Dienstag, 19. August 2014

[Alien Fighter] Kapitel 24: Xaos und Elimina


Der Dunkle Welche hat den Planeten Erde endlich erreicht. Sein Sohn Ilusio ist sehr erfreut darüber. Als er in seinem Schiff erscheint, verbeugt sich sein Sohn ehrfürchtig vor ihm:
„Vater“, begann Ilusio, „ich habe deine Ankunft sehnsüchtig erwartet.“
„Das freut mich“, sprach die gebieterische Stimme des Dunklen Welchen. „Vor allem freue ich mich auf das Artefakt, dass du mir beschafft hast.“
Ohne zu zögern, holte Ilusio den sternförmigen Kristall zum Vorschein. Er leuchtete prächtig und der Dunkle Welche war sehr darauf gespannt, die ungeheure Kraft des Artefaktes in sich zu spüren.
Doch als er ihn in den Händen hielt, fühlte er absolut nichts. Eine innere Gewissheit stieg in ihm auf, dass er nicht in der Lage war, den Kristall einzusetzen. Diese Gewissheit machte ihn wütend.
„So ein Mist“, schrie er. „Dieses Ding ist wertlos für mich.“
„Aber Vater“, versuchte ihn sein Sohn zu beruhigen, „selbst wenn du es nicht benutzen kannst, kann ihn niemand mehr benutzen, weil er sich jetzt in deinem Besitz befindet. So kann ihn auch niemand gegen dich einsetzen.“
„Natürlich hast du Recht, aber es regt mich trotzdem auf.“ Der Dunkle Welche verschnaufte einen Moment und fuhr dann mit einer etwas ruhigeren Stimme fort. „Und befindet sich Lucius wenigstens in deiner Gefangenschaft?“
„Selbstverständlich“, antwortete Ilusio. „Er befindet sich einer Zelle hier auf dem Schiff.“

„Sehr gut, mein Sohn“, lobte ihn der Dunkle Welche. „Und was ist eigentlich mit diesen Alienkindern, die Lucius damals rettete?“
Schweißperlen bildeten sich auf Ilusios Stirn. Nun musste er zugeben, dass er sie nicht vernichtet hatte und sie ihm bis Dato das Leben schwer gemacht hatten. Als er das seinem Vater erzählte, wurde der Dunkle Welche erneut wütend und schrie seinen Sohn an:
„Wie bitte? Du bist diese Kinder nicht losgeworden? Das darf doch nicht wahr sein!“ Er wurde sogar noch lauter: „Ich will, dass du mit deinen Leuten sofort zur Erde gehst und sie endgültig besiegst.“
„Jawohl“, entgegnete Ilusio untertänig.
„Ich werde dir sogar zwei meiner Untergebenen zur Seite stellen. Sie werden euch in dem Kampf unterstützen. Währendessen werde ich eine kleine Unterredung mit meinem lieben Freund Lucius führen.“ Die Stimme des Dunklen Welchen beruhigte sich wieder ein wenig. Sein Sohn verbeugte sich und verließ anschließend den Raum, um mit Lektra, Soll Datt und den zwei Untergebenen seines Vaters zu den Alienkindern zu gehen, damit er ein letztes Mal gegen sie kämpfen konnte.

Währendessen machten sich die fünf Alien-kinder bereit zum Kampf. Heidies und Jenny versteckten sich hinter dem Einstieg zum Treppenhaus des Hochhauses. Die anderen blieben erwartungsvoll mitten auf dem Dach stehen.
Da erschien auch schon ein heller Lichtstrahl direkt vor ihnen. Sie kannten diesen ja schon und wussten, dass nun jemand von dem Schiff herunter teleportiert werden würde. Sie rechneten mit dem Dunklen Welchen, doch mussten schließlich erkennen, dass es Ilusio mit seinen Schergen war. Doch neben Lektra und Soll Datt standen noch zwei weitere Gestalten.
„Hallo, ihr Knirpse“, begrüßte Lektra sie lächelnd. „Jetzt hat euer letztes Stündlein geschlagen.“
Die fünf Alienkids blieben stumm und erwarteten gespannt weitere Aktionen ihrer Feinde. Da meldete sich Ilusio:
„Wie ihr euch sicherlich schon gedacht habt, ist mein Vater gerade angekommen. Er gab mir die Ehre, mich um euch kümmern zu dürfen, während er ein kleines Gespräch mit Lucius führt.“
„Was?“, rief Beelze schockiert. „Mein Vater ist bei ihm?“
„Kluges Köpfchen. Wir konnten ihn vor kurzem gefangen nehmen. Jetzt kann er uns nicht mehr in die Quere kommen.“
„Und wer sind die beiden Hampelmänner?“, wollte Audia wissen.
Die beiden Untergebenen, die bisher an der Seite des Dunklen Welchen gedient hatten, traten ein paar Schritte nach vorne. Es handelte sich hierbei um einen Mann und eine Frau. Zunächst stellte sich der männliche Außerirdische vor:
„Mein Name ist Xaos. Ich bin erster Kommandant des Dunklen Welchen.“
Xaos trug eine grüne, futuristische Rüstung. Auf seiner Brust und auf seinem Helm zeichnete sich ein rotes „X“ ab.
„Ich bin Elimina“, sprach die weibliche Außerirdische. „Zweite Kommandantin des Dunklen Welchen.“
Sie trug eine silberne Rüstung mit purpurnen Details wie Brustschoner und Gürtel. Aus ihrem Helm fielen ihre schulterlangen violetten Haare.
Beide hatten dieselben Amulette um ihre Hälse wie Ilusio, Lektra und Soll Datt.
„Zusammen werden wir euch nun endgültig besiegen“, meldete sich Ilusio wieder.
Beelze und die anderen verkniffen ihre Augen zu Schlitzen. Sie waren bereit, diesen Kampf zu führen. Auch wenn sie später den Dunklen Welchen nicht aufhalten könnten, würden sie zumindest dessen Sohn und seine Lakaien besiegen.
„Greift jetzt an!“, befahl Ilusio und die bösen Alien stürzten auf ihre Gegner.
Lektra schnappte sich das Mädchen vom Planeten Akuo. Sofort schoss sie einen Energiestrahl auf Audia ab, die in letzter Sekunde ausweichen konnte.
Soll Datt griff den blauen außerirdischen Jungen an und wollte Triclops eines überbraten. Doch er sah seine Faust kommen und konnte sich vorher bücken, sodass Soll Datt ihn nicht traf.
Elimina rannte auf das pinke Alienmädchen zu, doch Pix zögerte nicht lange und flog hoch in Luft, sodass die böse Außerirdische sie nicht erwischen konnte.
Xaos interessierte sich für den grünen Jungen, der vom Planeten Sensor stammte. Er sprang in die Luft und wollte Empat einen Tritt versetzen, doch glücklicherweise konnte er in allerletzter Sekunde zur Seite springen.
Ilusio hatte sich vorgenommen, den Sohn von Lucius, Beelze, zu besiegen. Und so schritt er langsam auf ihn zu. Der Junge vom Planeten Capra griff schnell in seine Hosentasche und holte sein Feuerzeug hervor. Er hatte sich heute ein neues besorgt, damit er sich keine Gedanken darüber machen musste, ob das Gas darin ausreichen würde.
Lektra ließ nicht locker und schoss weitere Energiestrahlen auf Audia, die sich bemühte, den Angriffen weiterhin auszuweichen. Doch ihr ging langsam die aus und so beschloss sie, zum Gegenangriff überzugehen. Als sie erneut ein Strahl verfehlte, rannte sie auf Lektra zu und wollte ihr einen Kick versetzen, doch die böse Aliendame war schneller und feuerte einen weiteren Strahl ab, der Audia direkt auf die Brust traf, sodass sie einige Meter nach hinten geschleudert wurde.
Derweil rangelten Soll Datt und Triclops miteinander. Die Schläge des bösen Außerirdischen waren hart und Triclops konnte sich kaum wehren. Seine Schläge machten Soll Datt nichts aus, da er dank seiner Rüstung geschützt war. Als er dem blauen Alienjungen einen direkten Schlag in die Magengrube versetzte, sackte Triclops stöhnend zu Boden.
In der Luft fühlte sich Pix geschützt vor Elimina. Sie verspottete sie sogar:
„Tja, hier oben bekommst du mich nicht so leicht.“
„Das denkst auch nur du“, gab die zweite Kommandantin des Dunklen Welchen zurück und zielte mit ihrem Amulett direkt auf Pix. Das Mädchen war zu überrascht, um auszuweichen und wurde getroffen. Wie ein nasser Sack fiel sie zu Boden.
Empat war kein Kämpfer und beschloss erst einmal zu flüchten, um Zeit zu schinden. Erst dann würde er sich überlegen, wie er Xaos niederstrecken konnte. Doch der Bösewicht ließ sich nicht abwimmeln und blieb dem Jungen direkt auf den Fersen. Auch er nutzte seinen Energiestrahl, um Empat zu Boden zu werfen. Es sah nicht gut aus für den grünen Außerirdischen.
Beelze beschloss sofort mit dem Feuer anzugreifen. Er formte mit Hilfe seines Feuerzeuges eine Feuerkugel, doch plötzlich standen drei Ilusios vor ihm.
„Du und deine Trugbilder“, nörgelte der Junge vom Planeten Capra.
„Tja“, gaben die drei Ilusios zurück, „wer von uns ist der Richtige?“
Beelze überlegte nicht lang und schleuderte seine Feuerkugel auf den mittleren Ilusio. Das Trugbild verschwand, aber der rechte blieb erhalten.
„Falsch getippt“, sprach der Sohn des Dunklen Welchen hämisch und setzte sein Amulett ein, dessen Energiestrahl Beelze traf und einige Meter nach hinten warf.
Alle fünf Alienkinder lagen nun auf dem Boden des Daches. Jenny musste das ganze Schauspiel als Außenstehende mit ansehen und war sehr besorgt um ihre Freunde. Am liebsten hätte sie ihnen geholfen, doch sie wusste nicht wie. Heildies versuchte, sie zu beruhigen und riet ihr, sich weiterhin ruhig zu verhalten, damit die bösen Schergen nicht auch noch auf sie aufmerksam wurden.
Lektra stellte sich über ihre Gegnerin und lachte laut los. Ihre schrille Stimme tat Audia in den Ohren weh. Die böse Außerirdische freute sich über ihre Überlegenheit gegenüber der ehemaligen Bewohnerin des Planeten Akuo. Schadenfreude stieg in ihr auf, die Audia richtig aufregte. Das wollte sie sich nicht gefallen lassen. Sie konzentrierte sich und nahm all ihre Kraft zusammen. Mit einem Ruck kniete sie sich hin und zog Lektra mit einem gekonnten Tritt die Füße weg, sodass sie stürzte. Schnell sprang sie auf ihre Feindin und riss ihr das Amulett von der Brust.
„Das gehört jetzt mir“, schrie das Mädchen die Untergebene von Ilusio an und schlug ihr mit der Faust hart ins Gesicht.
Triclops wusste hingegen nicht, wie er gegen Soll Datt bestehen konnte. Er schaute ihn konzentriert mit seinem dritten Auge an, um irgendeine Schwachstelle zu finden. Doch nichts konnte er erkennen. Seine Rüstung war aus hartem Metall, mit dem er sehr geschützt war. Nur der Helm hatte vorne kleine Öffnungen, durch das der böse Krieger von Ilusio Luft bekommen konnte. Da suchte der blaue außerirdische Junge seine Umgebung ab, um irgendeine Waffe zu finden, die er benutzen konnte. Und so fiel eine Flasche Cola ihm in den Blick und plötzlich sah er mit seinem dritten Auge, dass die Säure in der Cola auf die Haut des außerirdischen Bösewichts eine andere Wirkung hatte als bei den Menschen oder bei ihm. Sie schädigte ihn stärker und das war für ihn die Rettung. Er sprintete zum Kasten mit den Colaflaschen, nahm sich eine Flasche heraus, schüttelte sie kräftig und spritzte sie Soll Datt direkt ins Gesicht. Zunächst fand sein Gegner das sehr lächerlich, doch ein paar Sekunden später merkte er, wie seine Haut im Gesicht wie Feuer brannte. Vor Schmerz krümmte Soll Datt sich und klagte wehleidend. Triclops nutzte die Gelegenheit, um ihm ebenfalls sein Amulett abzunehmen.
Elimina beugte sich über ihre Gegnerin und wollte ihr endgültig den Gar ausmachen. Pix war schon fast der Überzeugung, dass das absolut ihr Ende war, weil sie keinen Ausweg wusste. Da bemerkte sie, dass sie ziemlich nahe am Rand des Daches standen. Und so mobilisierte sie ihre letzte Kraft, sprang auf, griff sich ihre Gegnerin unter die Arme und trug sie über den Dachrand. Elimina war zu perplex und konnte kaum reagieren. Als sie sich im freien Fall befand, flog Pix ein Stück neben ihr her, um sich Eliminas Amulett unter den Nagel zu reißen. Kreischend stürzte die böse Außerirdische das Hochhaus hinab.
Während Empat auf dem Boden lag, hielt er schützend die Hände vor sein Gesicht. Für ihn war die Sache gelaufen und er wusste absolut nicht, wie er sich noch retten sollte. Doch irgendwie spürte er keine Angst in sich. Stattdessen vernahm er eine fremde Präsenz. Es waren aber nicht die Gefühle seines Gegners, die er spürte, sondern eine Sicherheit eines anderen kleinen Wesens. Er nahm die Hände herunter und blickte in die Richtung von Xaos, der die Hände in die Hüften gestemmt hatte und siegessicher über Empat stand. Er wollte nun zum letzten Angriff übergehen, als das kleine Heildies hinter ihm erschien und sich blitzschnell das Amulett schnappte. So schnell konnte Xaos gar nicht gucken, als dass es nun um den Hals von dem grünen Alienjungen hing. Verblüfft und wie gelähmt sah er Empat an, der sich wieder aufrichtete und nun selbst einen Energiestrahl auf den Bösewicht losließ. Nun war es Xaos, der getroffen auf der Erde lag und keine Chance mehr hatte.
„Ihr hattet von Anfang an nicht die geringste Chance gegen uns“, sprach Ilusio zu Beelze. „Nun wirst du meine Macht zu spüren bekommen.“ Wieder schleuderte er einen Energiestrahl auf den Alienjungen, sodass er vor Schmerz laut aufschrie. Doch Beelze ließ sich nicht so leicht unterkriegen. Er schnappte sich sein Feuerzeug und entzündete eine kleine Flamme. Mit bösem Blick schaute er seinen Gegner an, dessen rote Augen nun eine Spur von Besorgnis abzeichneten. Bevor Ilusio aber auch nur ein Wort äußern konnte, feuerte Beelze ihm eine riesige Stichflamme entgegen, sodass die schwarze Robe von dem Sohn des Dunklen Welchen Feuer fing und er sich schmerzerfüllt auf dem Boden hin- und herwälzen musste.
Nun hatten doch noch alle Alienkids die Oberhand über ihre Feinde bekommen können. Heildies war stolz auf seine Schützlinge, die erneut bewiesen, dass sie der Gefahr eventuell doch strotzen konnten.
Jedoch erschien plötzlich wieder ein heller Lichtstrahl auf dem Dach und eine große, dunkle Gestalt erschien vor ihnen. Sie sah Ilusio sehr ähnlich, nur dass sie größer und älter wirkte.
„Der Dunkle Welche“, verkündete Heildies respektvoll, aber auch ein wenig ängstlich. Die Kids waren schockiert.
Pix bemerkte, dass er die ohnmächtige Elimina in seinen Armen trug.
Was bedeutet das?, fragte sie sich.
Ilusios Flammen waren mittlerweile erstickt und als er seinen Vater registrierte, verbeugte er sich untertänig vor ihm.
„Mein Sohn“, sprach der Dunkle Welche Ilusio an, „ich bin sehr enttäuscht von dir. Du hast es nicht geschafft, diese Wichte zu besiegen.“
„Aber Vater“, wollte er einwenden, doch er wurde von der zornigen Stimme des Eroberers ferner Galaxien unterbrochen.
„Still!“, schrie er. „Ich hasse Schwächlinge und kann auch keine Schwächlinge in meiner Familie gutheißen.“
Entsetzt riss Ilusio seine Augen auf.
„Was meinst du damit, Vater?“, wollte er wissen.
„Nenn mich nicht mehr Vater. Ab heute bist du nicht mehr mein Sohn. Ich verstoße dich und mit dir wird das gleiche passieren, was auch diesen vier nutzlosen Gestalten geschieht.“ Mit diesen Worten schleuderte er den Körper von Elimina vor die Füße von Lektra, Soll Datt und Xaos. Dann sah man, wie er in seinem Amulett, dass stärker leuchtete, als die Amulette, die Ilusio und seine Schergen getragen hatten, Energie bündelte und einen mächtigen Strahl abfeuerte, der um ein vielfaches stärker war als die Energiestrahlen der anderen. Mit diesem Strahl traf er Lektra und die anderen, die vor Schmerzen laut aufschrieen und innerhalb weniger Sekunden zu Staub zerfielen.
Beelze und seine Freunde waren schockiert und rissen ihren Mund entsetzt auf. Es war sehr grausam, dies mitanzusehen.
„Dich wird das gleiche Schicksal ereilen wie diesen Nichtsnutzen“, erklärte der Dunkle Welche seinem verstoßenen Sohn. „Doch du bekommst die Ehre, vorher noch zusehen zu dürfen, wie ich die Erde erobere, damit du vor deinem Tod endlich einmal siehst, wie man so etwas richtig macht.“
Ilusio fühlte sich so, als ob ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Sein respektierter Vater hatte ihn verstoßen und ihm zudem den Tod angekündigt. Damit war alles für ihn vorbei und Tränen stiegen ihm in die Augen. Er hatte es vermasselt.

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