Mittwoch, 7. März 2018

Meine WIRKLICH ersten Veröffentlichungen

Wer kennt nicht die berühmten Projektwochen in der Schule, die meistens Spaß machen sollen, aber es oft auch garnicht tun? Ich habe sie gehasst, als ich selbst Schüler war, weil ich aus meiner gewohnten Umgebung herausgeholt wurde und plötzlich mit fremden Mitschülern an etwas arbeiten sollte, auf das ich keine Lust hatte. In der achten Klasse kam ich in das Projekt der Projektwochenzeitung. Damals etwas, was für mich der pure Horror war.

Ich war ein sehr schüchterner Schüler, der so kaum Freundschaften oder gar Kontakt zu anderen Mitschülern hatte. Und dann kam ich auch noch in so ein Projekt, bei dem man andere Schüler interviewen sollte, um Artikel für eine Projektwochenzeitung zu schreiben. Ich fand das ganz schlimm, weil ich garnicht auf Fremde zugehen konnte.

In dem Projekt waren hauptsächlich ältere Schüler - keiner aus meinem eigenen Jahrgang. Das war auch noch eine zusätzliche Hürde, weil die älteren natürlich alle viel cooler waren als ich. Da man aber mindestens zu zweit arbeiten sollte, wurde mir ein anderer Schüler als Partner zur Seite gestellt. Ausgerechnet einer, der kein Deutsch konnte. So musste ich quasi fast alleine agieren und mit anderen Schülern aus der eigenen, aber sogar auch aus fremden Schulen sprechen. Denn zu meiner Schulzeit hatten sich wohl alle Schulen in der Stadt abgesprochen und alle hatten gleichzeitig Projektwoche. Daher war die Projektwochenzeitung auch für alle Grund- und weiterführenden Schulen gedacht.

Eine Woche lang wurden wir von einem Mitarbeiter des städtischen Jugendbüros herumgefahren, um mit Schülern zu sprechen und Fotos zu machen. Ich fand das ganz schlimm. Dann musste ich mich anschließend an den PC setzen und Artikel tippen. Zum einen hatte ich keine Erfahrung mit Computern (meinen ersten hatte ich mit 18 Jahren) und zum anderen wusste ich nicht, wie man Artikel schreibt.

Jetzt habe ich die alte Zeitung - die damals tatsächlich veröffentlicht wurde - herausgekramt und gesehen, dass einige Artikel von mir stammen. Zugegebenermaßen wurden sie wahrscheinlich sehr von dem Mitarbeiter des Jugendbüros bearbeitet, aber immerhin steht mein Name (und der des Jungen, der kein Deutsch konnte) unter den Artikeln. Prinzipiell ist das also meine erste, richtige Veröffentlichung.