Sonntag, 23. April 2017

[Er wartet auf dich] Kapitel 26

Plötzlich war jemand an der Haustür. Irgendwer machte sich daran zu schaffen. Sofort befreite sich Ruth aus der Umarmung.
Pssst!“, zischte Tobi leise.
Ein Schlüssel wurde zaghaft ins Schloss ge­steckt. Ruth war starr vor Angst. Sie konnte sich nicht bewegen. Tobias stand auf.
Nicht“, flüsterte sie schrill.
Bleib ruhig! Ich habe alles unter Kontrolle.“
Mit wenigen Schritten war er am Lichtschalter und dunkelte das Zimmer ab. Da wurde der Schlüssel umgedreht. Die Tür quietschte leise, als sie aufgedrückt wurde. Die Wohnzimmertür war geschlossen, aber die beiden hörten, dass jemand die Wohnung betrat. Ruth nahm sich ihre Hände vor den Mund. Sie zitterte. Flucht war das, woran sie dachte. Aber sie konnte sich nicht bewegen.
Tobias blickte suchend durch das Zimmer, aber es war zu dunkel. Nur ein wenig Mondschein drang durch die Balkontür. Seine Waffe hatte er im Schlafzimmer, weshalb er jetzt nur seine Hände benutzen konnte, falls es zum Äußersten kam.
Hoffentlich geht er nicht zuerst ins Schlafzimmer. Dann würde er meine Pistole finden, dachte er sich.

In dem Moment wurde die Türklinke der Wohn­zimmertür nach unten gedrückt. Ruth unterdrückte das starke Bedürfnis zu schreien. Tobias machte sich bereit zum Kampf. Die Tür ging auf und ein zerzauster Kopf mit einer Brille mit schwarzem Kunststoffrahmen blickte hinein.
Es war Wolff. Er schrie vor Schreck.
Ruth kreischte laut los.
Tobias sprang auf den Verbrecher zu und schlug ihn zu Boden.
Autsch“, rief Wolff, als er auf dem Boden auf­kam. Doch der Polizist hatte kein Erbarmen und schlug immer weiter auf den Mörder ein.
Jetzt haben wir dich!“, triumphierte der Polizist. Ruth war immer noch starr vor Angst. Sie konnte es nicht glauben.
Ruf die Polizei!“, forderte Tobias die Achtzehn­jährige auf. Doch sie bewegte sich nicht. „Los! Ich muss ihn festhalten, sonst entwischt er uns noch.“
Erst dann erwachte Ruth aus ihrer Schockstar­re. Sie zog ihr Handy hervor und wählte den Not­ruf. Ein paar Minuten später war Wolff festgenom­men. Der Albtraum war vorbei.

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