Donnerstag, 12. November 2020

[SHOW] RuPaul's Drag Race UK - Staffel 1


Als großer Fan von der Castingshow, in der der nächste Drag-Superstar gesucht wird, musste ich mir natürlich auch die britische Version ansehen. Das Gute daran ist, dass sie genauso von RuPaul selbst moderiert und geleitet wird wie die amerikanische Version. Auch Michelle Visage ist wieder an RuPaul's Seite - nur die anderen beiden, sich abwechselnden Juroren sind britische Größen: Alan Carr und Graham Norton.

Wie in dem US-amerikanischen Vorbild müssen zehn Drag Queens in verschiedenen Challenges gegeineinander antreten. In jeder Folge fliegt eine heraus und am Ende gewinnt eine den Titel des nächsten Drag Superstars. Die Challenges sind in dieser Version sehr auf das Thema Groß Britannien ausgelegt. So gibt es auch nicht die gewohnte Pit Crew, sondern stattdessen die Brit Crew. Das fand ich ganz witzig. Ich bin froh, dass ich auf meine Lieblingschallenge, dem Snatch Game, nicht verzichten musste.

Leider war ich allerdings mit den Kandidatinnen nicht so zufrieden. Es gab sehr schlechte Drag Queens, die scheinbar total Anfängerinnen waren. Eine war vor der Show noch nicht einmal irgendwo aufgetreten. Diese flogen auch gleich in den ersten Folgen raus. Aber auch unter den anderen fand ich kaum eine, die hervorstach oder gar meine Sympathie gewann. Vorne ab waren die beiden überheblichen, arroganten Queens The Vivienne und Baga Chipz, die sich für etwas Besseres hielten. Tatsächlich kame beide auch noch ins Finale und The Vivienne entschied die Show für sich. Auf Platz 2 kam Devina de Campo, die absolut nervig war und ständig schrill lachte, dass es nicht zum Aushalten war. Außerdem sei noch Cheryl Hole zu erwähnen, die es ohne einen Sieg über eine Challenge auf Platz 4 geschafft hatte und immer wieder bewies, wie egozentrisch sie war. Wenn andere heulten, sprach sie beispielsweise nur von sich und zeigte keinerlei Empathie. Die anderen Kandidatinnen sind nicht der Rede wert, weil ihr Auftritt recht belanglos war.

Da die Show im öffentlichen britischen Fernsehen gezeigt wurde, gibt es ein paar Unterschiede zum Original. Den Drag Queens war es nicht erlaubt, Preise zu gewinnen. So gab es für eine gewonnene Challenge lediglich ein RuPaul-Peter-Abzeichen. Die Gewinnerin der gesamten Staffel durfte eine Web-Serie drehen und bekam keine 100 000 Dollar wie in der amerikanischen Version. Da es die erste Staffel war, gab es auch keine große Finalshow, was aber bei der ersten Staffel des Originals auch nicht der Fall war.

Allerdings gab es eine Art Dokumentation nach der ersten Staffel, in der gezeigt wurde, dass es eine Art Gala gab, in der Gäste, Fans und die Top 3 der Staffel sich gemeinsam das Finale angesehen haben. Dabei wurde mir eine Illusion geraubt, was mich im Nachhinein stört. Das Finale wird immer (auch in den USA) mit mehreren Versionen aufgenommen, sodass die Drag Queens nicht vorab veraten können, wer gewinnt. Sie erfahren es selbst tatsächlich dann auch erst bei Ausstrahlung. Deshalb wirken die "Verliererinnen" der Finalshow auch relativ gelassen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wussten sie ja noch nicht, dass sie wirklich verloren hatten. Diese kleine nachträgliche Dokumentation hätte ich lieber nicht gesehen.

Obwohl mir die Staffel jetzt nicht so gut gefallen hat, hoffe ich, dass es weitere geben wird. Umso mehr Drag Shows, desto besser.