Freitag, 2. Juni 2017

[Buch] Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel

Inhalt: Der siebzehnjährige Phil wohnt mit seiner Mutter Glass und seiner Zwillingsschwester Dianne in einem großen, alten Haus. Er bemerkt das angespannte Verhältnis zwischen seiner Schwester und seiner Mutter, aber er weiß nicht, was vorgefallen ist. Warum ist nichts mehr wie früher?

Meine Meinung: Zuvor hatte ich noch kein Buch dieses Autors gelesen und ich mag es zu bezweifeln, dass ich überhaupt jemals ein derartiges Buch gelesen habe. Denn in diesem Werk steckt so viel drin, dass es mir schwerfällt, den Inhalt in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Phil, der mit seiner Zwillingsschwester Dianne und seiner Mutter Glass in einem riesigen, alten Haus namens Visible wohnt. Glass ist für ihre ständig wechselnden Männergeschichten bekannt und sie führt sogar darüber eine Liste. Nur der Name der Nummer drei fehlt, welcher augenscheinlich Phil und Diannes Vater ist. Doch darüber schweigt Glass. Zwischen Dianne und Glass herrscht ein sehr angespanntes Verhältnis, was sich Phil auch nicht erklären kann. Er selbst ist derweil zum ersten Mal so richtig verliebt - in seinen neuen Schulkameraden Nicholas. Doch dieser gibt auch nichts von sich preis. Wäre da nicht seine beste Freundin Kat, die ihm stets zur Seite steht, würde er wahrscheinlich verzweifeln. Immer wieder gibt es Rückblicke in die Vergangenheit, sodass sich die Handlung wie ein Puzzle Stück für Stück zusammenzählt. Dabei hat der Autor eine sehr ausschmückende Erzählart mit vielen sprachlichen Bildern, sodass die ganze Erzählung ein wenig märchenhaft wird. Am Anfang hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, in die Geschichte zu kommen, doch später war ich dann einfach nur fasziniert. Meiner Meinung nach ist es ein sehr großes Talent, so schreiben zu können. Das Buch enthält so unglaublich viel. In jedem Detail steckt noch mehr, was mich zum Nachdenken angeregt hat. Dabei ist die Handlung auch noch teilweise so dramatisch und versetzte mich zweimal in eine derartige Schockstarre, was nicht viele Bücher bei mir schaffen. Ich fieberte so dermaßen mit, dass ich mich am Ende so fühlte, wie sich der Protagonist fühlen muss. Und wenn ein Autor das schafft, dann muss das Buch ein Meisterwerk sein.

Fazit: 5 von 5 Punkten.
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Taschenbuch: 480 Seiten 
Verlag: Carlsen (23. Februar 2004) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3551353158 
ISBN-13: 978-3551353153

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