Mittwoch, 27. März 2019

Leipziger Buchmesse 2019

Dieses Jahr war ich zum allerersten Mal auf der Leipziger Buchmesse. Eigentlich besuche ich jährlich nur die Frankfurter Buchmesse, was mir ausreicht. Ich wohne in der Nähe von Frankfurt und die Messe ist für mich ein Katzensprung. Und einmal im Jahr diesen Trubel zu haben, reicht mir aus. Doch dieses Jahr habe ich eine Ausnahme gemacht, weil der DerFuchs-Verlag, in dem meine Bücher erscheinen, dort ausstellte. Da musste ich dabei sein. Also buchten mein Schatz und ich kurzerhand ein Hotel in der Nähe von Leipzig. Ich ließ mich vorher als Blogger akkreditieren, was (noch!) problemlos ablief.

Mein Tag sollte der Messe-Samstag (23.04.2019) sein. Die Messe öffnete da um 10:00 Uhr. Damit wir ungefähr zu dieser Zeit auch dort ankommen, fuhren wir vom Hotel aus gegen 09:30 Uhr los. Eigentlich sollte die Messe nur eine halbe Stunde von unserem Hotel entfernt sein. Da aber nicht nur wir dorthin wollten, kam es zu einem Stau. Wir erreichten erst gegen 10:30 Uhr den Presseparkplatz, auf den wir problemlos gelassen wurden - wie auch viele andere Journalisten vor und nach uns. Daher war kein freier Parkplatz mehr verfügbar. Trotzdem fuhren immer mehr Autos auf den Parkplatz und wurden von den Mitarbeitern hinein gelotst. Da begannen die organisatorischen Probleme, die mich noch weiter aufregen würden. Wir fragten die Mitarbeiter dann nach einer Alternative und uns wurde gesagt, wir sollten auf den Besucherparkplatz ausweichen. Dort dauerte es dann noch mal eine Weile, bis wir auf einen Parkplatz kamen. Zum Glück mussten wir ihn dann auch nicht bezahlen (für normale Besucher kostet einen Parkplatz 6,00 Euro für den Tag).

Nachdem wir endlich geparkt hatten, liefen wir zum Eingang der Messe. Mein Schatz kam mit seinem Besucherticket problemlos in die Messe, doch mein Presseticket wurde von den Scannern abgelehnt. Das machte mich nervös. Ein Mitarbeiter ließ mich dann doch rein - mit dem Hinweis, mich schnellstmöglich zum Pressecenter zu begeben, um mein Presseticket freizuschalten. Uns wurde gesagt, wie wir dahin kamen. Doch auf der Messe werden einige Wege von Sicherheitsmenschen abgesperrt, an denen man nicht vorbeikommt. Als wir auf die ersten Sicherheitsleute trafen, wurden wir zum Informationsschalter geschickte. Dort wurde uns ein Weg beschrieben. Doch diesen durften wir dank der Sicherheitsleute nicht nehmen. Sie wiesen uns mit der Bitte ab, einen anderen Weg zu nehmen. Also folgten wir dieser Anweisung, kamen zu den nächsten Sicherheitsleuten, die uns wiederum genau in die andere Richtung schickten. Mit dem Hinweis darauf, dass ich doch gerade daher kam und weggeschickt wurde, wurden wir trotzdem nicht vorbei gelassen. Das Ende vom Lied war, dass ich aufgab und mein Presseticket nicht freischalten ließ. Ich dachte mir: "Ich bin doch eh schon drin, also was soll's?"


Nach dieser Erfahrung hatte ich schon keine Lust mehr auf die Messe. Ich empfand dies als sehr unorganisiert und nicht gerade besucherfreundlich. Die ganze Messe über war es auch so, dass Wege blockiert wurden und nur zeitweise freigegeben waren. Hätte ich also viele Termine gehabt, wäre ich bestimmt zu einigen zu spät gekommen, weil ich Umwege hätte laufen müssen. Meiner Ansicht nach muss da in Leipzig echt was getan werden. Wenn die Messe nicht so viele Menschen aufnehmen kann, dann müssen die Besuchertickets limitiert sein. So macht es keinen Spaß.

Tatsächlich sind die Wege in den Hallen sehr eng, man wird nur herumgeschubst und kann sich kaum was angucken. In Frankfurt ist es am Messesamstag meist auch nicht viel besser, aber zumindest ein bisschen. Am schlimmsten war es in Leipzig in der "Manga- und Comichalle", in der die Comic Con standfand. Ich liebe ja Manga-Merch, aber das war nicht auszuhalten. Es war so eng und so anstrengend. Man konnte sich nicht in Ruhe umschauen, um weggeschubst zu werden. Aber zur Mangahalle komme ich später noch einmal.

Nach dem schrecklichen Einstieg suchte ich sofort "meinen" Verlag auf und beglückwünschte meinen Verleger und seine Frau (die Autorin Sabrina Georgia) zu ihrem Messedebut. Hierfür hatte ich ihnen eine Fuchs-Handpuppe mit einem Bonbonglas geschenkt. Dann schaute ich mich am Stand um und war überwältigt. Mein Buch "Männer WG" wurde ausgestellt und sogar zum Verkauf als Taschenbuch angeboten. Es ist mein erstes Taschenbuch und ich kam mir ziemlich geehrt vor. Der Verlag hat sogar eine Menge Lesezeichen mit meinem Cover anfertigen lassen und drückte mir einen Stapel davon in die Hand. Das war so schön. Auf dem Banner des Verlags prangte auch mein Name. Das war so schön.


Dann machten wir uns auf den Weg, die Halle 2 zu erkunden und schlenderten ein wenig umher. Die Eindrücke waren überwältigend, aber trotzdem merkte ich, dass so Aktionen wie in Frankfurt fehlten. Ich nahm nicht wirklich viele Lesungen und Interviews wahr. Aber vielleicht habe ich diese einfach nur nicht mitbekommen. Anschließend ging es für uns weiter in Halle 3. Danach trauten wir uns in Halle 1 zu den Cosplayern und Nerds. Wir kämpften uns durch die Menschenmassen, was uns richtig ins Schwitzen brachte. An einem Stand kauften mein Schatz und ich uns eine Manga-Überraschungstüte, womit ich in der Vergangenheit nur schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Und auch dieses Mal war für 30,00 Euro hauptsächlich Schrott enthalten. Wann werden wir daraus was lernen?


Nun war es fast 13:00 Uhr und da sollte ein BookTube-Treffen in Halle 4 bei der Messebuchhandlung stattfinden. Das war echt schön dort, da ich viele Bekannte wiedertraf und drei BookTuberinnen begegnete, die ich schon seit Jahren verfolge, aber noch nie live gesehen habe. Vor allem freute ich mich über meine heiß geliebte Shari (Alles Allerlei). Sie ist im real life noch lustiger, spritziger und sympathischer als sowieso schon im Internet. Das hat so Spaß gemacht. Auch zum ersten Mal traf ich "Kristinchen", die mich ebenfalls erkannt hat. Das war überraschend, weil ich nicht wusste, dass sie auf der Buchmesse war. Toll fand ich auch das Gesprach mit Steffi (LadyoftheBooks), die ich seit fast 10 Jahren auf YouTube verfolge. Aber ich traf auch u.a. "Toto liest" und die beiden Jungs von "TwoHeads" sowie viele neue Leute, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Es war so schön.

Anschließend wollte ich um 14:00 Uhr zu einer Signierstunde von Darkviktory, der gerade sein erstes Buch "One Exit" herausgebracht hatte. Hierfür schleppte ich extra das schwere Teil herum. Allerdings war die Schlange so ewig lang, dass ich mich nicht anstellen wollte. Das war es mir dann doch nicht wert. Für einen einzigen Tag auf der Buchmesse wollte ich nicht ein paar Stunden fürs Anstehen opfern. Also entschied ich mich um und wir holten uns lieber was zu trinken und schauten uns weiter um.

Um 15:00 Uhr war dann noch ein Bookstagrammer-Treffen, aber dort kannte ich niemanden, sodass ich mich dann wieder davon entfernt hatte. Um 16:00 Uhr hatte ich mich mit einer Bekannten verabredet, die nun auch Bücher schreibt und u.a. ein Kinderbuch herausgebracht hat. Dieses wollte ich ihr abkaufen und so machte ich mich auf den Weg in Halle 5. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich einen Schweizer Verlag mit einem interessanten Comicbuch, welches das Thema Inklusion in ansprechender Gestaltung beinhaltet. Es geht wohl um einen Superhelden ("Bionicman"), dem eine Hand fehlt. Ich kaufte den Band und wir unterhielten uns noch eine Weile mit dem Verleger. Dann ging es endlich zu Nessy Reich, die mir ihr Buch signiert überreichte. Wir unterhielten uns kurz und sie gab uns den Tipp, den Main-Verlag in Halle 5 zu besuchen, der Bücher aus dem Genre gay romance anbietet. Meine Buch "Männer WG" ist ja auch diesem Genre zugeordnet, wobei es bei mir nicht sehr romantisch oder kitschig zugeht.

Und so war ich hoch erfreut, dass es im Main-Verlag ebenfalls Bücher gibt, die nicht nur dem typischen Klischee von gay romance Werken entsprechen. Dort gibt es Jugendbücher, Krimis und Geschichten mit dramatischer Handlung. Das begeisterte mich total, dass ich dort zwei Bücher kaufte. Das werden wahrscheinlich nicht die einzigen bleiben.

Irgendwann war es dann auch schon 17:00 Uhr und wir entschlossen uns, die Messe noch vor Schließung zu verlassen, damit wir problemlos vom Parkplatz kamen. Wir abeschiedeten uns bei meinem Verlag und verabredeten uns für später zum Essen.

Gegen 17:30 Uhr verließen wir das Gelände, fuhren noch mal ins Hotel und anschließend wieder nach Leipzig rein. Wir trafen meinen Verleger, seine Frau und meine Freundin Teresa (Tell me Teresa) in einem Restaurant und verbrachten noch einen netten Abend miteinander.

Trotz der Startschwierigkeiten war es ein erfolgreicher und schöner Tag. Ich habe zwar das Gefühl, vieles noch verpasst zu haben und nur einen kleinen Eindruck von der Messe erhalten zu haben, aber ich würde eher nicht noch mal nach Leipzig zur Buchmesse fahren. Dafür fand ich die organisatorischen Mängel doch zu erheblich.