Freitag, 17. Mai 2019

[ESC] 2. Semifinale 2019

Am Dienstag war das erste Semifinale, über das ich bereits hier berichtete. Gestern Abend war nun das zweite Semifinale, wobei zehn weitere Kandidaten für das große Finale des Eurovision Song Contest am Samstag gefunden wurden. Vorab hatte ich große Hoffnungen, dass mir das zweite Semifinale von den Songs her besser gefallen würde. Doch nach den ersten Songs war meine Hoffnung dahin. Später wurde es glücklicherweise besser und ich habe gestern Abend ein paar mehr Songs gefunden, die mir gefallen.

Dieses Mal kamen sieben von den zehn meiner Favoriten weiter. Bei zwei Songs, die nicht meinen persönlichen Top Ten landeten, überraschte es mich nicht, dass sie es dennoch schafften. Auf meiner Liste hatten mir die Songs nämlich besser gefallen als manch andere, aber die Performance hatte sie "nur" auf Platz 11 und 12 meiner Liste gesetzt. Daher bin ich gar nicht so enttäuscht, dass sie es trotzdem geschafft haben.

Wie vorgestern auch, gehe ich im Folgenden alle zehn neuen Finalisten durch und beschreibe meine Meinung zu den Künsterlinnen und Künstlern.

Mein persönlicher Favorit des ganzen Contests ist Luca Hänni mit seinem Song "She got me" für die Schweiz. Das Lied bringt jeden zum Tanzen und dank Lucas Tanzkünsten sah ich ihn ganz oben. Doch gestern bei der Live-Performance versagte seine Stimme ganz schön. Dennoch ist er glücklicherweise im Finale. Aber ich denke nicht, dass er gewinnt. Wäre seine Stimme so kräftig wie auf der Studioaufnahme, hätte er bessere Siegeschancen.

Schweden schickte John Lundvik mit den Song "Too late for love" ins Rennen. Er ist auf meiner Liste auf Platz 11 gelandet, obwohl mir der Song besser gefiel als manch anderer in meinen persönlichen Top Ten. Leider sind die Performance und die Bühnengestaltung etwas langweilig. Zum Glück konnte das der Sänger durch seine Sympathie ausgleichen.

Ähnlich verhält es sich bei der dänischen Sängerin Leonora mit ihrem Lied "Love is forever". Sie hatte ich auf dem 12. Platz auf meiner Liste. Der Song ist ganz eingängig und das Bühnenbild ist schön. Nur ihre Stimme ist ziemlich schwach. Dennoch schaffte sie es ins Finale. Mich erinnert der Song ganz stark an ein Lied von Maria Mena.

Mein zweiter Platz an dem Abend war der maltesische Beitrag "Chameleon" von Michela, was ein souliger R'n'B-Song ist. Die Performance und die Bühnengestaltung sind klasse. Nur der vorgestrige Beitrag aus Weißrussland ist sehr ähnlich vom Stil her, aber viel besser. Trotzdem toll.

Sergey Lazarev trat schon vor drei Jahren für Russland beim ESC an und landete ganz weit oben. Dieses Mal gefällt mir der Song nicht so gut, aber die Performance war wieder richtig stark, sodass es mich nicht wunderte, dass er ins Finale gehen darf.

"Ktheju tokes" von Jonida Maliqi aus Albanien ist so ein typischer ESC-Song, den man von dieser Art schon oft gehört hat: ziemlich dramatisch. Die Effekte auf der Bühne führten die Sängerin direkt ins Finale.

Eine Überraschung für mich war Norwegen. "Spirit in the sky" von KEiiNO hatte ich mir vorher schon auf YouTube angehört und ich fand das Lied nicht gerade gut. Aber auf der Bühne kommt er ganz anders rüber und plötzlich finde ich ihn ganz klasse. Auch die Zuschauer fanden dies und so darf man den Song noch mal im Finale hören.

Keine Überraschung ist der Beitrag von den Niederlanden, der als Favorit gilt. Duncan Laurence singt "Arcade", den ich beim ersten Hören langweilig fand. Doch gestern Abend konnte er mich durch die Stimmung und die Bühnengestaltung irgendwie berühren. Jetzt kann ich mir gut vorstellen, dass das Lied gewinnt, auch wenn es nach wie vor nicht mein persönlicher Favorit ist.

Wen ich überhaupt nicht im Finale gesehen hätte, ist Nordmazedonien mit "Proud" von Tamara Todesvska. Das Lied ist furchtbar langweilig und auch die Performance hatte nichts Besonderes. Wer hat dafür nur gestimmt, frage ich mich.

Als letzter trat Chingiz mit "Truth" aus Aserbaidschan an. Die Performance ist außergewöhnlich und das Lied gefällt mir ebenfalls sehr gut. Daher erhoffte ich mir den Einzug ins Finale, was er auch geschafft hat. Als der Sänger dies erfahren hat, ließ er seine Oberarmmuskeln spielen. Das fand ich leider unsympathisch. Wenn noch andere so denken, hat er ein paar Punkte im Finale verloren.

Auf meiner persönlichen Liste hatte ich noch Irland ("22" von Sarah McTernan) und Rumänien ("On a Sunday" von Ester Peony) auf dem Schirm. Mir gefallen zwar die Lieder überhaupt nicht, aber die Bühne sah bei beiden Liedern fantastisch aus. Darüber hinaus finde ich es ein bisschen schade für Kroatien ("The Dream" von Roko), dass sie nicht dabei sind. Das Lied fand ich nicht so schlecht wie manch andere Songs. Aber leider ist es nicht im Finale.

Jetzt bin ich sehr gespannt, wie es am Samstag ausgeht und ob Niederlande gewinnt. Für mich persönlich wäre es nicht so schlecht, denn vielleicht hätte ich dann die Möglichkeit nächstes Jahr live dabei sein zu können (wenn ich Karten ergattern kann). Ansonsten würde ich mich auch für die Schweiz freuen.

Zum Schluss möchte ich den tollen Intervall-Act erwähnen, der mich zu Tränen rührte. Eine Band aus Menschen mit Behinderungen sang "A million dreams" aus "The greatest showman". Das war wunderschön. Ansonsten wurde schon ein bisschen für Samstag geteasert: Einige ehemalige Teilnehmer werden auftreten und besonders krass ist ein Auftritt von Madonna. Ich bin gespannt.