Mittwoch, 9. November 2011

Auf Tour von Paul Bailey

Inhalt: Esther ist Ärztin, spezialisiert für Geschlechtskrankheiten. Eines Tages sucht der seltsame Stephen sie auf, um sich seine nicht vorhandenen Krankheiten behandeln zu lassen. Immer wieder sucht er sie auf uns lässt nicht locker, obwohl Esther nichts bei ihm feststellen kann. Beide beginnen sich auf eine seltsame Weise anzufreuden. In dem Sinne seltsam, da Stephen kaum etwas von sich preis gibt. Doch nach und nach erfährt man mehr über sein Leben, aber auch über das Leben von Esther.

Meine Meinung: Mir ist es sehr, sehr schwer gefallen, in dieses Buch rein zu kommen. Drei Versuche hatte ich unternommen, bis ich endlich der Geschichte flüssig folgen konnte. Diese Schwierigkeiten lagen wohl an dem Inhalt, wie auch der Form des Werkes. Zunächst einmal lernt man die Ärztin Esther und ihren seltsamen Patienten Stephen kennen. Stephen will sich unbedingt von Esther behandeln lassen, obwohl er gesund ist. Esther möchte aus undurchschaubaren Gründen Stephen kennen lernen und so fangen sie sich an zu verabreden. Doch Stephen ist ein komischer Typ, der eine gewöhnungsbedürftige Aussprache hat. Zudem nervt seine Attitude - beispielsweise sein ständiger Hinweis, "es sei nicht gestattet", Esther dieses oder jenes zu erzählen bzw. dass sie ihm irgendwelche Fragen stellt. Wenn mir jemand so was dauernd ins Gesicht knallen würde, vor allem, wenn derjenige etwas VON MIR will, dann würde ich ihn in die Wüste schicken. Doch irgendwann ist man in der Geschichte so drinnen, dass man nun selbst gerne mehr von Stephen erfahren würde. Doch Stephens Geschichte wird ständig durch die Rückblenden von Esthers uninteressantes Leben, insbesondere ihrer Kindheit, unterbrochen (davon abgesehen, dass der U4-Text mit keinem Wort Esther erwähnt und man quasi nur auf Stephen vorbereitet ist). So nervig Stephen von Anfang an erscheint, desto spannender und interessanter ist seine Geschichte, die man unbedingt wissen möchte. Und deshalb kann man das Buch dann kaum aus den Händen legen. Leider ist das Ende ein wenig unzufrieden stellend, denn man erfährt nur, was Stephen in seiner Vergangenheit passiert ist. Wie sein Leben in der Gegenwart verläuft, kann man nur erahnen. Deshalb fand ich die Lektüre ganz gut, aber nicht überragend.

Fazit: 3 von 5 Punkten.
℗℗℗  

Broschiert: 286 Seiten 
Verlag: Gmünder (1. April 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3867870802 
ISBN-13: 978-3867870801

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen