Samstag, 8. September 2018

Malte Anders - Rent a Gay

Heute war ich bei "Rent a Gay", einem Comedy-Programm vom Malte Anders. Es ging um 20:15 Uhr los und dauerte (mit Pause) etwa zwei Stunden. Wie ich den Abend fand, möchte ich hier berichten.

Hinter Malte Anders verbirgt sich eigentlich der Theaterpädagoge und Sozialpädagoge Timo Becker. Er wurde in Funk und Fernsehen für sein Programm an Schulen bekannt, wo er "Homologie" lehrt. Er tourt damit von Schule zu Schule, um den Schülerinnen und Schülern Toleranz und Akzeptanz zu vermitteln. Das machte ich mich neugierig.

Zufällig hörte ich davon, dass er in meiner Stadt mit seinem Programm "Rent a Gay" zu Gast sein würde und so besorgte ich mir Tickets. Zusammen mit meinem Schatz schauten wir uns das Kabarett an.

In "Rent a Gay" witzelt Malte Anders darüber, für was Schwule und Lesben gut geeignet wären, sodass man sie am liebsten mieten würde. Hierbei spielt er mit Klischees, sorgt aber gleichzeitig dafür, Vorbehalte zu vergessen. Das ist eine gute Idee. Leider hapert es an der Umsetzung.

Zum einen erinnerten mich einige Punkte an das Comedy-Programm von Hape Kerkeling - nur schlecht umgesetzt. Zudem weicht er ständig vom eigentlichen Thema ab und kommt auf politische Themen zu sprechen, die er so verpackt, als wäre seine Meinung die Meinung der Allgemeinheit.

Schauspielerische Einlagen liefert er, indem er beispiesweise seine Oma oder Tante nachahmt. Das wirkt im erstem Moment lustig, aber leider übertreibt er es soweit, dass es irgendwann nicht mehr komisch, sondern peinlich wird. Ein Dialekt kann witzig sein, aber auch damit muss man Pointen liefern. Die fehlen leider oft. An einer Stelle parodiert er Harald Glööckler, Alfred Biolek, Anne Will und Hella von Sinnen als Regenbogenfamilie bei der Geburt eines gemeinsamen Kindes. Da habe ich mich komplett fremdgeschämt, weil es nicht witzig war und die Charaktere auch noch schlecht dargestellt wurden. Da fragt man sich: Was sollte das?

Außerdem singt Anders ständig. Zu den Gesangsqualitäten kann ich nichts Negatives sagen, aber zu den Texten, die manchmal wirken, als ob sie ein Grundschüler geschrieben hätte. Außerdem fehlten darin auch oft die Pointen und waren nicht lustig.

Ein paar Gags gab es schon, bei denen ich lachen musste. Die größten Lacher wurden allerdings unfreiwillig ausgelöst, als ein Glas beim Publikum zu Bruch ging oder der Regenschirm bei Malte Anders sich nicht richitg öffnete.

Leider hat mich das Programm nicht überzeugt und ich hoffe inständig, dass das Programm für Schulen besser ist.