Sonntag, 14. Mai 2017

Eurovision Song Contest 2017

Nach den beiden Halbfinals war es gestern am Samstagabend soweit: Der 62. Eurovision Song Contest startete live aus Kiew. Für Deutschland trat ja die Sängerin Levina an, die den Vorentscheid, bei dem ich live im Publikum saß, für sich gewinnen konnte. Doch leider endete der Abend nicht gut für sie.

Levina landete mit ihrem Song "Perfect Life" auf dem vorletzten Platz, knapp vor Spanien. Sie erhielt nur drei Punkte von der irischen Jury und drei Punkte von den Zuschauern. Das ist sehr bedauerlich, aber für mich war das abzuschätzen. Ich mochte ja den anderen Song aus dem Vorentscheid lieber, aber nach einigem Hören gefiel mir "Perfect Life" doch ganz gut - aber eben nicht beim ersten Mal. Also hätte Deutschland mit einer einzigartigen Performance etwas reißen müssen. Diese kam nicht. Levina lag am Anfang ihres Liedes barfuß und mit einem langen, zugeschlossenem Kleid auf dem Boden. Dann stand sie auf und bewegte sich gefühlt keinen Zentimeter mehr. Auch die Bühne war im Vergleich zu den anderen Darbietung langweilig. Aber Deutschland will ja nichts dazulernen. Schon letztes und vorletztes Jahr schickten wir eine Sängerin mit einem passablen Song, die sich kaum auf der Bühne bewegten und das Bühnenbild absolut langweilig war. Da muss man sich nicht fragen, warum wir so schlecht abschneiden. Was wir brauchen, ist eine bahnbrechende Bühnenshow oder einen Singer/Songwriter mit einem eigenkomponierten und bedeutungsschwangeren Song. Sonst brauchen wir garnicht erst antreten. Als Gewinner muss man sich von der Masse abheben.

Das hat dieses Jahr Portugal mit dem Sänger Salvador Sobral geschafft. Im Gegensatz zu den anderen sang er leise Töne vor einem sehr ruhigem Hintergrund ohne viel Feuerwerk. Mir persönlich war das Lied zu lanweilig und es erinnerte mich an einen Soundtrack zu einem Schwarzweißfilm aus den Fünfzigern. Seine Performance wirkte aber irgendwie zerbrechlich und emotional, dass er - meiner Ansicht nach - Emotionen wie Mitleid bei den Zushauern erregte. So konnte er das Herz des Publikums und der Jurys gewinnen und wurde Sieger des Abends.

Mein persönlicher Favorit war "Yodel it" von Ilinca feat. Alex Florea aus Rumänien, welche durch gute Stimmung und einem Gute-Laune-Song überzeugten. Auch die Bühnenshow fand ich sehr schön anzusehen. Das Lied landete auf dem siebten Platz.

Auch grandios fand ich das Lied aus Ungarn. "Origo" heißt es und wurde von dem Roma Sänger Joci Pápai interpretiert. Dieser Song hat mich total berührt. Ich kann gar nicht erklären wieso, weil ich den Text nicht verstanden habe. Aber meiner Meinung nach hat alles gepasst. Die Tänzerin mit dem langen Haar und dem weiten Rock sowie die Geigerin - das alles war super. Leider spielten bei ihm wohl Vorurteile eine Rolle und er bekam kaum Punkte von den Jurys. Aber durch die Zuschauer landete er immerhin noch auf dem achten Platz.

Sunstroke Project trat zum zweiten Mal für ihr Land Moldau auf und damals fand ich das Lied schon richtig klasse. Sie landeten damit aber ziemlich weit hinten. Dieses Mal sollte es anders sein. Mit "Hey Mamma" brachten sie es auf den dritten Platz. Hier hat auch alles gestimm: Der Song brachte Stimmung und die Performance mit den tanzenden Bäuten fand ich auch genial. 

Ebenfalls unter meine Top-Favoriten gehörte der siebzehnjährige Kristian Kostov aus Bulgarien. Sein Song "Beautiful Mess" (auf deutsch in etwa "Schöne Scheiße") wurde perfekt inszeniert. Aber das Lied finde auch super. Ich muss sagen, dass es wohl kommerziell am geeignetesten ist, um von den Teenies heutzutage gehört zu werden. Kein Wunder, dass er auf dem zweiten Platz landete.

Eine große Überraschung war für mich Österreich. Da trat Nathan Trent mit "Running on Air" an, den ich noch von damals aus der ersten deutschen X-Factor-Staffel kannte. Er war im Team von Sarah Connor. Zusammen mit dem Sänger Daniel Leitner bildeten sie die Gruppe Boys II Hot, die mich ein wenig an Jedward erinnerten. Leider fielen sie damals schon in der ersten Live-Show raus. Jetzt trat er für Österreich beim ESC an. Das Lied fand ich echt schön, nur schade, dass er von den Zuschauern gar keinen Punkt bekam. Immerhin gab es Punkte von den Jurys und so landete er auf dem 16. Platz.

Einen kleinen Schock gab es bei der Punktevergabe von Israel. Der Sprecher sagte, dass der Sender geschlossen werde und daher wohl Israel aus dem Contest austreten werde. Das fand ich sehr schade, da Israel in der Regel echt gute Songs bringt. Auch dieses Jahr hat mir "I feel alive" von Imri Ziv recht gut gefallen.

Aber es gab noch weitere Lieder, die ich mir bestimmt noch öfter anhören werde wie "Skeleton" von Dihaj aus Aserbaidschan, "Grab the moment" von Jowst aus Norwegen, "Gravity" von Hovig Demirjian aus Zypern, "I can't go on" von Robin Bengtsson aus Schweden, "City Lights" von Blanche aus Belgien oder das französische "Requiem" von Alma.

Gar nicht gefallen haben mir die Songs aus den Ländern Kroatien, Polen und der Ukraine. Damit konnte ich nichts anfangen. Was meint ihr? Wie hat euch die Show gestern gefallen? Wer war euer Favorit?

 

Kommentare:

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  2. Hallo!
    Mein Favorit war Bulgarien und die Ukraine ;) Letztere, weil ich Rock Somgs liebe, aber ich natürlich auch wusste, dass sie kaum Punkte bekommen werden...was Lordi ausnahmsweise schaffte!
    Danke für die netten Worte über unseren österreichischen Beitrag. Mir gefiel die Bühnenshow diesmal dazu sehr gut. Ich wusste nicht, dass Nathan Trent bei X-Factor dabei war! Ich habe ihn aber letzten Sommer im Musical "Footloose" gesehen, wo er die Hauptrolle spielte und echt gut war!
    Das wir vom Publikum NULL Punkte bekommen haben, fand ich echt schlimm!!!!!

    Das Siegerlied gefällt mir auch gar nicht. Moldau fand ich stark. Das Jodellied von den Rumänen war mal was anderes....aber ich finde jodeln gehört in die Alpen ;)....sprich Schweiz, Österreich oder Bayern. Aber wenn wir nicht auf die Idee kommen.....

    Liebe Grüße
    Martina

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