Sonntag, 19. Mai 2019

[ESC] Finale 2019

Gestern Abend war es endlich soweit und der Eurovision Song Contest fand in Tel Aviv statt. Ich erhoffte mir eine großartige Show und nachdem ich nun einige Songs hatte (dank der Semifinale), die mir doch sehr gut gefallen haben, freute ich mich darauf. Außerdem wurde ja ein Megastar als Intervall-Act angekündigt, was ich total spannend fand. Mein Schatz und ich haben mit ein paar Freunden bei uns zuhause gefeiert, Listen geschrieben und sehr viel Spaß gehabt. Es war ein toller Abend.

Wie bei den beiden Semifinals werde ich auch hier die Top Ten durchgehen und meinen Senf dazu abgeben. Danach erwähne ich noch ein paar "Überraschungen" meinerseits.

1. Niederlande: Duncan Laurence mit "Arcade"
Er galt ja schon im Vornherein als Favorit und ich habe das anfangs nicht verstanden. Doch mit jedem Mal hören hat mir das Lied mehr und mehr gefallen. Es berührt mich und auch wenn es nicht mein absoluter Favorit war, kann ich den Sieg verstehen. Interessant ist, dass er aber weder bei der Jury, noch beim Publikum auf dem 1. Platz war. Nur durch die Addition beider Punkt ist er der Sieger.

2. Italien: Mahmood mit "Soldi"
Den Song fand ich schon beim ersten Mal hören total cool. Allerdings fand ich den Interpreten unsympathisch und sein Hawaihemd auf der Bühne total schrecklich. Hätte deshalb schon nicht damit gerechnet, dass er auf dem 2. Platz landet. Aber der Song ist einfach gut.

3. Russland: Sergey Lazarev mit "Scream"
Also dass dieser Song so weit oben landet, hätte ich niemals erwartet. Ich finde das Lied so langweilig und ich kann damit überhaupt nichts anfangen. Mittlerweile habe ich ihn ja schon ein paar Mal gehört, aber danach habe ich ihn gleich wieder vergessen. Die Performance war ganz interessant, aber der Interpret ist mir nicht sympathisch. Auch sein Englisch ist grausam.

4. Schweiz: Luca Hänni mit "She got it"
Das war mein absolute Favorit. Der Song ist geil, die Performance war genial und Luca sah super aus - sehr charismatisch. Ich kann bei dem Lied einfach genial abfeiern und ich hätte mich über den Sieg gefreut.

5. Norwegen: KEiiNO mit "Spirit in the sky"
Man sagt, dies sei der typische Eurodance-Eurosvision-Song und das mag auch stimmen. Aber was ist daran negativ? Ich finde das Lied super und beim Publikum kam er insgesamt am besten an. Leider sah das die Jury anders, was ich sehr kritisiere. Für mich stellt sich immer die Frage, wie represäntativ Jurymeinungen sind. Man wollte mit der Jury das Ergebnis fairer machen. Meiner Meinung nach ist das Gegenteil passiert. Gerade wegen der Jury werden die Punkte hin- und hergeschoben.

6. Schweden: John Lundvik mit "Too late for love"
Der Sänger ist sympathisch, das Lied auch ganz okay. Leider finde ich die Performance und das Bühnenbild so langweilig. Für mich ist dieses Lied klarer Durchschnitt. Bei der Jury kam er aber gut an und deshalb landete er so weit oben.

7. Aserbaidschan: Chingiz mit "Truth"
Der Sänger hat mal wieder was ganz Neues auf die Bühne gebracht. Roboter, die mit Laserstrahlen auf ihn zielten. Das Lied war aber auch nicht schlecht. Bei mir was es auch ein Kandidat für die Top Ten. Daher war es keine Überraschung für mich.

8. Nordmazedonien: Tamara Todevska mit "Proud"
Also was sollte das denn bitte? Ich finde das Lied so unheimlich langweilig, aber die Jury setzte sie ganz weit nach vorne. Die ganze Zeit bibberte ich, dass dieser Song abfällt und das Publikum war mir gnädig und schenkte der Sängerin nicht viele Punkte. Trotzdem hat es für die Top Ten gereicht.

9. Australien: Kate Miller-Heidke mit "Zero Gravity"
Mindestens ein Operngesang muss jedes Jahr dabei sein. Mein Fall war das Lied nicht. Die Performance war auch innovativ mit den Stangen auf der Bühne. Aber so richtig choreografiert sah das nicht aus, aber scheinbar fand es irgendwie gefallen.

10. Island: Hatari mit "Hatrid mun sigra"
Bei diesem Track war ich mir unentschlossen. Dieses Gegröle ist ja gar nichts für mich. Aber der Beat der Musik und diese ganze BDSM-Performance auf der Bühne hatten was. Es ist wohl kein Song, den ich mir im Nachhinein öfter mal anhören werde, aber in den Top Ten hatte ich ihn dann auch gesehen.

Nach den Top Ten gibt es aber auch ein paar Länder, bei denen ich regelrecht schockiert war. Vorneweg ist da Deutschland. Was ist da passiert? So schlecht fand ich den Song nicht - wenn man sich z.B. San Marino oder Slowenien anschaut. Das war im Vergleich eine Katastrophe. Aber sie waren weiter vorne. Unsere S!sters haben 0 Punkte vom Publikum bekommen und landeten damit auf Platz 24. Unverständlich!

Bei Frankreich, Zypern und Malta war ich auch enttäuscht. Gerade Frankreich hatte ich sogar teilweise an der Spitze gesehen. Der Auftritt war genial, dass Lied so schön, aber es reichte nur für den 14. Platz. Zypern landete auf Platz 15 und Malta auf 16. Auch ein weiterer Top-Favorit von mir war Weißrussland. Zena traf mit "Likte it" genau meinen Musikgeschmack. Aber sie landete sogar hinter S!sters auf Platz 25. Nur die UK war noch weiter hinten auf dem letzten Platz.

Ein Wort muss ich aber noch zu Madonna verlieren, die als Intervall-Act aufgetreten ist. Sie performte zwei Songs - ihren Megahit "Like a prayer" und ihren neuen Song "Future". Aber mal ehrlich: Da konnte Serhat aus San Marino ja besser singen und performen und er ist nur ein paar Jahre jünger als Madonna. Ich fand das eine einige Katastrophe. Sie hat keine Töne getroffen und sich gruselig bewegt. Liebe Madonna, du musst uns nichts mehr beweisen. Du bist die erfolgreichste Popkünstlerin des Planeten, also mach mal langsam! Du musst nicht so eine Show abziehen, die in einem Desaster endet. Weniger ist mehr und darüber hätten sich alle gefreut. So musste es ja einen Shitstorm hageln. Man spricht sogar vom Karriereende... Oje!

Jetzt ist das Spektakel leider wieder vorbei, aber es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, dieses Jahr mal so ausführlich darüber zu berichten. Auch bei Instagram (@perolicious) habe ich sehr viele Stories darüber gedreht. In den nächsten Wochen wird es aber noch etwas weitergehn. Ich werde am Favorite Five Friday wöchentlich meine Top 5 Songs der letzten 15 Jahre präsentieren. Wir fangen mit diesem Jahr an und dann geht es rückwärts bis zum Jahr 2004. Da begann nämlich meine exzessive ESC-Sucht (weil im Vorjahr die großartige Sertab Erener mit "Everyway that I can" gewann und in mir ein Verlangen nach Mehr auslöste). Also darf man sich weiterhin auf ESC-Beiträge freuen.