Samstag, 6. Februar 2016

[Nachgedacht] Meine Faschingsbiografie

Zwar ist die fünfte Jahreszeit schon seit dem 11.11. angebrochen, aber meist merkt man das erst, wenn es dem Ende zugeht, der Rosenmontag und dann bald auch schon der Aschermittwoch ansteht. Heute mag ich Fasching - in einem gewissen Maße - aber es gab auch mal eine Zeit, in der ich das ziemlich uncool fand. Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Wie war das noch mal?

Als Kind habe ich Fasching geliebt. Vor allem mochte ich den Faschingsumzug, bei dem viele Bonbons geworfen wurden und ich daher an ganz viele Süßigkeiten kam. Auch das Verkleiden fand ich schön. Allerdings war ich anfangs mal ein Cowboy, mal ein Indianer, was ich total langweilig fand. Ich freute mich, wenn ich Vampir oder so sein durfte. Das war was viel Cooleres für mich.

Als Kind bin ich auch zum Kinderfasching gegangen. Das war bei uns in der Stadt ein Fest in der Stadthalle mit richtigem Programm. Es gab Büttenreden, die eher was für Erwachsene waren, aber auch Spiele für Groß und Klein. Ich war zu Schüchtern und habe mich nie auf die Bühne getraut. Bei der Polonaise reihte ich mich allerdings meist ein, denn dann gab es ein Eis.

In der Schule gab es auch Tage, an denen man verkleidet kommen durfte. Diesen Spaß machte ich mit. Mit meinem besten Freund habe ich sogar "Faschingszoll" verlangt. Wir haben uns an eine Ampel gestellt und wenn es rot war, haben wir die Fahrer nach Geld gefragt. Faschingszoll eben. Wenn ich heute daran denke, ist mir das total peinlich.

Doch um so älter ich wurde, desto peinlicher wurde mir das Verkleiden. Spaß hatte ich daran nach wie vor, aber ich wollte mich nicht vor anderen so zeigen. Ganz unangenehm war mir mal eine Verkleidung als Putzfrau. Da muss ich schon ein Teenager gewesen sein. Wie ich mich angestellt habe... Und dann ging es damit los, dass ich mich jahrelang nicht mehr verkleidet habe und Fasching so gut wie gemieden habe.

Erst als Student entdeckte ich die größte Faschingsparty Hessens und ging mit Freunden dahin. Beim ersten Mal waren meine Freunde total verwundert, warum ich kein Kostüm anhatte. Ich erklärte, dass mir das unangenehm war. Doch ohne Kostüm durfte ich nicht mit, da ich sonst nicht reingelassen werden würde. Und schon wurde mir ein provisorisches Kostüm auferlegt.

Seitdem gehe ich jedes Jahr verkleidet zu dieser Party, die ein Highlight für mich darstellt. Faschingsumzüge besuche ich eher selten. Prunksitzungen besuche ich auch nicht und schaue sie mir auch nicht im Fernsehen an. Für mich gibt es quasi nur diese Party. Wer weiß, wie das später einmal aussehen wird. Helau!

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