sie, dass sie das nächste Mal angeschnallt auf ihren Sitzen verbleiben sollten.
     Das ganze Prozedere dauerte einige Stunden. Irgendwann durften die beiden dann gehen. Sie fuhren zum Bahnhof und kauften sich Zugtickets zurück nach Frankfurt. Sie beschlossen, noch nicht im Haus 4E Bescheid zu geben. Sie hatten die Befürchtung, sie würden ein weiteres Mal angegriffen werden, wenn Narius Dreizack davon erfuhr, dass sie überlebt hatten. Denn auch Frau d’Air war ihm gegenüber sehr skeptisch.
     Robin glaubte nach wie vor, dass Elma von Zimmenthal dahintersteckte. Auch dann wäre es aber klüger, abzuwarten, bis sie wieder in Frankfurt waren. Trotzdem blieben die beiden auf der Hut. Sie wussten nicht, ob ihnen dieser Bodybuilder noch immer auf den Fersen war.
     Erst mitten in der Nacht kamen sie wieder im Haus 4E an. Frau d’Air schickte Robin ins Bette und sagte ihm, dass sie am nächsten Morgen alles der Schulleiterin erzählen wird.
     Als Robin in sein Zimmer schlich, wurde Iggy wach:
     »Hey, was ist los?«, wollte er wissen. »Warum bist du wieder da. Solltest du nicht erst morgen Abend wieder zurückkommen?«
     »Unser Flugzeug ist abgestürzt.«
     Mit einem Schlag war der Rotschopf hellwach, richtete sich im Bett auf und sprach schockiert:
     »Was?«
     »Du hast schon richtig gehört. Unser Flugzeug geriet in Turbulenzen und stürzte über Belgien ab.«
     »Das gibt es doch nicht. Zum Glück hast du überlebt. Wie geht es Frau d’Air?«
     »Ihr geht es auch gut. Wir haben dafür gesorgt, dass alle überleben.«
     »Wie bitte? Wie habt ihr das denn gemacht?«
     Und dann erzählte das Elementum seinem Zimmergenossen genau, was passiert war. Er ließ kein Detail aus und bei jeden Satz riss der Rotschopf seine Augen erstaunt auf.
     »Boahr, krass!«, rief der Feuer-Elementarist. »Ich dachte, Tiberius von Zimmenthal sitzt hinter Gittern und kann dir nichts mehr.«
     »Ich vermute, dass seine Exfrau dahintersteckt. Sie hat ja auch den Flug bezahlt.«
     »Das klingt auch plausibel«, bestätigte der rothaarige Jugendliche.
     »Frau d’Air denkt aber, unser neuer Lehrer Herr Dreizack steckt dahinter. Er wusste ja auch von dem Flug und hätte jemanden engagieren können.«
     »Du meinst im Auftrag von Herrn von Zimmen-thal?«
     »Genau. Nur weil sein Boss im Gefängnis sitzt, heißt es ja nicht, dass er nicht mehr für ihn arbeitet. Wahrscheinlich führt er seine Pläne nun alleine durch. Das wäre zumindest denkbar.«
     »Aber du bist nicht davon überzeugt«, stellte Iggy fest.
     »So klug ist er nicht. Außerdem hat er weder die Mittel, noch den Einfluss. Ich bin eher davon überzeugt, dass diese Elma dahintersteckt.«
     »Vielleicht arbeiten sie auch zusammen«, mutmaßte Robins bester Freund.
     »Das sowieso. Deshalb ist er ja auch hier Lehrer geworden. Er wird der Dame immer schön mitteilen, was hier vor sich geht. Daher haben wir uns auch nicht gleich nach dem Absturz gemeldet. Sie sollte erst einmal davon ausgehen, dass wir es nicht geschafft hatten. Wir befürchteten sonst noch einen weiteren Angriff auf dem Rückweg.«
     »Das war klug. Aber spätestens morgen weiß sie Bescheid.«
     »Später, wenn ich ausgeschlafen bin, werde ich gleich Florian anrufen und ihm alles erzählen. Ich hoffe, er glaubt mir dieses Mal und nimmt Frau von Zimmenthal unter die Lupe. Diese Frau ist mir definitiv nicht geheuer.«
     »Was bestimmt zum größten Teil am Namen liegt. Diese Familie wird nie wieder auf einen grünen Zweig bei uns kommen.«
     Robin nickte zustimmend. Dann verschwand er im Bad, um sich die Zähne zu putzen. Als er wieder ins Zimmer zurück kam, schlief sein bester Freund schon wieder tief und fest. Er bliebt allerdings noch eine ganze Weile wach, weil er über diese ganze Sache noch nachdenken musste. Er hatte ganz schön daran zu knabbern. Wenn er es nicht selbst miterlebt hätte, würde er nicht glauben, dass er bei einem Flugzeugabsturz dabei war und überlebte. Zudem flog er durch die Lüfte, als wäre es das Normalste von der Welt. Er hatte ja geahnt, was seine elementaren Kräfte bewirken konnten, aber zu fliegen war eine ganz andere Nummer. Das war ja schon fast wie Superman. Er fragte sich, was für Kräfte noch in ihm steckten und wie er diese aus sich rausholen konnte.
     Irgendwann fielen ihm dann aber doch die Augen zu und er schlief ein.