Dienstag, 14. Februar 2017

[Nachgedacht] Wo bin ich daheim?

Neulich hat jemand erklärt, was für ihn Heimat bedeutet. Ich weiß nicht, ob es auf YouTube oder im Fernsehen war, aber da ich gerade umziehe, habe ich mir auch selbst die Frage gestellt, wo ich mich daheim fühle.

Meine Eltern kommen beide aus dem ehemaligen Jugoslawien, haben sich aber hier in Deutschland kennegelernt. Sie haben seit meiner Geburt nur deutsch mit mir gesprochen, weshalb ich meine eigentliche "Muttersprache" nicht spreche. Auch ansonsten verbinde ich nichts mit den Ländern - z.B. verreise ich nie dorthin. Daher würde ich eher Deutschland als meine Heimat ansehen, auch wenn andere mich als Ausländer ansehen. Daheim bin ich im ehemaligen Jugoslawien nicht.

Viele Personen verbinden ihr Heim allerdings mit ihrer Familie. Da, wo sich die Familie befindet, ist ihr Zuhause. Das kann ich aber auch nicht wirklich unterschreiben. Ich fühle mich an den Orten, wo meine Familie lebt - also ich meine in deren Wohnungen - überhaupt nicht zuhause. Auch mit der Wohnung, in der ich aufgewachsen bin, verbinde ich nichts. Da wohnen jetzt übrigens andere Leute drin.

Wenn ich jetzt an meine eigene Wohnung denke, muss ich auch hier gestehen, dass das vielleicht objektiv betrachtet mein Zuhause ist. Aber dennoch kann ich nicht sagen, dass dieser Ort nicht "ersetzbar" wäre. Wenn ich umziehe - wie ich es ja gerade tu - wird die neue Wohnung mein Zuhause. Ich fühle mich da auch wohl, aber wenn ich mal wieder umziehen müsste, wäre das so.

Für mich gibt es keinen Ort, der Heimat oder Zuhause für mich bedeutet. Ich kann es nicht anders erklären, aber für mich ist das Heim vielleicht mein Körper und mein Geist. Ich kann mich in den Gedanken zurückziehen und das ist alles, was ich brauche. Sozusagen bin ich da daheim, wo ich bin und vielleicht auch mal alleine für mich sein kann.

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