Dienstag, 5. Mai 2015

Der Stapel ungelesener Bücher - Segen oder Fluch?

Bei der lieben Steffi (LadyoftheBooks) habe ich ein Video zum Thema SuB und Neuzugängen gesehen. Darin ging es darum, dass sie es schade findet, dass sich Vlogger und Blogger oft über neue Bücher beklagen, weil es ihren Stapel ungelesener Bücher nach oben treibt. Dabei sind Bücher doch eine schöne Sache, sie werden nicht schlecht und die Leidenschaft des Lesens ist nichts Verwerfliches. Heute möchte ich mich zu diesem Thema äußern und schreibe daher hier diesen Eintrag.

In vielen Dingen hat Steffi recht und ich kann ihre Gedanken sehr gut nachvollziehen. Während andere ihr Geld für unsinniges Zeug ausgeben, gehört das Lesen doch zu einem der intellektuelleren Hobbys. Warum sollten dann Bücherkäufe verwerflich sein?
Definitiv ist es schön, zuhause eine kleine Auswahl an ungelesenen Büchern zu haben, damit man sich bei Bedarf eines von vielen aussuchen kann, auf das man in dem Moment Lust hat. Das hätte bei mir auch noch vor 6 oder 7 Jahren sehr gut funktioniert, da ich überhaupt nicht über neue Bücher informiert war. Damals stöberte ich durch Buchläden oder sogar noch Bücherreien und suchte mir DAS EINE Buch aus, welches ich als nächstes lesen wollte. Wenn ich das Geld gehabt hätte, hätte ich mich vielleicht für drei oder vier Bücher entschieden und sie dann zuhause nacheinander weggelesen. Wenn es um ausgeliehene Bücher ging, habe ich sogar ein paar mehr aus der Bibliothek mitgenommen und habe diese erst durchgelesen, bis ich mir neue Bücher geholt habe.
Doch heute bin ich über Neuerscheinungen und dem Büchermarkt besser informiert. Ich bin ständigen (Buch-)Reizen auf Blogs, YouTube, Internetshops und Bücherläden ausgesetzt. Früher hätten diese mich gar nicht interessiert, da ich mit dem Buch, welches ich gerade lese, völlig zufrieden gewesen war. Doch heute kann ich nicht mehr wegschauen. So bekomme ich fast täglich neue Werke angeboten, die ich am liebsten sofort lesen würde. 

Und da liegt nun die Problematik des Stapels ungelesener Bücher. Als ich mit meinem Blog begonnen hatte, entdeckte ich die Welt der gebrauchten Bücher für mich. Auf Flohmärkten oder Internetseiten für gebrauchte Bücher habe ich für kleines Geld (manchmal sogar schon für unter einem Euro) tolle Werke gefunden, die ich gierig gekauft habe. Und so hatte ich in kürzester Zeit einen Haufen von 60 Büchern angesammelt, die es zu lesen galt.
Doch leider kamen immer wieder neue Bücher hinzu, die ich unbedingt lesen und damit auch besitzen wollte. Aber so viel ich gekauft hatte, konnte ich gar nicht weglesen. Und so lagerten teilweise über Jahre hinweg tolle Bücher bei mir, die ich aber nicht anrührte, weil ständig neue hinzukamen, die ich auf der Stelle lesen wollte.
Das ist meiner Meinung nach absolut schade. Natürlich gehen diese Bücher nicht so schnell kaputt und ich könnte sie irgendwann in meinem Leben noch lesen. Aber warum kann ich mir diese dann nicht irgendwann im Leben kaufen, wenn ich aktuell die Lust auf sie verspüre? Warum sie zuhause raffen, wenn sie nur unnötig Platz wegnehmen?

Also musste ich mein Kaufverhalten ändern. Ich beschloss, so wenig neue Bücher zu kaufen wie möglich und erst einmal die Bücher durchzulesen, die ich zuhause hatte und die mich nach wie vor brennend interessieren. Bei einigen merkte ich allerdings, dass mich das anfängliche Interesse verlassen hatte und daher beschloss ich, gnadenlos auszumisten und die Bücher zu verschenken. Sollten sich andere darüber freuen, die sie eventuell sofort lesen würden und nicht nur zuhause rumstehen ließen.
Jetzt habe ich nur noch um die 10 ungelesene Bücher zuhause herumstehen, die ich noch wegbekommen möchte. In dieser Zeit versuche ich weiterhin meinen Bücherkauf einzuschränken. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich keinen SuB mehr habe und frei nach neuen Büchern Ausschau halten zu können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich noch ungelesene Werke zuhause habe, die vorher gelesen werden sollten.

Fazit: Ohne einen SuB spare ich Platz für die Bücher, die ich tatsächlich lese. Ich spare außerdem Geld, weil ich keine Massenkäufe mehr tätige. Zudem ist mein Leseverhalten entspannter und ich habe keinen Druck mehr. Ich lese nur noch die Bücher, auf die ich aktuell große Lust habe und horte keine Bücher mehr, die ich eventuell doch nicht lese, weil sich meine Interessen verändert haben. Insgesamt lässt sich als ohne SuB besser leben.

Kommentare:

  1. Bis zum Teil, wo du schreibst du hast nichts mehr gekauft, geht es mir genauso! ;) Vor dem Bloggen hatte ich nur Büchereibücher...da allerdings immer mehr, aber die aren bis zum nächsten Besuch weggelesen. Zuhause durfte ich mir einmal im Vierteljahr ein Buch bei Donauland aussuchen! Das änderte sich auch nicht viel, als ich selbst verdiente. Ich blieb großteils der Bücherei treu (auch heute noch). Aber mittlerweile bin ich naben all den Vorstellungen auf diversen Blogs auch Lovelybooks und dem neuen Bloggerportal verfallen! Und mein SuB steigt und steigt....
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Willkommen im (Lese-)Club! :-D Danke für den Kommentar!

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