Dienstag, 26. August 2014

[Alien Fighter] Kapitel 25: Ylos, der Eroberer


Das Raumschiff des Dunklen Welchen dröhnte über der Stadt. Die Kids und Heildies befanden sich noch immer in einem leichten Schockzustand. Sie mussten soeben mit ansehen, wie der Dunkle Welche skrupellos seine Untergebenen zu Staub verwandelte. Diese Begebenheit führte ihnen auch vor Augen, wie mächtig dieser Außerirdische war und wie böse.
Ilusio konnte seine Tränen nicht stoppen und fiel auf die Knie. Er konnte nicht verkraften, dass sein Vater ihn nun verstoßen hatte. Empat spürte seine Verzweiflung und hatte tiefes Mitleid mit dem schwarzen Phantom, gegen das er noch vor kurzem gekämpft hatte. Er ging zu ihm herüber, kniete sich zu ihm hin und legte einen Arm um ihn.
Der verstoßene Sohn blickte verblüfft in die grünen Augen des außerirdischen Jungen. Er konnte nicht glauben, dass er ausgerechnet von ihm getröstet wurde.
„Was machst du da?“, fragte er ihn. „Warum tust du das? Ich wollte euch vernichten.“
„Das ist jetzt Nebensache. Wir sitzen alle im selben Boot. Da bleibt keine Zeit für Feindschaft.“ Mit diesen Worten lächelte er Ilusio an und spürte gleichzeitig, wie sich das Gemüt seines Gegenübers aufhellte. Ilusio nickte dem Jungen zu und erhob sich wieder. Er trat einige Schritte näher an seinen Vater. Verwundert betrachteten Beelze und die anderen die Szene, die sich nun abspielte.
„Nun gut“, begann Ilusio selbstbewusst zu sprechen, „wenn du mich nun verstoßen hast, bin ich ab jetzt dein Gegner. Ich werde mich nicht kampflos geschlagen geben.“

Lachend entgegnete der Dunkle Welche seinem ehemaligen Sohn:
„Das ist lächerlich, Ich werde dich zerquetschen wie eine Made.“
„Mag sein“, fuhr Ilusio fort, „aber da ich nichts zu verlieren habe, werde ich zumindest versuchen, dich aufzuhalten, Ylos, der Eroberer!“
Erschrocken bei diesem Namen zuckte der Dunkle Welche kurz zusammen. Auch die Alienkids waren ein wenig irritiert. Nur in Heildies stieg eine lang vergessene Erinnerung hinauf. Er hatte den Namen schon einmal vor vielen Jahren gehört.
„Seit Jahren hat mich niemand mehr so genannt“, erklärte der Dunkle Welche. „Zolle mir Respekt und nenne mich Dunkler Welcher wie es alle tun.“
„Ich habe keinen Respekt mehr vor dir, Ylos. Und deshalb nenne ich dich bei deinem Geburtsnamen und wie du dich anfangs bei deinen Eroberungen nanntest. Erst später bekamst du den gefürchteten Titel von deinen Opfern, den du gerne übernommen hast.“
„Super, Ilusio!“, feuerte ihn Beelze an. Überrascht schauten ihn seine Freunde an. Der rothaarige Junge grinste seine Freunde an und zeigte ihnen einen ausgestreckten Daumen. Nun verstanden sie. Indirekt hatte er Ilusio in ihr Team aufgenommen. Eine Person mehr beim Kampf gegen den Dunklen Welchen konnte nicht schaden, auch wenn er ebenso eine gewisse Schuld an der misslichen Lage trug. Aber derzeit gab es eine wichtigere, übergeordnete Aufgabe. Und diese hieß, die Erde um jeden Preis zu beschützen und die Menschheit zu retten.
„Wenn du es so willst“, meldete sich nun der Dunkle Welche, dessen ursprünglicher Name Ylos war, wieder, „werde ich dir zusammen mit diesen anderen Kindern den Gar ausmachen und dich doch nicht an meiner neusten Eroberung teilhaben lassen.“
„Das ist mir egal“, schrie Ilusio zurück und schleuderte einen ersten Energiestrahl auf seinen Vater. Die anderen zögerten nicht und taten es ihm nach. Schließlich hatten Audia, Triclops, Pix und Empat nun auch ein solches Amulett um und Beelze hatte seine Flammen, die er auf den Dunklen Welchen feuern konnte.
Jedoch wehrte der Bösewicht den Angriff gekonnt mit seinem eigenen, viel mächtigeren Energiestrahl ab.
„Nein!“, schrieen die Kinder gleichzeitig, als sie merkten, dass ihre Attacke vergebens war.
„Ihr macht euch lächerlich“, verkündete Ylos gebieterisch. „Ihr habt keine Chance!“ Und schon schleuderte er selbst einen Energiestrahl auf die Kids, welches eine riesige Explosion auslöste. Die Kinder flogen in alle Himmelsrichtungen und Ilusio wäre sogar vom Dach geflogen, doch Pix konnte ihn in letzter Sekunde festhalten und ihn sicher zurück aufs Dach hieven. Doch als der Rauch sich langsam auflöste, bemerkten sie das riesige Loch im Dach des Hotels.
Der feindliche Außerirdische lachte laut los und genoss den Augenblick des Triumphs.
„Aber bevor ich es vergesse“, fuhr er gefasster fort, „habe ich noch eine Überraschung für euch. Oder besser gesagt ganz speziell für den Jungen vom Planeten Capra.“
„Für mich?“, hakte Beelze irritiert nach.
„Schau mal nach oben“, wieß ihn der Dunkle Welche hin.
Alle Kids richteten ihre Blicke nach oben. Sie sahen etwas vom Raumschiff aus nach unten gleiten. Als es immer näher kam, konnten sie erkennen, dass eine Person gefesselt an einer schweren Metallkette hing. Beelze kniff seine Augen zusammen, um genauer zu erblicken, wer dort festhing. Schließlich ging ihm ein Licht auf, doch Triclops war der erste, der dessen Namen aussprach:
„Lucius!“
„Hast du dich nicht gewundert, wo dein Vater in der letzten Zeit abgeblieben war?“, wollte Ylos wissen.
Natürlich wunderte er sich über das Verbleiben seines leiblichen Vaters. Aber er war davon ausgegangen, dass er noch immer dabei war, sein altes Raumschiff zu reparieren. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Lucius gefangen genommen worden war.
„Schnell“, rief Heildies Pix zu, „wir müssen ihn dort losmachen.“ Pfeilschnell flogen sie nach oben in Richtung Lucius, doch der Dunkly Welche reagierte schnell und schoss einen mächtigen Energiestrahl auf Lucius ab, dessen Kraftwelle sogar Pix und Heildies wieder zu Boden warf.
Schmerzerfüllt schrie Lucius auf.
„Lucius!“, rief Beelze panisch. „Vater! Nein!“
Vor den Augen der Kinder zerfiel Lucius ebenso zu Asche wie zuvor Lektra, Soll Datt, Xaos und Elimina.
Beelze war wie gelähmt und konnte nicht fassen, was gerade geschehen war.
„Beelze!“, rief Jenny und stellte sich an die Seite ihres Freundes, um ihn in den Arm zu nehmen. Doch er konnte ihre Umarmung nicht erwidern und blieb starr stehen. Eine Leere breitete sich in ihm aus. Seine Gedanken zogen wilde Kreise. Empat hielt sich entsetzt die Hand vor dem Mund, weil er spürte, wie es seinem Freund gerade ging.
Derweil lachte Ylos ein schadenfreudiges, lautes Lachen. Es dauerte eine Weile, bis dieses Lachen zu Beelze durchgedrungen war. Erst hörte er absolut nichts und eine tödliche Stille schien ihn einzuhüllen. Dann vernahm er ein stumpfes Geräusch, welches von weiter Ferne zu kommen schien. Schließlich wurde es immer lauter und klarer und da wurde dem Jungen, dessen leiblicher Vater gerade zu Staub zerfallen war, bewusst, was dies bedeutete.
Eine unglaubliche Wut stieg in ihm auf. Sein Herz begann heftig zu pulsieren. Selbst Jenny konnte es schlagen hören und sie dachte fast, es würde ihm aus der Brust springen. Beelze schob seine Freundin leicht zur Seite, drehte sich dem Dunklen Welchen zu und blickte ihn mit einem finsteren Blick an.
Das Lachen verstummte und bis auf die Motorengeräusche des Raumschiffes über der Stadt war nichts zu hören. Alle Blicke waren auf den Jungen gerichtet und seine Freunde erwarteten die folgenden Reaktionen mit höchster Spannung. Schließlich schrie der feuerrote Alienjunge los:
„Du mieser Kerl! Du hast meinen Vater umgebracht! Das wirst du büßen!“
Er rannte auf den Dunklen Welchen zu und zog dabei sein Feuerzeug hervor, mit dem er eine Flamme entfachte. Im Laufen schleuderte er mit all seiner Kraft einen Feuerschwall auf Ylos. Dieser war so erstaunt, dass er gerade erst in der letzten Sekunde zur Seite springen konnte, sodass ihn der Flammenstrahl nur knapp verfehlte. Doch Beelze ließ nicht locker und schleuderte nacheinander mehrere Feuerbälle auf Ylos. Doch diese wehrte er schließlich mit einem Energiestrahl seines Amuletts ab. Ein weiterer Strahl traf Beelze, der zu Boden flog und sich nicht mehr aufrichten konnte.
„Beelze!“, riefen seine Freunde und rannten auf ihn zu, um ihm aufzuhelfen. Nur Ilusio und Triclops stellten sich schützend zwischen den anderen und dem Dunklen Welchen.
„Hahaha…“, lachte der böse Eroberer, „wie ihr nun selbst seht, werdet ihr mich nicht aufhalten können.“
Heildies versuchte schnell seine Kräfte einzusetzen, um Beelzes Wunden zu heilen. Er nutzte die Sekunde der Ruhe und fast waren alle Schrammen von dem Körper des Jungen verschwunden. Doch seine Tränen konnte das kleine feenartige Wesen nicht trocknen.
Plötzlich tauchten schwarze Gestalten aus dem Nichts auf. Sie sahen aus wie lebendig gewordene Schatten, die Heildies und die Kinder umkreisten.
„Was ist das?“, wollte Audia entsetzt wissen.
„Macht euch keine Sorgen“, erklärte Ilusio. „Das sind nur Trugbilder, die er erschafft, um uns zu verwirren. Sie können uns nichts anhaben.“
„Es ist doch immer ein Vorteil, selbst einen Illusionisten im Team zu haben“, lobte Pix.
„Pah“, warf Triclops ein. „Das hätte ich auch erkannt. Und Audia und Empat sicherlich auch irgendwann.“
„Ha“, mischte sich nun der Dunkle Welche wieder ein, „seid euch da nicht zu sicher. Seit wann können Trugbilder ernsthaft Schaden verursachen?“
Bei diesem Satz stürzten die Schattenwesen auf die Kinder los und griffen sie an. Überraschenderweise konnten sie die Kids verletzen. Schreiend wurde Pix von einem Schatten gegen die Wand des Treppenhauses geworfen. Ein weiterer schlug Audia direkt ins Gesicht, sodass ihre Nase sogar zu bluten anfing. Empat lag auch schon auf dem Boden und schrie los, als eines der Dinger auf ihn eintrat. Triclops, Ilusio und Beelze kämpften währenddessen verbissen gegen sie.
Wie kann das möglich sein? Sie machen keinerlei Geräusche, dachte sich Audia.
Ich spüre keine Emotionen von ihnen ausgehen, wunderte sich Empat.
Mein drittes Auge sieht, dass sie nicht echt sind und trotzdem kämpfe ich gegen sie, spukte es Triclops im Kopf herum.
Nur Beelze zog seinen Vorteil aus dieser Situation und legte seine volle Wut in den Kampf gegen diese Wesen, sodass er seine Trauer verdrängen konnte. Er wollte lediglich seinen Hass rauslassen.
Um sich zu schützen, zog sich Pix in die Luft zurück und flog in die Höhe.
„Was hat das zu bedeuten?“, rief sie fragend Ilusio zu. „Du hast doch gesagt, es seien Täuschungen.“
Bevor er antworten konnte, meldete sich sein Vater zu Wort.
„Meine Kräfte übersteigen die Fähigkeiten meines Sohnes bei weitem. Während er nur trügerische Luftspiegelungen erschafft, können meine Illusionen wirklich etwas bewirken. Hahaha…“
„Oh nein“, schrie Pix verzweifelt.
Heildies erinnerte sich zurück an die Zeit, als der Dunkle Welche die Winkelgalaxie eroberte. Da hatte er von Anfang an eine starke Armee an seiner Seite. Das war wahrscheinlich auch nur eine Täuschung. Aber weil sie wirklich Schaden verursachen können, konnte man ihn damals nicht aufhalten, selbst wenn das die damaligen Bewohner der einzelnen Planeten erkannt hatten.
Als ein Schattenwesen versuchte, Jenny anzugreifen, half ihr Beelze schnell, indem er einen Feuerball auf ihn schleuderte. Das Wesen löste sich auch sofort in Luft aus, doch an anderer Stelle erschien dann sofort wieder ein neues. Und dazu kamen dann noch viele weitere und die Gegner der außerirdischen Kinder wurden immer mehr. Triclops, Ilusio und Beelze mussten gleichzeitig mit vier oder fünf Schatten kämpfen. Zwar konnte sich Audia mittlerweile aufrappeln und kämpfte nun auch wie wild, aber Empat war quasi schon fast verschluckt worden von den Wesen. Pix griff schnell ein und flog über den Knäuel, der den grünen Jungen bedeckte und schleuderte Energiestrahlen mit ihrem Amulett auf die Schattenwesen, sodass Empat schon bald wieder frei war.
„Danke Pix“, rief er ihr zu und begann nun auch selbst Energiestrahlen um sich zu feuern.
Ylos beobachtete das ganze amüsiert, als wäre es nur ein Spiel für ihn. Heildies bemerkte das.
Er will sie aus der Puste bringen. Und wenn sie irgendwann keine Kraft mehr haben, wird das ihr Ende sein.

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