Sonntag, 16. September 2018

[Elementum 3] Lodernde Flamme - Kapitel 10

Wenige Tage später war bereits die Beerdigung, wohin die meisten der Schülerschaft und alle Lehrer hingegangen waren. Es war eine sehr traurige Veranstaltung und alle kehrten mit einem Kloß im Hals zurück zum Internat.
Mittlerweile hatte sich auch herumgesprochen, dass Benedikt Quinn hinterrücks mit einem Messer erstochen wurde. Leider wurde die Tatwaffe noch nicht gefunden. Robin war sich allerdings sicher, dass es derselbe Kerl war, gegen den er in Berlin und am Eisernen Steg gekämpft hatte. Doch da man das nicht mit Sicherheit sagen konnte, ermittelte die E-Wehr in verschiedene Richtungen und jeder Schüler sowie Lehrer musste eine Aussage machen.
Nach der Beerdigung wurde dann noch eine Ansage auf dem Hof gemacht. Wieder marschierten alle hinaus und warteten ab, was man ihnen mitteilen wollte.
Da trat der Wasser-Elementarist Tiberius von Zimmenthal vor die Schülerschaft und sprach:
Liebe Schülerinnen und Schüler, es ist sehr bedauerlich, was mit unserem hoch geschätzten Schulleiter passiert ist. Doch leider muss der Unterricht fortgeführt werden. Das Schulamt hat meine Bewerbung angenommen und mich als Schulleiter dieses Internats eingesetzt.“

Alles verstummte bei dieser Nachricht. Schockiert schauten sich die fünf Freunde an. Damit hatten sie nicht gerechnet. Ausgerechnet ihr verhasster Lehrer war nun ihr Rektor. Doch dieser hatte noch eine weitere Nachricht:
Einige kamen bereits auf mich zu und wollten wissen, ob die praktischen Prüfungen wegen des Trauerfalls verschoben werden. Leider ist das nicht vorgesehen und sie werden wie angesetzt durchgeführt.“
Das ist doch unmöglich“, flüsterte Iggy wütend. „Niemand kann sich darauf konzentrieren und er will sie einfach durchziehen.“
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Nun dürfen Sie auf Ihre Zimmer zurückkehren.“
Die fünf Freunde setzten sich allerdings in den Aufenthaltsraum. Dort gab es eine gemütliche Sitzecke, wo sie Platz nahmen und das eben Gehörte gemeinsam verarbeiteten.
Eigentlich ist eine Ablenkung gar nicht mal so schlecht“, sprach Marina. „Wenn wir für die Prüfungen lernen, verfallen wir nicht in eine zu große Trauer.“
Das ist doch Mist“, beschwerte sich der rothaarige Elementarist. „Man wird doch wohl noch trauern dürfen. Da ist ein Mensch gestorben.“
Reg dich nicht auf“, beruhigte ihn Jojo. „Wir können es nicht ändern, also lasst uns das Beste daraus machen. Wir wollen alle die Prüfungen bestehen, also konzentrieren wir uns auf sie.“
Alle nickten, bis auf Iggy, der einfach zu aufgebracht war.
Wahrscheinlich hat er ihn sogar ermordet, um an seinen Posten zu kommen. Das würde ich ihm zutrauen.“
Iggy!“, ermahnte ihn die junge Wasser-Elementaristin. „Niemand von uns kann Herrn von Zimmenthal ausstehen. Aber trotzdem sollte man niemanden einen Mord unterstellen. Ich finde, das gehört sich nicht.“
Beleidigt wendete sich der hitzige Rotschopf ab. Alle anderen seufzten. Irgendwie war die Stimmung am Boden. Es war ein schwarzer Tag im Haus 4E und das belastete sie alle. Jetzt würde alles anders werden und davor hatten sie Angst. Tiberius von Zimmenthal war bereits als Lehrer richtig übel. Wie würde er dann erst als Schulleiter sein? Das wollte man sich nicht ausmalen.
Lasst uns einfach weiterhin unser Bestes geben“, schlug Aria schließlich vor. „Und vor allem sollten wir zusammenhalten, Leute.“
Genau“, bestätigte Robin. „Aria hat recht. Wir sind ein Team und ein richtig guter Zirkel. Gemeinsam packen wir das.“
Nacheinander nickten alle zuversichtlich. Sogar Iggy. Die Hauptsache war, dass sie sich gegenseitig hatten. Irgendwie würden sie das Kind schon schaukeln.
Und der Mörder wird bestimmt geschnappt“, fügte das Elementum hinzu. „Ich vertraue auf Florian Argon und sein Team.“