Sonntag, 22. Juli 2018

[Elementum 3] Lodernde Flamme - Kapitel 3

Am darauffolgenden Montag begann das Praktikum für die Schülerschaft. Wer es in Frankfurt absolvierte, durfte weiterhin im Haus 4E übernachten. Alle anderen wie beispielsweise Iggy, die ein Praktikum in einer anderen Stadt gefunden hatten, mussten sich selbst eine Unterkunft suchen. Iggys Familie stammte ja aus Köln und daher konnte er problemlos zuhause übernachten. Die anderen vier Freunde würden aber in Frankfurt bleiben.
Am Morgen betrat das junge Elementum das riesige Gelände der E-Wehr. Herr Argon hatte ihn persönlich von der Schule abgeholt und führte ihn durch die verschiedenen Gebäude. Robin war sehr fasziniert, aber auch verwundert darüber, dass niemand wusste, was sich dort befand.
Für die Außenwelt ist dies hier der Sitz einer privaten Security-Firma. Irgendwie entspricht das ja auch der Wahrheit.“
Das Elementum fand alles sehr spannend. Irgendwann waren sie in Florian Argons Büro angekommen. Nach gefühlt Tausenden von Eindrücken war dem Siebzehnjährigen eine Sache besonders aufgefallen und daher fragte er einfach nach:
Alle hier tragen eine schwarze Uniform mit einem goldenen E auf der rechten Brust.“
Das stimmt“, bestätigte der Wachmann.

Allerdings hat jeder unterschiedlich viele Sterne neben dem E. Sie zum Beispiel haben drei Sterne, aber ich habe ganz viele gesehen, die nur zwei Sterne haben. Hat das etwas mit der Rangordnung zu tun?“
Da haben Sie aber sehr gut aufgepasst, junger Mann.“ Herr Argon musste lächeln. „Es gibt fünf unterschiedliche Stufen, die man durchlaufen kann. Die unterste Stufe bilden selbstverständlich die Auszubildenen. Diese haben lediglich einen Stern auf der Brust. Aber diesen Stern erhalten sie auch erst nach dem ersten Ausbildungsjahr, wenn sie die Grundausbildung gemeistert haben.“
Wie lange dauert denn die Ausbildung?“
Drei Jahre, wobei Praxis und Theorie miteinander verknüpft werden. Am Vormittag finden Theorie-Kurse im Ausbildungszentrum statt. Anschließend darf man sein Wissen dann praktisch in die Tat umsetzen. Dafür wird man im Wechsel in die verschiedenen Bereiche eingeteilt.“
Das klingt sehr abwechslungsreich.“
Das ist es auch“, bestätigte der nette Wachmann, bevor er weiter erklärte. „Zwei Sterne haben die Delta-Teams. Das sind alle Einsatzkräfte, die die Ausbildung erfolgreich absolviert haben.“
Was meinen Sie mit Delta-Teams?“
Alle Leute bei der E-Wehr werden in Teams eingeteilt, damit sie sich quasi wie in Zirkeln ergänzen. Ein Team besteht stets aus vier Elementaristen unterschiedlicher Elemente.“
Cool“, rief Robin enthusiastisch aus. Das gefiel ihm, denn schließlich hatte er ja seinen eigenen Zirkel im Haus 4E gebildet.
Wie du bereits festgestellt hast, habe ich drei Stern-Abzeichen. Damit gehöre ich zu einem Gamma-Team. Wir stellen quasi die Anführer-Riege dar. Wir leiten Einsätze, koordinieren sie oder bilden die Auszubildenen aus. Hierfür mussten wir uns natürlich beweisen und sozusagen eine Sonderausbildung vollziehen.“
Robin verstand und nickte deshalb. Dann fuhr Herr Argon fort:
Beta-Teams haben vier Sterne auf der Brust und bildem demnach die höchste Riege der E-Wehr. Sie werden für Sondereinsätze beordert, falls irgendwo eine besondere Gefahr von oder für Elementaristen ausgeht.“
Also sind die Beta-Teams nicht die Anführer von Ihnen?“ Robin verstand das nicht so richtig.
Jein“, war die wage Antwort des Feuer-Elementaristen. „Beta-Teams sind in den Hauptstädten der Bundesländer stationiert. Wir Gamma-Teams fordern ihre Unterstützung an, wenn wir sie brauchen. Aber sobald ein Beta-Team hier eintrifft, übernimmt es das Kommando.“
Aber wenn Beta-Teams die höchste Riege darstellen, was sind dann Alpha-Teams? Diese gibt es doch sicherlich auch, oder?“
Sehr gut kombiniert“, lobte er erneut. „Allerdings gibt es nicht mehrere Alpha-Teams. Es gibt nur das eine Alpha-Team. Dieses Alpha-Team besteht aus den vier stärksten Leuten der E-Wehr und sie sind in Berlin stationiert. Nur bei ganz besonderen Fällen kommen sie zum Einsatz. Beispielsweise mischen sie sich ein, wenn sich Elementaristen in Kriege einmischen oder sogar selbst einen anzetteln wollen.“
Wow!“, rief der Siebzehnjährige erstaunt. Er fand das völlig faszinierend und spannend. Er fühlte sich, als ob er in eine besondere Welt eintauchte. Die Eindrücke überwältigten ihn.
Und Sie als Elementum tragen eine große Macht in sich. Falls Sie sich später mal entscheiden, eine Ausbildung bei der E-Wehr anzutreten, rechne ich Ihnen große Chancen zu, irgendwann zum Alpha-Team zu gehören.“
Meinen Sie das wirklich?“ Bei dieser Aussage entflammte ein großes Gefühl des Glücks in ihm auf und er musste unwilkürlich anfangen zu grinsen.
Na sicher doch. Wir würden das sogar sehr begrüßen. Aber was Sie auf jeden Fall wissen müssen, ist: Unsere größte Priorität liegt darin, unser Geheimnis vor der Welt zu bewahren. Es ist sehr gefährlich für uns, wenn die Menschheit von uns wüsste. Wie Sie ja vielleicht wissen, gibt es zu uns ja auch keinerlei Informationen im Internet.“
Das habe ich schon festgestellt.“
Dafür sorgt auch die E-Wehr, die einige Hacker angestellt hat, die das Internet frei von Infos über uns halten. Sie sind Tag und Nacht am Werk und sorgen dafür, dass niemand etwas über unsere Kräfte ins Internet stellt. Leider tun dies einige leichtsinnige Elementaristen. Vor allem Kinder tun dies im Unbedachten und schreiben beispielsweise Blog-Einträge oder posten Videos von sich auf Social-Media-Plattformen.“
Und da wird niemand misstrauisch?“
Wir löschen solche Beiträge ja schnellstmöglich. Und die Leute, die solche Sachen lesen oder Videos sehen, in denen Elementaristen ihre Kräfte einsetzen, denken einfach, dass es sich um Fantasy-Geschichten oder Spezialeffekte handelt.“
Perfekt“, kommentierte Robin dies erfreut.
So, jetzt haben wir aber genug gequatscht. Das reicht auch schon für den ersten Tag. Ab morgen wirst du hier richtig hart rangenommen. Abwechselnd wirst du die Tage mit einem aus meinem Gamma-Team verbringen. Dann lernst du zu jedem Element etwas. Morgen beginnst du bei meiner Kollegin Petra Fossil. Sie ist eine Erd-Elementaristin.“
Super“, freute sich das Elementum. „Ich freue mich darauf.“
Mit diesem Hochgefühl wurde der Junge zurück ins Internat gefahren. Jetzt hatte er einige Dinge zu verarbeiten und er verbrachte den Rest des Tages damit, darüber nachzudenken. Er war sehr aufgeregt, was ihn die nächsten Tage erwarten würde. Es würde sicherlich spannend werden.