Sonntag, 25. Dezember 2016

[Er wartet auf dich] Kapitel 10

Ruth fackelte nicht lange. Ohne weiter darüber nachzudenken, riss sie die Schlafzimmertür auf und rannte hinein. Sofort fiel ihr Blick aufs Bett. Unter der Bettdecke lag jemand.
Oma!“, rief sie laut aus. Sie blieb erschrocken stehen. „Bist du das? Ist alles in Ordnung?“
Sie sah, dass sich die Decke langsam auf und ab hob.
Sie atmet noch, kam es ihr ein klein wenig mit Erleichterung in den Sinn. Langsam ging sie zum Bett. Sie merkte, dass ihr Herz noch immer stark gegen ihre Brust pochte. Sie hatte große Angst.
Oma?“, fragte sie noch einmal zaghaft. Doch nichts tat sich.
Langsam beugte sie sich über das Bett. Zöger­lich griff sie an die Decke und wollte sie wegzie­hen. Sie hatte Angst davor, was für ein Anblick un­ter der Decke auf sie wartete. Vielleicht hatte man ihr die Kehle aufgeschnitten und sie war am Ver­bluten. Dann wäre da aber Blut gewesen. In den wenigen Sekunden malte sie sich weitere Horror-szenarien aus. Insgeheim hoffte sie nach wie vor, dass es nur ein Scherz war und ihre Oma sich le­diglich einen Spaß erlaubte und sie gleich nur ein wenig erschrecken wollte.

Doch leider war das nicht der Fall.
Sie riss die Decke weg und blickte in die starren Augen eines ihr bekannten Mannes.
Herr Wolff“, schrie sie und sprang mit einem Satz nach hinten. Sie verlor das Gleichgewicht und landete rücklings auf dem Boden.
Hab ich dich“, schrie der blonde Banker und sprang aus dem Bett. Mit beidem Armen zog er an Ruth, die losschrie.
Lassen Sie mich!“, kreischte sie lauthals, doch der Mann war kräftiger als sie. Er zog sie nach oben und warf die Achtzehnjährige aufs Bett.
Hilfe!“, rief sie laut aus und sie merkte, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen. „Nein! Bitte!“
Doch schon lag er mit seinem ganzen Gewicht auf ihr.
Ich liebe dich“, flüsterte er mit aufgerissenen Augen und hielt dabei ihre beiden Arme fest.
Gehen Sie runter von mir“, heulte sie.
Wir gehören zusammen“, erwiderte er. Er war vollkommen verrückt. Psychisch gestört.
Ruth konnte ihre Tränen nicht zurückhalten. Sie wehrte sich, doch er war viel zu stark. Zudem war sie völlig erschöpft. Sie hatte große Angst. Was hatte er mit ihr vor.
Plötzlich drückte er seine Lippen auf ihre. Sie versuchte seinem Gesicht zu entkommen und wand sich hin und her.
Was wollen Sie von mir?“, flennte sie. „Lassen Sie mich in Ruhe!“
Wir gehören zusammen. Das musst du begrei­fen, mein Schatz.“
Ruth wusste nicht, wie ihr geschah. Sie ver­suchte sich, aus seinem Griff zu befreien, doch sie schaffte es nicht. Plötzlich holte er aus und schlug ihr mit der Faust ins Gesicht. Sie sah Sterne und fühlte sich wie benommen. Alles drehte sich und ihr war kurz schwarz vor Augen geworden. Da be­merkte sie, wie er sich an ihrer Jeans zu schaffen machte.
Nein“, rief sie flehend. „Nicht! Hören Sie auf!“
Doch da schlug er erneut zu. Sie schmeckte Blut. Sie hatte keine Kraft mehr, sich zu wehren. Er zog ihr die Hose nach unten und griff ihr in den Schritt. Es schmerzte.
Sie schluchzte und jammerte los. Doch ihr Pei­niger hielt nicht ab. Mit Gewalt öffnete er ihre Schenkel. Es fühlte sich an, als würde er mit ei­nem Messer in ihr eindringen. Seine Finger waren hart und kalt. Irgendwann gab sie auf und ließ es über sich ergehen. Irgendwann stieg er von sie herab und Ruth erhoffte sich, dass nun alles vorbei war. Mit verheulten Augen blieb sie starr liegen. Sie bewegte sich nicht. Sie war wie in Schockstarre.
Doch für Wolff war dies nur der Anfang. Er knöpfte sein Hemd auf und öffnete seine Hose. Ruths Kopf lag seitlich auf dem Bett, doch in den Augenwinkeln konnte sie sehen, wie er sich aus­zog. Sie hatte große Angst und traute sich nicht, sich zu bewegen. Sie befürchtete, dass er sie tot-schlagen würde.
Dann legte er sich erneut auf sie und drang mit seiner vollen Manneskraft in sie hinein. Sie wehrte sich nicht. Sie ließ es einfach zu. Sie wollte nur, dass es schnell vorbei ging.
Er stöhnte und keuchte, als er sie vergewaltig­te.
Ich liebe dich“, sagte er immer wieder und sie blieb einfach reglos liegen. Nach einer Weile kam er ihn ihr. Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. Es hätten drei Minuten sein können, aber ihr kam es wie eine Ewigkeit vor.
Endlich stieg er von ihr ab und legte sich neben sie auf den Rücken. Sie blieb stumm.

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