Montag, 8. Juni 2020

[SHOW] The Circle - USA (Staffel 1)

Auf Netflix kann man eine Reality-Show anschauen, die Social Media vor Augen führt. Ein wenig im Stile von Big Brother, mit einem Touch von Facebook, Instagram und Co. wird daraus etwas Neues. Das hat mich interessiert und daher habe ich mir diese Sendung angeschaut.


Das Prinzip dieser Sendung ist, dass eine gewisse Anzahl an Leuten (ca. acht bis zehn Kandidaten) in Wohnungen eines Hauses ziehen, aber sich nicht sehen dürfen. Sie kommunzieren lediglich mit einem sprachgesteuerten Chat miteinander. Jeder Kandidat darf sich am Anfang ein Profil mit gewissen Angaben und Fotos anlegen. Dabei darf man auch, wenn man möchte, ein Catfish bzw. Faker sein und jemand anderen spielen. So kann der dicke, alte Mann beispielsweise eine junge, hübsche Blondine spielen.

Jeder muss die anderen von sich überzeugen und an Beliebtheit gewinnen, denn jeden Tag dürfen die Bewohner eine Beliebtheitsliste erstellen. In der Regel dürfen die beiden am besten Bewerteten gemeinsam entscheiden, wen sei aus dem Haus verbannen (blocken) wollen. Der Verlierer muss seine Wohnung verlassen, darf aber vorher noch jemanden besuchen. Dabei gibt es dann eventuell die ein oder andere Enthüllung.

Interessant ist es zu beobachten, wer ein falsches Spiel spielt und aus welchen Bewegründen. Es ist wie eine Art Social-Media-Studie, in der man beobachtet, wie man allein durch ein Internet-Profil etwas darstellen kann, um andere von sich zu überzeugen. Es werden sogar virtuelle Freundschaften oder Libeleien begonnen, auch wenn man manchmal nicht weiß, ob derjenige hinter dem Profil echt ist.

In der ersten Folge fliegt beispielsweise das blonde, hübsche Model Alana raus, weil die meisten überzeugt waren, dass sie ein Fake ist. In Wirklichkeit war sie echt. Stattdessen schaffte es Seaburn ins Finale, der sich als seine Freundin ausgab und in Wirklichkeit ein Mann ist. Gewonnen hat am Ende jemand, der das ganze Spiel über er selbst war - Joey. Trotzdem gönnte ich ihm den Sieg irgendwie nicht, da er in der finalen Show, als es um die Bewertung der Bewohner ging, zum ersten Mal taktisch gehandelt hat. Aber das kann man ihm bei einer Prämie von 100 000 Dollar nicht vorwerfen. Hätte er wie zuvor nach Gefühl gehandelt, hätte jemand anderes wahrscheinlich das Geld eingesagt, nämlich der schüchterne, naive, liebenswürdige Shubham, der von Anfang an er selbst war, den anderen geglaubt und vertraut hat und immer nach Wahrhaftigkeit entschied. So war er ganz oft auf Platz 1 der Liste, aber am Ende hat ihm seine Ehrlichkeit das Genick gebrochen und er gewann das Geld nicht.

Ich finde die Sendung super und habe mir danach sofort die brasilianische Version angesehen.