Freitag, 10. März 2017

[Nachgedacht] Wann ist ein Buch ein Buch?

Heute stellt sich nicht Grönemeyers Frage "Wann ist ein Mann ein Mann?", sondern heute soll es darum gehen, wann ein Buch ein Buch ist.

Auf YouTube habe ich jetzt schon öfter gesehen, wie die Rezensenten Geschichten mit um die 100 Seiten als "Kurzgeschichten" bezeichneten. Und das nervt mich ehrlich gesagt. Dies mindert ein wenig den Wert einer Geschichte und das ist schade.

Vor einigen Jahren habe ich irgendwo von der Defintion gehört, dass alle Texte über 40 Seiten als Buch gewertet werden können. Jetzt habe ich nochmal im Internet recherchiert und da heißt es (laut einer Festlegung der Unesco), dass ein Buch mindestens 49 Seiten hat. Demzufolge ist ein Buch mit etwa 100 Seiten auch ein Buch und keine Kurzgeschichte.

Wie kommt es dazu, dass Bücher mit einem geringeren Umfang (also um die 100 Seiten) von YouTubern oder Bloggern als Kurzgeschichten bezeichnet werden? Ich erschließe es mir so, dass heutzutage Bücher immer länger werden. Meist werden Geschichten heutzutage in drei oder mehr Bänden in die Länge gezogen. Das war meines Erachtens früher noch nicht so. Damals hätte niemand sich über die Länge eines 100seitigen Buches beschwert, was heute in den modernen Medien leider manchmal der Fall ist. Oft höre ich dann Sätze wie, dass die Geschichte nicht richtig in Fahrt kam oder die Charaktere nur zu oberflächlich gezeichnet sind. Wenn man aber mal an typische Schullektüren denkt, die oftmals nicht mal 150 Seiten haben, dann wird klar, dass auch in solchen Büchern ein Charakter gut herübergebracht werden kann. Wer plagte sich denn nicht schon mit einer Charakterisierung von Figuren aus Büchern? Wenn man dann bestimmte Textstellen analysiert, lässt sich der Charakter einer Figur auch sehr gut erschließen, wenn das Buch "nur" 100 Seiten hat.

Ich finde, dass den Autoren Unrecht getan wird, wenn ihre Werke mit 100 Seiten nicht als Bücher bezeichnet werden. Und ich muss leider hier auch selbst als Betroffener sprechen. Denn meine erste Romanveröffentlichung ("Er wartet auf dich", DerFuchs-Verlag) hat ebenfalls nur etwa 108 Seiten. Und dennoch bin ich davon überzeug, ein Buch geschrieben zu haben und nicht nur eine längere Kurzgeschichte.

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