Dienstag, 18. November 2014

[Märchen by Pero] Rotkäppchen


Original: Brüder Grimm
 
Rotkäppchen

Es war einmal eine kleine, süße Dirne namens Tiffany-Paris, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter. Einmal schenkte sie ihrer Enkelin ein Käppchen von rotem Sammet und weil es ihr so gut gefiel, wollte sie es gar nicht mehr abnehmen (es war ja schließlich von Prada) und war von da an nur noch Rotkäppchen genannt.
Als ihre Großmutter eines Tages krank wurde, schickte Tiffany-Paris’ Mutter sie los, um ihr ein Stück Kuchen und eine Flasche Klosterfrau Melissengeist zu bringen.
Doch die Großmutter lebte im Wald. Und als sie durch den Wald ging, begegnete ihr der Wolf. Rotkäppchen hatte aber keine Angst, da sie aus diversen World of Warcraft-Spielen ganz andere Monster kannte.
„Guten Tag, Rotkäppchen“, sprach er. „Was hast du da unter deiner Schürze?“
„Du Sau!“
„Ich meinte, was hast du da in deinem Korb?“
„Ach so, da sind Sachen für meine kranke Großmutter.“
„Wo wohnt denn deine Großmutter?“, wollte der böse Wolf wissen.
„Noch etwa eine Viertelstunde weiter im Wald.“
Da fiel dem Wolf eine List ein, denn er wollte das Rotkäppchen vernaschen - also fressen.
„Schau mal hier die Blumen“, sprach er weiter. „Würde sich deine Omma nicht über einen schönen Strauß freuen.“
„Das ist eine gute Idee“, entgegnete Rotkäppchen und so fing sie an, Blumen zu pflücken.
So hatte der Wolf genug Zeit, schnell zum Haus der Großmutter zu gehen, bevor Rotkäppchen ankam. Er klopfte an die Türe.
„Wer ist da draußen?“
„Rötkäppchen. Ich hab was für dich.“
„Komm nur herein, mein liebes Enkelchen.“
Zum Glück war die Großmutter schwerhörig und erkannte seine Stimme nicht, dachte der Wolf.
Er betrat das Haus, ging direkt auf sie zu und verschluckte sie. Dann zog er ihre Klamotten an und legte sich ins Bett.
Rotkäppchen hatte mittlerweile einen schönen Strauß Blumen gepflückt und machte sich wieder auf den Weg zur Großmutter. Sie wunderte sich sodann über die offene Tür, ging aber hinein ins Häuschen. Sie trat an das Bett ihrer Großmutter und wunderte sich:
„Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren!“
„Dass ich dich besser hören kann.“
„Ei, Großmutter, was hast du für große Augen!“
„Dass ich dich besser sehen kann.“
„Ei, Großmutter, was hast du für große Hände!“
„Dass ich dich besser packen kann.“
„Ei, Großmutter, was hast du für einen großen ZENSUR!“
„Dass ich dich besser ZENSUR kann.“
„Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!“
„Dass ich dich besser fressen kann.“ Kaum hatte der Wolf das gesagt, so tat er einen Satz aus dem Bette und verschlang das arme Rotkäppchen.
Da er nun so satt und vollgefressen war, legte er sich wieder ins Bett und schlief ein. Zufällig kam dann der Jäger Jermaine-Jerome an dem Haus vorbei und hörte das laute Schnarchen des Wolfes.
„Meine Güte, wie die Alte sägt!“, wunderte er sich und betrat die Stube, um nach dem rechten zu sehen. Da sah er den Wolf und wollte ihn schon erschießen. Aber ihm kam in den Sinn, dass er die Großmutter gefressen haben könnte. Und so nahm er eine Schere und schnitt den Bauch des Wolfes auf. Heraus kamen das Rotkäppchen und die Großmutter. Ersatzweise stopfte Jermaine-Jerome den Wolf mit schweren Steinen voll und nähte den Bauch wieder zu. Als der Wolf später erwachte, wollte er aufspringen, aber die Steine waren so schwer, dass er gleich niedersank und tot umfiel.
Die Großmutter, das Rotkäppchen und der Jäger waren gerettet und lebten glücklich für alle Tage.

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