Samstag, 27. Juni 2020

Loud and Proud Bookfestival 2020

Von dem Instagram-Profil @lap.bookfastival wird zum ersten Mal das Loud and Proud Bookfestival veranstaltet. Das ist quasi die Onlinne-Literatur-Version der Pride, weil diesen Monat Pride-Month ist. Daran beteilige ich mich ebenfalls und möchte heute darüber sprechen, was mir queere Bücher bedeuten.


Wie man sich bestimmt denken kann, mag ich queere Literatur sehr gerne, weil ich schon einige in diesem Bereich rezensiert habe. Zu meinen Lieblingsbüchern in diesem Bereich gehören beispielsweise "Die Mitte der Welt" von Andreas Steinhöfel oder Frederick liebt Maria liebt Victor von Alex Sanchez. Aber ich schreibe auch selbst Bücher in diesem Bereich (siehe rechts) - drei Werke sind bisher im DerFuchs-Verlag erschienen.

Ich würde noch viel mehr in diesem Bereich lesen, wenn es da meiner Meinung nach nicht ein Problem gäbe. Denn queere Literatur oder einfach nur "queer" ist nicht die Genre-Bezeichnung. Alle diese Bücher, in denen es meistens um schwule Männer geht, fallen unter dem Genre "gay romance". Einerseits bedeutet dies, dass alles andere, was nicht von schwulen Männern, sondern eventuell von bisexuellen, transidenten oder sonst irgendeiner sexuellen Ausprägung handelt, unter die allgemeine Belletristik läuft. Das ist irgendwie gut, weil sie nicht als "Sonder-Genre" geführt wird und demnach nicht ausgeklammert oder diskriminiert wird.

Andererseits finde ich schade, dass man es dadurch irgendwie schwerer hat, gute Bücher zu finden, die nicht dem 08/15-gay-romance zuzuordnen sind. Im Filmbereich wird das Genre queer genannt und da findet man schneller auch Filme mit beispielsweise lesbischen Protagonisten, die auch nicht unbedingt nur von schnulziger Liebe handeln müssen. Im Genre "gay romance" haben die meisten Werke leider (meiner Meinung nach) immer der selbe Inhalt: Es handelt sich um Bücher mit schnulzigen Liebesgeschichten und sehr viel Sex. Letzteres kommt in meinen Büchern auch nicht zu kurz, aber meine Bücher sind eigentlich keine schnulzigen Liebesromane, sondern haben eher dramatische Inhalte und sogar Thriller-Elemente. Eines meiner Werke hat auch komödiantische Inhalte und keines davon ist meiner Ansicht nach furchtbar schnulzig. Trotzdem werden sie unter dem Genre "gay romance" geführt.

Den Begriff "gay romance" in der Literatur würde ich nur allzu gern durch den Begriff "queer" oder "queere Literatur" ersetzen, damit man auch andere Werke entdeckt, die eventuell nicht dem Standart entsprechen. Oder man löst dieses Genre komplett auf und teilt die Werke der allgemeinen Belletristik und ihren Genren zu. Dann ist beispielsweise mein Buch "Gorans Verschwinden" ein Thriller (mit homosexuellen Protagonisten), aber eben keine "gay romance".

Wer mehr von dem Loud and Proud Bookfestival sehen möchte, sollte auf Instagram oder auf der Website vorbeischauen. Verschiedene Autor*innen stellen ihre Werke (auch in Live-Lesungen) vor, es gibt Verlagsvorstellungen und verschiedene Aktionen und Gewinnspiele. Ich habe auch speziell dafür eine Podcastfolge aufgenommen (siehe links), worin man auch gerne reinhören kann. Da gehe ich beispielsweise noch mehr auf meine Werke ein.