Freitag, 10. Februar 2017

Live bei Unser Song

Am Donnerstag war es soweit: Der lang ersehnte Vorentscheid zum Eurovision Song Contest. Für mich war es noch besonderer, denn ich war live dabei. Es war meine erste Fernsehshow und daher eine total neue Erfahrung, über die ich hier schreiben möchte.

Los ging es gegen Mittag. Wir brauchten etwa zwei Stunden nach Köln. Dort waren wir dennoch sehr früh, sodass wir den Stadtteil Mühlheim, in dem sich das Studio befand, erkunden konnten.

Einlass sollte um 18:30 Uhr sein, sodass wir schon kurz nach 17:00 Uhr im Studio aufschlugen. Wir wollten ja gute Plätze haben. Wir standen auch sehr weit vorne in der Schlange. Überrascht hat uns, dass wir alles - aber auch alles - in der Garderobe abgeben mussten. Nur meine Taschentücher durfte ich, allerdings ohne Verpackung, behalten.

In der Schlange fanden auch Interviews vom Fernsehen und Radio statt. Ich wurde vom Radio angesprochen und musste ein murzes Statement abgeben.

Kurz vorm Einlass fingen dann die Leute an zu drängen und die Schlange löste sich auf, sodass auch Leute von der Seite nach vorne stürmten. Wir wurden echt zerdrückt. Doch sann wurde es schlimmer, denn der Einlass verzögerte sich um fast 45 Minuten, was uns echt an die Grenzen brachte. Die Menschen drängelten so sehr, dass ich beinahe Platzangst bekam.

Doch als wir drinnen waren, wurde es entspannt. Wir hatten super Plätze direkt neben der Jury in der zweiten Reihe. Ich hatte einen perfekten Blick. Der Anheizer war sehr lustig und die Show begann pünktlich um 20:15 Uhr, was ja auch sein musste, weil es eine Live-Show war.

Barbara Schöneberger moderierte fantastisch und sie war so lustig. Sie stellte die fünf Kandidaten vor, die in mehreren Runden Song präsentierten. In der ersten Runde sangen die Interpreten einen Cover Song. In der zweiten Runde flogen zwei raus und die restlichen Drei trugen den ersten Songvorschlag für den Contest in ihrer eigenen Version vor. "Wildfire" hies er, der mir super gefiel. Dann flog leider meine Favoritin Helene raus und die beiden übrig gebliebenen Kandidaten sangen den zweiten Vorschlag "Perfect Life". Die Zuschauer konnten dann entscheiden, welcher Interpret mit welchem Song ins Finale kommen sollte. Nicht überraschend lam Levina mit beiden Songs ins Finale, weil sie eine großartige Stimme hat. Sie musste beide Songs noch mal singen und leider entschied sich das Publikum für "Perfect Life", der am Anfang des Songs sehr stark an "Titanium" von David Guetta und Sia erinnert. Mir hätte das andere Lied besser gefallen. Nun geht Levina für Deutschland nach Kiew.

Kommentiert wurden die Auftritte von der Jury, die aus Tim Bendzko, Lena und Florian Silbereisen bestand. Tim Bendzko kam mir ein wenig eingebildet vor, aber überraschenderweise fand ich Florian Silbereisen recht sympathisch. Lena war wie immer sehr erfrischend. Tim Bendzko performte dann auch noch auf der Bühne. Besonders gefreut habe ich mich auch auf Matthias Schweighöfer, der neuerdings als Sänger unterwegs ist.

Kurz vorm Finale traten die ehemaligen ESC-Siegerinnen Ruslana, Nicole und Conchita Wurst auf, die ihren Lieblings-ESC-Song vortrugen. Ruslana sang "Euphoria", Nicole "Mercie Chérie" und Conchita trug Lenas Song "Satellite" vor. Das war auch super.

Insgesamt war es eine tolle Erfahrung, gerade was die Kameras betrifft. Sie flogen teilweise durchs Studio, was beeindruckend war. Auch wenn der Einlass so chaotisch war, hat es sehr viel Spaß gemacht.

Kommentare:

  1. Danke für den tollen Bericht! Ich liebe den Song Contest, auch wenn ich jedes Jahr immer wieder sage, dass ich ihn nicht mehr ansehe, da so politisch gevotet wird.
    Wir Österreicher müssen uns ja wieder qualifizieren. Diesmal wurden wir gar nicht gefragt, sondern es wurde einfach ein noch unbekannter Sänger mit einem noch unbekannten Lied bestimmt. Lustiger Weise habe ich diesen Sänger letzten Sommer beim Musical "Footloose" gesehen. Er hat da dir Hauptrolle gespielt. Nun bin ich gespannt auf unser Lied für Kiev.
    Liebe Grüße
    Martina
    http://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

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    1. Ui! Ja, es gibt Einiges, was man kritisieren kann. Ich versuche die Show als Show zu nehmen, in der ich vielleicht tolle Musik und überhaupt tolle Auftritte sehe. Man darf den Wettkampf vielleicht nicht so verbissen sehen, sondern einfach die Musik genießen - so als würde man The Dome (was ich früher auch gerne geschaut habe) sehen. Vielleicht bringt das was! :-D Unbekannte Sänger und Newcomer ist sowieso eine seltsame Sache, wenn der Song eigentlich das Land repräsentieren soll. Im Grund müsste man erfolgreiche Sänger aus dem jeweiligen Land schicken. Danke dir für den Kommentar!

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