Dienstag, 13. Oktober 2020

ROADTRIP 2020 - Teil 3

Mein Schatz und ich befinden uns noch immer in unserem Urlaub und haben nun auch schon unsere dritte und vorletzte Station hinter uns. Dort sollte der Höhepunkt der Reise sein, weil wir unseren zehnten Jahrestag dort verbracht haben. Die eigentlich geplante große Feier musste abgesagt werden, also griffen wir tief in unsere Reisekasse, um uns etwas zu gönnen. Wir dachten, eine Indoor-Insel wäre ein guter Ersatz für eine richtige Reise auf eine richtige Insel und damit perfekt für unser Jubiläum. Wie es uns gefallen hat, erfahrt ihr im Folgenden.

Angereist sind wir ziemlich früh, da wir zwar erst ab 16:00 Uhr in unser Zimmer durften, aber vorher schon das Badeparadies nutzen durften. Eigentlich wollten wir noch früher dort ankommen, aber wir waren dann doch zu müde, um so früh aufzustehen. Immerhin fuhren wir dennoch um kurz nach 08:00 Uhr in Potsdam los. Wir kamen dann gegen 09:30 Uhr im Tropical Island an. Bezahlt haben wir für zwei Übernachtungen mit Frühstück, zwei Mal Abendessen (Buffet) und Eintritt in das komplette Tropical Island (inklusive Spa-Bereich mit Saunas) 720 Euro. Dort ausgegeben haben wir für Souveniers, Getränke und ein paar Snacks dann am Ende noch einmal 175 Euro.

Das Tropical Island hat weltweit den größten Indoor-Regenwald. Als wir endlich das Erlebnisbad betraten, waren wir sofort ernüchtert: Kindergeschrei ohne Ende. Wir wollten eigentlich Entspannung, aber wir waren da wohl sehr naiv, denn das Tropical Island ist tatsächlich ausgelegt für Familien und ist höchsten ein besseres Schwimmbad. Obwohl angeblich wegen Corona nur die Hälfte der eigentlichen Anzahl an Leuten rein durften, war es sehr voll. In den Pools hatten wir es manchmal schwer, den Abstand einzuhalten und den Leuten aus dem Weg zu gehen.

Ich versuche mal, hier die verschiedenen Bereiche zu beschreiben. Das "Herz" des Tropical Islands ist die sogenannte "Südsee" mit den künstlichen "Strand und Meer". Am Rand des Erlebnisbads gibt es einen Streifen mit Sand, worauf man mit Handtüchern liegen kann. Dahinter gibt es auch eine Menge Liegen, die eigentlich immer voll besetzt sind. Der Pool ist vielleicht der größte des ganzen Tropical Island. Angebliches Meeresfeeling soll durch den Wolkenhimmel erzeugt werden, welcher lediglich aus bedruckten Leinen besteht. Das wirkt sehr billig. Seitlich gibt es noch einen Rutschenturm, der sehr von den Kindern genutzt wird. Wir sind nur einmal in diesem Pool gewesen, weil es uns da zu laut war. Außerdem war dort das Wasser wohl am kältesten.

Vor ein paar Jahren hat ein neuer Bereich eröffnet, Amazonia, der außerhalb der Kuppel ist. Dort befinden sich zwei Pools. Der eine hat so Strudel, mit denen man sich treiben lassen kann. Das macht Spaß, auch wenn sich da natürlich auch immer viele Kids aufhalten und man in den Strudel gegeneinander stößt. Ansonsten gibt es dort noch die 250 Meter laneg Wildwasserbahn, die sehr flach ist und ich mich immer selbst anschieben musste, um weiter zu kommen. Da war uns aber meist eine zu lange Schlange und so haben wir es nur zweimal genutzt.

Es gibt noch einen Wasserrutschenturm, wobei nur die kleinste Rutsche und die mittlere Rutsche wegen Corona geöffnet hatten. Die schnellste Rutsche und die Reifenrutsche waren geschlossen. Ich bin nur einmal die Rutsche gefahren, was Spaß gemacht hat, aber der Turm war mir zu wackelig und da hatte ich wegen meiner Höhenangst große Panik.

Ungefähr in der Mitte des Tropical Island ist die Lagune - ein weiterer Pool mit künstlichem Wasserfall, umgeben wieder von künstlichem Strand. Das war auch Magnet für die Familien mit Kindern, sodass man kaum Platz hatte, dort zu entspannen. Meist haben wir uns an den Rand irgendwo gesetzt und gechillt.

Ein extra abgesperrter Bereich ist der Spa- und Wellness-Bereich mit Saunen und drei Whirpools. Dort darf man wegen Corona derzeit nur als Hotelgast hin. Normalerweise kostet der Bereich extra für Leute mit einer Tageskarte. Wir waren die meiste Zeit dort, weil dort weniger Kinder waren und wir mehr Ruhe hatten. Dennoch durften Kinder trotzdem in den Bereich und nutzten die großen Whirlpools als Plantschbecken, was uns ein wenig nervte. Überhaupt nervten uns Leute, die sich nicht an die Regeln gehalten haben und die Begrenzung der Leute pro Whirlpool oder die Kleiderordnung (textilfrei!!!) nicht eingehalten haben. Leider war in dem Bereich keine Bar geöffnet und manche Saunen waren wegen Corona geschlossen, was schade war. Die Whirlpools waren übrigens von der Temperatur her wie die Pools im restlichen Tropical Island und das kenne ich von Thermen anders. Die Saunen waren aber gut. Ein paar Mal liefen uns da leider Kakerlaken über den Weg, was ich nicht so schön fand.

Überall im Tropical Island befinden sich verschiedene Restaurants, Bars, Geschäfte, sogar ein "Kino" (in dem u.a. Filme gezeigt werden) und natürlich die unterschiedlichen Unterkünften. So kann man beispielsweise in Zelten oder Hütten übernachten. Wir hatten ein sehr schönes Doppelzimmer mit eigenem Bad, was wir sehr genossen haben. Das war unser Rückzugsort und wahrscheinlich das Beste an unserem Aufenthalt. Das Essen war übrigens erstaunlicherweise ganz gut - obwohl wir vor allem von den Buffets wenig erwartet hatten. Wenn die Leute sich noch anständig verhalten hätten, wäre das Essen perfekt gewesen, aber viele haben sich auch beim Essen nicht benehmen können.

Unserer Ansicht nach ist der künstliche Regenwald ganz nett, aber unnötig. Der Platz könnte anders genutzt werden, weil niemand sich wirklich die Fauna eines Regenwalds und die dazugehörigen Erklärtexte anschauen will. Mir taten die Tiere sehr leid. So gab es beispielsweise Flamingos, die ungefähr zu zehnt einen Platz von drei oder vier Quadratmetern hatten. Fische schwammen in einem sehr flachen, lediglich mit Wasser befüllten Brunnen. Zwei Papageie teilten sich einen Käfig... Das war nicht schön. Den Platz hätte man lieber für mehr Pools nutzen sollen.

Wir waren von Freitag bis Sonntag dort. Um 11:00 Uhr mussten wir aus dem Zimmer raus, durften den Tag aber noch im Erlebnisbad bleiben. Gegen 18:00 Uhr sind wir dann komplett ausgecheckt und weiter zu unserer nächsten und letzten Station gefahren.

Fortsetzung folgt.