Sonntag, 18. November 2018

[Elementum 3] Lodernde Flamme - Kapitel 18

Nach einem langen Tag mit Herrn Dreizack ist Robin fix und fertig. Langsam hielt er seine ganze Situation nicht mehr aus. Den ganzen Tag lernte er mit einem einzigen Lehrer. Danach verbrachte er den Rest des Tages in seinem Appartement. Er konnte nicht ohne Florian Argon das Haus oder das Gelände verlassen.
Geht es Ihnen nicht gut?“, fragte Narius Dreizack seinen Schüler.
Doch doch“, antwortete das Elementum nicht gerade überzeugend.
Kann es sein, dass Sie ihre Freunde vermissen?“
Wovon wissen Sie...?“
Zwar bin ich Ihr Privatlehrer, aber ich habe guten Kontakt zu Herrn von Zimmenthal. Er leitet auch die Unterrichtsmaterialien an mich weiter. Jedenfalls erzählte er mir, dass Sie sehr gute Freunde im Haus 4E gefunden haben.“
Der Siebzehnjährige nickte bestätigtend.
Seit ich hier bin, habe ich sie nicht mehr gesehen. Besonders meine Freundin vermisse ich.“

Oh, eine junge Liebe, die getrennt voneinander ist. Wie traurig! Warum treffen Sie sich denn nicht mit ihr?“
Ohne Begleitung darf ich das Gelände nicht verlassen“, antwortete er traurig.
Aber ich könnte Sie doch begleiten. Was halten Sie davon?“
Darauf hatte Robin absolut keine Lust. Aber andererseits witterte er eine Chance, endlich seine Freundin wieder zu sehen. Er wollte sie endlich mal wieder in den Arm nehmen.
Ich weiß nicht, ob das Herr Argon erlauben würde.“
Ich könnte mit ihm sprechen.“
Das würden Sie tun?“
Selbstverständlich!“
Der dicke Lehrer lachte in sich hinein. Tiberius von Zimmenthals Plan schien zu funktionieren.

Nicht einmal eine halbe Stunde später waren sie beide auf den Weg an den Main. Dort hatte sich Robin mit Marina verabredet. Als er sie sah, konnte er nicht anders und rannte auf sie zu. Beide fielen sich hoch erfreut in die Arme. Endlich sah er sie wieder.
Auch der dicke Herr Dreizack kam näher.
Guten Tag“, begrüßte er das Mädchen. „Ich bin Herr Helds Privatlehrer. Dreizack mein Name.“
Guten Tag“, entgegnete sie. „Danke, dass Sie uns dieses Treffen arrangiert haben.“
Nichts zu danken. Ich werde mich ein paar Meter entfernen, damit sie ihre Zweisamkeit genießen können.“
Da es Winter und bereits dunkel war, waren nicht so viele Menschen am Main unterwegs. Dafür war es viel zu kalt. Daher konnten sich die beiden auf eine Bank setzen und hatten ein bisschen Zeit für sich.
Narius Dreizack entfernte sich von ihnen. Als er weit genug entfernt war, tippte er eine Nachricht in sein Handy.
Kurz darauf flogen plötzlich Wasserfontänen aus dem Fluss. Erschrocken sprangen die beiden Schüler auf.
Was ist das?“, schrie Marina laut los.
Die Wasserfontänen verwandelten sich plötzlich in drei Eisspeere, die auf sie zustürzten.
Nein!“, rief Robin.
Schnell hob er seine Hände und schleuderte einen Feuerball auf die Speere. Sie schmolzen zu Wasser und platschten auf den Boden vor ihnen.
Da blickten sie sich um und sahen eine vermummte Gestalt auf sie zurennen.
Oh nein“, brüllte Robin.
Was ist hier los?“, schrie Marina.
Da sahen sie, dass der Kerl ein großes, scharfes Messer in der Hand hielt. Doch bevor er sie erreichen konnte, schleuderte Robin einen weiteren Feuerball auf ihn. Der Angreifer ging zu Boden und das Messer flog im hohen Bogen davon.
Narius Dreizack beobachtete das alles aus sicherer Entfernung. Er hoffte, dass das Elementum niedergestreckt werden würde, damit er sich nicht erklären musste. Aber wenn das nicht in den nächsten Sekunden passierte, musste er dazwischen gehen und so tun, als ob er Robin und seine Freundin rettete.
Zeig dich!“, forderte der Siebzehnjährige auf. „Wir wissen sowieso, dass du dahinter steckts, Kelvin von Zimmenthal.“
Und da ließ er tatsächlich seine Kapuze fallen.
Dieses Mal wirst du nicht lebend davonkommen“, drohte der Sohn des Schulleiters. Dann beschwor er einen Wasserstrahl, den er auf Robin und Marina schleuderte. Marina reagierte geistesgegenwärtig und lenkte den Wasserstrahl in den Fluss um.
Nein!“, fluchte Kelvin.
Da kam auch schon der Privatlehrer angerannt.
Sofort aufhören“, brüllte er gespielt fassungslos. Das war das Zeichen, dass sich Kelvin vom Acker machte.
Doch Robin ließ das nicht zu. Er löste ein Erdbeben aus, dass Kelvin zu Fall brachte. Dann warf sich der Elementarist auf ihn und verpasste ihm einen Schlag ins Gesicht. Der Angreifer ging KO.
Robin!“, rief Marina verzweifelt.
Mach dir keine Sorgen. Jetzt haben wir ihn. Ich rufe sofort Florian an.“
Zähneknirschend musste der böse Lehrer mitansehen, wie der Sohn seines Vorgesetzten festgenommen wurde.

Am gleichen Abend ist Robin ganz aufgeregt. Er hatte die große Hoffnung, dass nun die Machenschaften des neuen Schulleiters vorbei waren und alles zu seiner Normalität zurückkehren würde. Daher wartete er auf Florian Argon und was er ihm zu berichten hatte.
Mittlerweile hatte Marina auch ihre Freunde eingweiht und alle freuten sich, dass Kelvin geschnappt wurde. Auch sie gingen davon aus, dass Tiberius von Zimmenthal eingelocht werden würde. Sie waren sicher, dass er hinter allem steckte und das die E-Wehr nun ebenfalls verstand.
Doch als Florian zu Robin in die kleine Wohnung kam, musste das Elementum etwas ganz anderes erfahren:
Kelvin sitzt jetzt bei uns in Untersuchungshaft und es wird gegen ihn ermittelt.“
Hat er alles gestanden?“, fragte der Siebzehnjährige aufgeregt.
Er schweigt. Wir bekommen nichts aus ihm heraus.“
Und was ist mit seinem Vater?“
Diesen haben wir auch befragt. Er tut sehr erschüttert. Angeblich weiß er nichts von den Taten seine Sohnes. Er sei sehr bestürzt und könne es absolut nicht glauben.“
Wie bitte? Er steckt doch hinter alledem.“
Nur weil die beiden verwandt sind, dürfen wir nicht automatisch davon ausgehen“, erklärte der Wachmann von der E-Wehr. „Solange seine Schuld nicht bewiesen ist, gilt er nach wie vor als unschuldig.“
Aber ihr könnt ihn doch sicher ebenfalls in Untersuchtungshaft stellen“, schlug Robin vor.
Leider nicht. Genau wie die reguläre Polizei brauchen wir einen Haftbefehl. Und da es keine Hinweise auf seine Mittäterschaft gibt, müssen wir ihn auf freiem Fuß lassen.“
Das darf doch nicht wahr sein“, regte sich das junge Elementum auf. Er ballte die Fäuste und schlug mit einer gegen die Wand. „Das kann er doch nicht machen. Er muss aufgehalten werden.“
Robin, wir behalten ihn im Auge“, fuhr der Feuer-Elementarist fort. „Aber mehr können wir im Moment nicht tun.“
Das ist doch absoluter Mist. Irgendwas muss man doch gegen ihn tun können.“
Wir hoffen ja, dass Kelvin von Zimmenthal alles gesteht und auch seinen Vater verrät. Aber solange er schweigt, haben wir gegen ihn nichts in der Hand.“
Der blonde Schüler war außer sich vor Wut. So hatte er sich das Ganze nicht vorgestellt.