Montag, 14. März 2016

[Nachgedacht] Geld für Rezensionen?

Bei einer Autorin, mit der ich auf Facebook befreundet bin, habe ich einen Post gelesen, in dem sie sich über die Dreistigkeit von Rezensenten aufregt, die Geld für eine Rezension eines Buches verlangen. Davon hatte ich schon mal gehört, aber ich wusste nicht, dass das mittlerweile wohl zunimmt. Bei mir hat es dann sofort zu rattern begonnen und meine Gedanken möchte ich heute mit euch teilen.

Ich persönlich würde nie Geld für eine Rezension verlangen, was nicht nur damit zusammenhängt, dass ich das Rezensieren als Hobby ansehe und gerne meine eigene Meinung mit anderen teile. Es liegt vielmehr daran, dass ich mir den Stress nicht antun möchte, ein Gewerbe beim Finanzamt anzumelden und mein Hobby zu professionalisieren. Zudem würde das auch bedeuten, dass ich ja quasi in bezahlten Rezensionen das Werk stets hoch anpreisen müsste. Aber wenn mir etwas nicht gefällt, würde mir das gegen den Strich gehen. Hierbei erwähne ich jetzt mal nicht, dass der Rezensent in manchen Fällen das Buch wahrscheinlich noch nicht mal lesen wird.

Aber nun habe ich mal etwas weiter nachgedacht. Mittlerweile kann jeder x-beliebige Mensch auf Online-Plattformen wie u.a. Amazon zum Autor werden. Man kann da ganz einfach - auch ohne Lektorat und Korrektorat - ein Buch hochladen und zum Autor werden. Hierbei möchte ich bitte nicht missverstanden werden. Ich schätze sehr viel Indie-Autoren, die mit eigener Kraft ein Werk schaffen - sogar ein Lektorat und Korrektorat und was alles zu einer Veröffentlichung dazu gehört aus eigener Tasche bezahlen. Aber mittlerweile gibt es sehr viele Menschen, die Texte, die sie mal auf ihrem Rechner produziert haben, ohne dass einmal nur jemand einen Blick darauf geworfen hat, ins Netz stellen und sich Autor nennen. Oder noch schlimmer: Leute, die Texte aus dem Internet kopieren und sie als ebook im Internet unter ihrem Namen verkaufen. Sorry, um für solche Leute eine Rezension zu schreiben, müsste man mir sehr, sehr viel Geld bieten.

Aber das ist ein Extrem. Vornehmlich sind die selbsternannten "Autoren" irgendwelche Menschen, die vom Autorendasein träumen, vielleicht eine Geschichte aufschreiben und sie dann publizieren möchten. Ich möchte diesen Menschen nichts Böses unterstellen. Schuld sind sie an dieser Misere nicht, sondern die Plattformen, die das möglich machen. Mit ein paar Mausklicks ist sein eigener Text hochgeladen. Nun führt das aber dazu, dass kein Mensch diesen Text liest. Was kann man dagegen tun? Man schreibt Blogger an und fragt, ob sie das Buch bitte rezensieren möchten. Und wenn nun ein Blogger - und dazu zähle ich glücklicherweise nicht - ständig solche Anfragen bekommt, reagiert er vielleicht darauf, indem er Geld fürs Rezensieren verlangt.

Das ist nur eine Theorie, die ich mir überlegt habe und die ich nicht beweisen kann, da es mir nie so ging. Was aber wirklich bewiesen ist, ist der Wandel des Buchmarkts, der derzeit stattfindet. Wohin das führen wird, mag man sich nur (oder vielleicht lieber nicht) vorstellen.

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