Dienstag, 25. November 2014

[Märchen by Pero] Dornröschen


Original: Brüder Grimm
 
Dornröschen

Vor Zeiten war ein König und eine Königin, die sich sehnlichst ein Kind wünschten, aber keines bekamen. Eines Tages kam ein Frosch daher und sprach: „Euer Wunsch wird erfüllt werden, ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tocher zur Welt bringen.“ (Anm. d. Autors: Wo ist der Wikipedia-Artikel zum sogenannten „Fruchtbarkeitsfrosch???)
Und so war es, dass sie eine wunderschöne Tochter bekamen. Sie nannten sie Roswitha und nach der Geburt feierten sie ein großes Fest. Dazu sollten alle weisen Frauen des Landes eingeladen werden. Doch es waren dreizehn weise Frauen in dem Land und sie besaßen aber nur zwölf goldene Teller. Daher durfte die dreizehnte weise Frau namens Helga nicht erscheinen. Pech gehabt!
Das Fest war großartig und die weisen Frauen beschenkten Roswitha mit ihren Wundergaben, wie Tugend, Schönheit, Reichtum, einem iPhone und der Xbox One.
Gerade als die elfte Weise ihr Geschenk loswurde, trat plötzlich Helga herein, die sich rächen wollte, weil sie nicht eingeladen wurde. Sie rief wütend: „Die Königstochter soll sich in ihrem fünfzehnten Jahr an einer Spindel stechen und tot hinfallen.“ Daraufhin verließ sie den Saal wieder.
Alle waren erschrocken, doch zum Glück hatte die zwölfte Weise noch ihren Wunsch übrig. Zwar konnte sie Roswithas Fluch nicht aufheben, aber zumindest mildern:
„Es soll aber kein Tod sein, sondern ein hunderjähriger tiefer Schlaf, in welchen die Königstochter fällt.“
Da er seine Roswitha von dem Unglück bewahren wollte, ließ der König alle Spindeln im Land entfernen. Doch als die Königstochter gerade fünfzehn Jahre alt war, verreisten ihre Eltern in den All-inclusive-Urlaub nach Mallorca. Da ging Roswitha aus Langeweile im Schloss herum und sah sich die Kammern an. Da kam sie an einen alten Turm und sah, dass die Tür offen stand. Sie stieg die enge Wendeltreppe hinauf und kam in ein Stübchen, in dem eine alte Frau mit einer Spindel saß. Da Roswitha nur ihr iPhone und die Xbox kannte, war sie neugierig und fragte die alte Frau: „Was ist das für ein Ding, was so lustig herumspringt?“ Sie nahm die Spindel und wollte auch spinnen. Kaum hatte sie die Spindel berührt, stach sie sich in den Finger.
Augenblicklich fiel Roswitha auf ein Bett, dass da rein zufällig stand und fiel in einen tiefen Schlaf.
Der Schlaf verbreitete sich im ganzen Schloss und sogar die Königin und der König schliefen ein, als sie aus ihrem All-Inclusive-Urlaub zurückkehrten. Der ganze Hofstaat wurde in einen tiefen Schlaf versetzt.
Rings um das Schloss aber begann eine Dornenhecke zu wachsen, die jedes Jahr höher ward und endlich das ganze Schloss umzingelte und darüber hinauswuchs, dass gar nichts mehr davon zu sehen war, selbst nicht die Fahne auf dem Dach.
Aber im Lande ging die Sage von dem schönen schlafenden Dornröschen, wie Roswitha genannt wurde, herum, sodass von Zeit zu Zeit Königssöhne kamen und durch die Hecke in das Schloss dringen wollten. Doch sie schafften es nicht, weil sie in den Dornen hängen blieben und so starben. Dumm gelaufen! Hätten sie mal eine Kettensäge oder zumindest eine Heckenschere mitgebracht...
Eines Tages kam wiedermal ein Königssohn daher. Sein Name war Sepp und er wollte sein Glück versuchen: „Ich fürche mich nicht. So viel anders als WoW wird es nicht sein.“
Nun hatte Sepp aber wirklich großes Glück, denn die hundert Jahre waren vergangen. Aus den Dornen waren wunderschöne Blumen geworden, die sich von selbst auftaten. So schritt er problemlos durch die Hecke und stieg anschließend die Wendeltreppe zum Turm hinauf. Da sah er die schöne Prinzessin auf dem Bette liegen. Er bückte sich und gab ihr einen Kuss. Wie er gerade ihre Lippen berührte, schlug sie die Augen auf. Sie verliebte sich sofort in den Prinzen.
Und als der ganze Hofstaat wieder erwachte, feierten Roswitha und Sepp Hochzeit.

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