Dienstag, 5. August 2014

[Alien Fighter] Kapitel 22: Verliebt


„Diese Amulette sind großartig“, lobte Lektra voller Stolz.
„Trotzdem haben wir Lucius nicht aufhalten können“, erwiderte Soll Datt.
„Aber wir hatten sie beim Kampf gegen ihn gar nicht eingesetzt“, erklärte sie. „Dafür aber unser Meister und er konnte Lucius damit leicht außer Gefecht setzen.“
„Das ist allerdings wahr. Aber was willst du mir eigentlich sagen?“, wollte Soll Datt wissen.
Lektra legte eine bedeutungsvolle Pause ein, atmete tief ein und sprach:
„Endlich haben wir die geeigneten Waffen, um mit ihnen diese Knirpse zu besiegen.“
„Das heißt…“
„Ja“, unterbrach die böse Außerirdische ihren Mitstreiter, „wir greifen sie noch einmal an und diesmal werden wir erfolgreich sein.“

Währendessen befanden sich Jenny und Chiara bei Patrick zuhause. Sie warteten noch auf Mei und Damon, weil sie alle zusammen zum Lernen verabredet waren. Am nächsten Tag stand nämlich eine Geschichtsarbeit auf dem Stundenplan. Es war eine Vergleichsarbeit, weshalb der ganze Jahrgang den gleichen Test schreiben würde.
„Es ist total blöd, dass wir bei dem ganzen Kampf gegen die bösen Aliens uns nicht so gut auf die Schule konzentrieren konnten“, seufzte Chiara.
„Das stimmt allerdings“, stimmte Jenny ihr zu. „Aber sogar ich muss zugeben, dass es manchmal wichtigere Dinge als die Schule gibt.“
„Nichtsdestoweniger müssen wir morgen die Arbeit schreiben“, stöhnte Chiara noch einmal.
„Ich hole uns mal etwas zu trinken“, erklärte Patrick, stand auf und ging in die Küche. Chiara fand dies den richtigen Augenblick, um kurz über Liebesangelegenheiten zu sprechen:
„Wie sieht es eigentlich zwischen Damon und dir jetzt aus?“
„Ach“, entgegnete Jenny, „dafür war leider auch keine Zeit in den letzten Wochen.“
„Für Liebe muss es aber immer Zeit geben“, widersprach Chiara.
„So gern ich dir zustimmen würde, denke ich, dass der Kampf gegen Ilusio momentan viel wichtiger ist. Ihr müsst ihn aufhalten und besonders Damon muss sich auf seine Aufgabe konzentrieren.“
„Aber du magst ihn sehr?“, wollte das blonde Mädchen bestätigt wissen.
„Nach wie vor“, antwortete Jenny.
Sodann trat Patrick wieder ins Zimmer. Er hatte alles von draußen mitbekommen und daher entschuldigte er sich schüchtern:
„Es tut mir leid, aber ich habe gerade mitbekommen, worüber ihr gesprochen habt.“
Jenny errötete leicht, entgegnete aber:
„Das macht nichts, Patrick. Ich vertraue dir und du darfst ruhig davon wissen. Du bist ein guter Freund geworden.“
„Danke dir“, lächelte er erfreut. „Ich habe es sowieso schon geahnt. Ich habe es schon längst gespürt. Du weißt ja, Gefühle sind keine Geheimnisse für mich.“
Die drei Kids mussten lachen. Doch Patrick fuhr gleich fort:
„Und ich muss dir sagen, dass Damon wohl dieselben Gefühle für dich hegt. Das habe ich auch gespürt.“
„Wie bitte?“, wunderte sich Jenny.
„Wow!“, staunte Chiara.
„Ja, ich bin mir sicher, dass dich Damon auch sehr mag.“
Jenny errötete erneut und ein Leuchten des Glücks trat in ihre Augen. Ihr Herz machte sogar einen kleinen Sprung.
„Hast du das gehört?“, unterbrach Chiara ihren Anflug von Glückseligkeit. „Damon empfindet auch etwas für dich. Du musst unbedingt mit ihm sprechen.“
„Aber…“, stotterte nun das hübsche Menschenkind, „aber warum hat er denn nie etwas gesagt?“
„Wahrscheinlich aus den gleichen Gründen, warum du nie etwas gesagt hast“, versuchte Chiara zu erklären.
„Sie hat recht“, ergänzte Patrick. „Aber bevor es zu spät ist, solltet ihr beide über eure Gefühle reden.“
„Was meinst du denn damit, es könnte zu spät sein?“, wollte Chiara schockiert wissen.
„Patrick hat Recht, Chiara. Die Erde steht einer großen Gefahr gegenüber und wir wissen alle nicht, wie es enden wird. Daher müssen wir mit allen Eventualitäten rechnen.“
Patrick nickte und Jenny wusste, was dies für sie bedeutete. Sie müsste so schnell wie möglich mit Damon reden.
„Heute Abend nach dem Lernen werde ich es auf dem Heimweg mit Damon ansprechen“, beschloss Jenny.
„Das ist eine sehr gute Idee“, pflichteten ihr ihre Freunde bei.

Den ganzen Nachmittag bereiteten sich die Kids auf die bevorstehende Klassenarbeit vor. Jennys Konzentration war nicht vollständig da, weil sie mit dem Kopf ständig bei dem Gespräch war, welches sie später mit Damon führen wollte. Die anderen bemerkten es zwar, führten es aber auf die Umstände zurück, in denen sie sich gerade befanden.
Auf dem Nachhauseweg stieg Jennys Aufregung an. Sie wusste einfach nicht, wie sie das Gespräch beginnen sollte. Schweigend liefen sie und Damon nebeneinander her. Erst jetzt bemerkte Damon, dass irgendetwas nicht mit seiner Freundin stimmte.
„Was ist los mit dir?“, wollte er wissen. Seine ruhige Stimme sollte Vertrauen er-wecken und er erhoffte sich dadurch, die Wahrheit von ihr zu erfahren.
Jenny druckste herum, bis sie endlich eine Antwort fand:
„Ich glaube, ich habe den Stoff für die morgige Geschichtsarbeit noch nicht wirklich drauf.“
„Darüber machst du dir Sorgen?“, fragte der schwarzhaarige Junge verwirrt. „Das brauchst du doch nicht. Du bist das klügste Mädchen, was ich kenne. Und selbst wenn du morgen nicht die beste Note schreibst, wird es insgesamt deine Note in Geschichte nicht sonderlich beeinflussen. Sonst schreibst du auch immer eine Eins. Ein kleiner Ausrutscher darf sich jeder leisten. Unser Lehrer wird dir deshalb keine schlechte Note ins Zeugnis schreiben.“
Jenny errötete und freute sich über die lieben Worte ihres Freundes. Er wusste genau das Richtige zu sagen und das bestärkte sie noch mehr in ihren Gefühlen. Manchmal war Damon ein wenig forsch und ungestüm, aber er hatte ein reines Herz und das zählte.
Das Mädchen nahm all ihren Mut zusammen und begann nun, das eigentliche Thema anzureißen, über das sie mit Damon sprechen wollte:
„Ich muss dir etwas sagen“, begann sie bedeutungsvoll, sodass der Junge stehen blieb und gespannt aufhorchte. Ihr Herz klopfte stark und sie fühlte die Schmetterlinge, die in ihrem Bauch umher flogen. Doch nun gab es kein Weg mehr zurück. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, an dem sie ihm ihre Gefühle gestehen wollte. Sie dachte daran, was ihr Patrick erzählt hatte und versuchte sich im Kopf stärker einzureden, dass er die Wahrheit gesprochen hatte und Damon dieselben Gefühle für sie hegte wie sie für ihn.
Gerade als sie zu sprechen beginnen wollte, unterbrach eine schrille Stimme die beiden:
„Hallo, Knirps vom Planeten Capra!“
Damon und Jenny drehten sich um und sahen in die Gesichter von Lektra und Soll Datt.
„Ihr beiden hier?“, erschrak Damon. „Was wollt ihr von uns?“
„Heute ist dein Ende gekommen“, sprach Soll Datt mit seiner blechernen Stimme.
Sofort trat Damon beschützend vor seine Freundin und rief seine Verwandlungsformel:
„Capra, Alien Form!“
Sofort wuchsen ihm spitze Hörner aus dem Kopf und seine Haut nahm eine rote Farbe an. Er drehte sich noch einmal zu Jenny um und riet ihr:
„Versteck dich schnell! Los!“
Das Mädchen zögerte nicht lange und rannte hinter einen Baum. Vorsichtig guckte sie dahinter hervor, um mit anzusehen, was passieren würde.
„Ihr lernt es wohl nie“, spottete Beelze selbstsicher und kramte sein Feuerzeug aus seiner Hosentasche. „Wie oft soll ich euch noch in die Luft jagen, bis ihr es lernt?“
„Diesmal wird unser Kampf anders ausgehen, Knirps“, entgegnete Lektra schrill. „Heute werden wir als die Sieger des Kampfes hervorgehen.“
„Was macht euch da so sicher?“, wollte der gehörnte Außerirdische von seinen Gegnern wissen und lächelte dabei hämisch.
„Das wirst du gleich sehen“, antwortete ihm Lektra, „oder besser gesagt, du wirst es spüren.“ Mit diesem Satz sprinteten die beiden bösen Aliens auf Beelze los. Dieser feuerte sofort einen Feuerball auf die beiden. Soll Datt reagierte und stellte sich mit seiner schützenden Rüstung vor seine Gefährtin, womit er den Feuerball abfangen konnte.
Keine Sekunde später tauchte Lektra wieder hinter ihrem blauen Ritter auf und schoss ihren ersten Energiestrahl auf Beelze. Vor Schreck erstarrt, ließ der rote Alienjunge den Strahl auf sich zukommen, wurde getroffen und einige Meter nach hinten geschleudert. Jenny schrie laut los, als sie das sah.
„Ahr“, stöhnte der Junge vom Planeten Capra, als er sich wieder aufrichtete. „Was war das?“
Lektra lachte laut los, während Soll Datt erklärte:
„Das sind unsere neuen Waffen. Sehr beeindruckend, nicht wahr?“
Nun sah auch Beelze, welche Amulette die beiden trugen. Stirnrunzelnd betrachtete er sie und war verwundert über die Macht von ihnen. Jedoch blieb ihm keine Zeit, weiter darüber nachzudenken, denn Soll Datt ging nun erneut in einen Angriff über. Auch er schleuderte einen Energiestrahl auf Beelze ab.
„Beelze“, schrie Jenny angsterfüllt.
In letzter Sekunde konnte der Junge zur Seite springen, bevor ihn der Strahl traf. Doch ihm blieb keine Verschnaufpause, denn Lektra griff auch gleich wieder an. Diesmal wurde Beelze ein weiteres Mal getroffen und wieder einige Meter zurück geworfen. Jenny wollte ihm zu Hilfe eilen, doch ihr Freund schrie sie an:
„Bleib, wo du bist! Ich schaffe das schon.“
Diesmal dauerte es eine Weile, bis er sich wieder aufrichten konnte. Soll Datt und Lektra blickten den Jungen überheblich an. Sie waren sich absolut siegessicher und warteten, dass er wieder auf den Beinen stand, bevor sie ihn wieder zu Fall bringen wollten. Beelzes ganzer Körper war schon mit Schrammen übersäht. Doch sein Wille war stark und so stand er schließlich wieder aufrecht seinen Gegnern gegenüber und entzündete eine weitere Flamme, die er auf die beiden warf.
Diesmal sprangen die beiden bösen Aliens zur Seite und schossen gleichzeitig einen hellen Energiestrahl auf Beelze.
Nicht nur der Junge von dem Planeten Capra schrie lauthals los, als er getroffen wurde, sondern auch Jenny, dich noch immer hinter dem Baum stand und Tränen in den Augen hatte.
Doch Beelze war nicht leicht unterzukriegen. Schon regte er sich wieder und versuchte aufzustehen. Jenny verzweifelte bei dem Anblick und die Tränen kullerten ihr wie ein Wasserfall die Wangen hinunter. Lektra hatte ein fieses Grinsen im Gesicht. Augenscheinlich fühlte sie sich in ihrer Rolle sehr gut. Sie streichelte über ihr Amulett und deutete damit an, dass sie sogleich einen erneuten Angriff starten werde.
Doch plötzlich rammte sie etwas von hinten und sie stürzte zu Boden. Soll Datt ging es nicht besser. Beide waren überrascht von dem unerwarteten Angriff.
„Was ist los?“, stöhnte die böse Außerirdische.
„Du hast die Rechnung ohne uns gemacht“, erklang eine weibliche Stimme. Jenny schaute hinter dem Baum hervor, um selbst zu erfahren, wessen Stimme sie da hörte.
Da blickte sie in die Augen ihrer Freundin Mei in ihrer Form als Alien vom Planeten Akuo. Auch Pix und Empat waren dabei. Zusammen rammten sie die beiden Fieslinge zu Boden.
„Vielen Dank für die SMS!“, rief Pix Jenny zu und zwinkerte dabei.
Doch der kurze Moment der Freude wurde sofort wieder beendet. Soll Datt und Lektra schossen ihre Strahlen diesmal auf die drei anderen Alienkinder, die sodann selbst zu Boden flogen.
„Nein!“, schrie Jenny, als sie das mit ansehen musste.
„Mir reicht es“, sprach Lektra wütend, als sie sich wieder aufrichtete. „Ich habe diese Spielchen satt und werde das Ganze nun beenden.“ Sie schleuderte erneut einen Energiestrahl auf Pix, Audia und Empat, die erneut aufschrieen vor Schmerz.
„Soll Datt, halte die drei nun in Schach. Solange kümmere ich mich um unseren roten Freund. Sein Ende soll das erste sein und dann sind die anderen dran.“ Die fiese Alienfrau drehte sich um und marschierte siegessicher auf Beelze zu.
„Nein!“, rief Jenny verängstigt. „Beelze!“ Sie lief auf ihren Freund zu und stellte sich mit ausgebreiteten Armen vor ihn. „Lass ihn in Frieden!“
Ohne zu zögern, setzte Lektra ein weiteres Mal ihr Amulett ein und zielte diesmal auf Jenny, die zurück zum Baum geworfen wurde.
„Jenny!“, schrie Beelze. Sie hatte ihn beschützen wollen, obwohl sie lediglich ein ganz normaler Mensch war und er derjenige mit den Superkräften. Dieses Mal war Lektra zu weit gegangen. Beelze spürte, wie eine Wut in ihm aufstieg, die ihm neue Kraft zu verleihen schien. Sogleich konnte er sich wieder aufrichten, aber seine Gegnerin blieb davon unbeeindruckt und wollte gerade wieder einen Angriff starten. Doch dann ging alles blitzschnell. Beelze warf sich auf Lektra, stürzte sie zu Boden und schlug mit den Fäusten auf sie ein. Sie schrie auf vor Schmerz und setzte ihr Amulett ein, doch da war der Alienjunge schon von ihr herunter gesprungen, sodass der Schuss ins Leere ging. Stattdessen feuerte er einen Flammenstrahl auf Lektra. Ihr schrilles Schreien hallte durch die Dunkelheit, die mittlerweile angebrochen war.
Soll Datt drehte sich um, um zu sehen, was mit seiner Gefährtin los war. In dieser unwachsamen Sekunde trat Audia gegen seinen Bauch und konnte ihn von sich stoßen. Unterstützend richtete Beelze seinen Flammenstrahl nun auch auf Soll Datt, der sich nun ebenso am Boden krümmte.
Jenny, die sich langsam wieder stützend an dem Baum aufrichtete, sah das Ganze mit an und freute sich. Sie feuerte ihren Freund an:
„Beelze! Das machst du super! Weiter so! Du bist mein Held!“
Bei diesen Worten drehte sich Beelze um blickte in die schönen Augen seiner Freundin, die mehr als tausend Worte sprachen. Sofort stieg ein riesiges Glücksgefühl in ihm auf, das ihm noch mehr Macht verlieh. Einen letzten Strahl schoss er auf die beiden Fieslinge ab.
Schmerzerfüllt schrieen Lektra und Soll Datt ein letztes Mal, bevor das Feuer erlosch. Empat, Pix und Audia liefen sofort zu ihren beiden Freunden und stützten sie. Mit gemeinsamen Kräften stützten sie sich und liefen davon. Die beiden Bösewichte ließen sie dabei zurück.
Ohnmächtig blieben Lektra und Soll Datt auf dem Boden liegen, bis einige Zeit später Ilusio erschien und sie abholte.

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