Dienstag, 8. Juli 2014

[Alien Fighter] Kapitel 18: Rückholaktion


Nachdem Lucius auch eine menschliche Gestalt angenommen hatte, so wie Damon und seine Freunde, konnte er sich im Hotel einquartieren, in dem Chiaras Vater der Geschäftsführer war. Sie erzählte ihrem Vater einfach, dass Lucius Damons Onkel wäre, der zu Besuch da ist und daher eine Unterkunft bräuchte. So war das alles kein Problem.
Zu einer erneuten Krisensitzung trafen sich nun die Kids, Heildies und Lucius in seinem Hotelzimmer. Auch Claude war eingeladen worden und dieser kam sogar, weil er unbedingt wissen wollte, was es nun mit dem Artefakt auf sich hatte.
Doch bevor Lucius mit seinen Erklärungen begann, äußerte er zuerst einmal eine Lobeshymne auf die Kinder:
„Ich bin sehr stolz auf euch, das könnt ihr euch nicht vorstellen“, sprach er mit einem ehrlichen Lächeln. „Ihr habt euch super entwickelt und zudem habt ihr euch auch im Kampf gegen Ilusio und seine Schergen bewiesen. Das war gar nicht von euch zu erwarten und ich wollte auch nicht, dass dies mit euch geschieht. Das tut mir sehr leid…“
„Das ist schon in Ordnung“, unterbrach Damon ihn kurz. „Es ist nun mal so gekommen und ändern kann man es sowieso nicht.“
„Ja, da hast du Recht, mein Sohn. Vielleicht war es so vorhergesehen. Davon kannst du ja ein Lied singen, Claude.“ Der blonde Junge nickte lediglich kurz uninteressiert. „Aber auch ihr anderen. Ihr stammt von unterschiedlichen Planeten und habt alle eure gewissen Eigenschaften und Fähigkeiten, die ihr anscheinend schon sehr gut beherrscht. Dieses Zusammenspiel könnte die Welt retten und deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass es vorherbestimmt war, dass eure Eltern euch mir mitgaben, um euch zu retten. Denn die Rettung eurer Leben bedeutet höchstwahrscheinlich die Rettung der Welt oder sogar des ganzen Universums.“

„Das hast du schön gesagt“, entgegnete Heildies ergriffen. Und auch die Kinder sahen sich gegenseitig mit Stolz und Zuversicht an. Nur Claude ließ sich nicht beeindrucken:
„Alles schön und gut. Aber könntest du zum Punkt kommen? Was ist mit diesem Kristall?“, drängelte er.
„Ja, auch der Kristall zeigt mir, dass meine Vermutungen richtig sind.“ Nun schauten sich alle verwundert an und waren besonders neugierig, was sie wohl jetzt hören würden. Lucius sprach weiter:
„Der Sternenkristall ist ein uraltes Artefakt, welches vor Tausenden von Jahren von sieben Magiern unserer Galaxie geschaffen wurde.“
„Magier?“, hakte Mei skeptisch nach.
„Richtig. Sie waren besonders weise und starke Bewohner der Winkelgalaxie. Ihr kennt ja eure Fähigkeiten“, erklärte Lucius mit ruhiger Stimme und fuhr fort, indem er jeden einzelnen der Alienkinder anschaute: „Patrick, als Empat besitzt du die Fähigkeit die Gefühle anderer zu spüren.“ Patrick nickte. „Chiara, als Pix besitzt du Flügel, mit denen du pfeilschnell durch die Lüfte sausen kannst.“
„Richtig“, erwiderte sie.
„Claude, als Triclops hast du das dritte Auge, durch das du Dinge sehen kannst, die anderen verborgen bleiben.“ Claude antwortete nicht.
„Mei, als Audia bist du mit besonderen Ohren geboren worden, mit denen du leiseste Geräusche wahrnehmen kannst.“ Sie bejahte es.
„Und du, mein Sohn, Damon, als Beelze macht dir die Hitze von Feuer nicht im Geringsten etwas aus, sodass du Flammen sogar als Waffe einsetzen kannst.“
„Das ist wahr“, stimmte auch Damon zu.
„Und die uralten Magier hatten dieselben Fähigkeiten, nur um ein vielfaches gesteigert. Deshalb wurden sie als Magier bezeichnet.
„Das heißt, die sieben Magier kamen von denselben Planeten, von denen wir herstammen?“, versicherte sich Mei.
„Genau, fünf von ihnen kamen wie ihr von den Planeten Capra, Akuo, Ajna, Petalouda und Sensor. Ein weiterer kam vom Planeten Finster, woher auch Ilusio und der Dunkle Welche herstammen.“
„Wie bitte?“, reagierte Damon schockiert.
„Rege dich nicht auf, Damon“, beschwichtigte Jenny ihren Freund. „Hier auf der Erde gibt es auch gute und böse Menschen. Ich denke, auf dem Planeten Finster wird es nicht anders gewesen sein.“
„Jenny liegt vollkommen richtig“, stimmte Lucius zu. „Finster ist ein Planet, auf dem eigentlich nur Schatten herrscht, weil er genau dieselbe Umlaufbahn hat wie Capra. Und Capra liegt zwischen unserer Sonne und Finster, sodass Finster niemals Licht von der Sonne abbekommt. Nichtsdestoweniger waren die Menschen auf Finster nicht alle böse Wesen. Sie arrangierten sich mit ihrem Schicksal und lebten damit in Frieden, bis der Dunkle Welche machthungrig wurde und beschloss, sich die ganze Welt zu unterwerfen.“
„Okay“, bestätigte Damon sodann, „das habe ich jetzt verstanden.“
„Nun gut, jetzt zurück zur Entstehung des Artefakts. Sechs Magier kamen also von den euch nun bekannten Planeten. Ein Magier kam jedoch nicht aus unserer Galaxie und wir wissen bis heute nicht, von welchem Planeten dieser Magier stammte. Aber diese sieben Weisen schlossen sich zusammen und setzen ihre ganze Kraft ein, der den Sternenkristall erschaffen ließ. Und diesen Sternenkristall seht ihr nun hier.“ Lucius holte den sternförmigen Kristall hervor, der in allen Farben schimmerte und funkelte. Die Kinder waren zutiefst beeindruckt und konnten kaum ihre Augen von ihm lassen. Sie bestaunten den Kristall weiterhin, als Lucius mit seinen Erzählungen fortfuhr:
„Dieses Artefakt wurde als Symbol der Allmacht der Winkelgalaxie erschaffen und ist die mächtigste Waffe, die das Universum je hervor gebracht hat. Wer dessen Macht einsetzt, kann alles und jeden vernichten und ist somit das mächtigste Wesen auf der Welt.“
„Irgendwie denke ich, daran ist noch ein Haken“, vermutete Claude. „Oder warum hast du die Macht noch nie gegen den Dunklen Welchen eingesetzt, wenn sie doch so stark ist?“
„Du hast eine sehr gute Auffassungsgabe, Claude“, lobte ihn der Bewohner des Planeten Capra. „Die fünf Magier sorgten natürlich dafür, dass nicht jeder die Macht des Kristalls freisetzen konnte. Und bis heute sind nur diese Sieben bekannt, die dazu in der Lage waren, den Kristall zu verwenden. Nach ihrem Ableben wurde der Kristall im Schloss der Hauptstadt von Capra in sicherer Verwahrung gehalten. Er befand sich in einem Safe, den man nur mit sechs Schlössern öffnen konnte, den die Herrscher der einzelnen Planeten besaßen. Irgendwann kam der Dunkle Welche an die Macht des Planeten Finster und so auch an den ersten Schlüssel. Mit Gewalt holte er sich dann nacheinander die anderen Schlüssel, doch zum Glück war ich zur Stelle, als er den Safe öffnete. Ich konnte mir das Artefakt schnappen und bin mit ihm entkommen, wie ihr ja wisst.“
„Und nun will sich der Dunkle Welche den Kristall wiederholen. Aber was ist, wenn er ihn gar nicht einsetzen kann?“, wollte Chiara wissen.
„Daran denkt er gar nicht. Er ist so besessen von Macht, dass er der vollsten Überzeugung ist, dass er den Kristall für sich missbrauchen kann. Ich für meine Dinge, will gar nicht herausfinden, ob er ihn nun einsetzen kann oder nicht. Und davon abgesehen ist jede Chance vertan, dass wir die richtige Person finden, die ihn vielleicht gegen den Dunklen Welchen einsetzen kann.“
„Stimmt“, fügte Jenny hinzu, „vielleicht will er den Kristall auch nur haben, weil er Angst hat, dass ihn sonst irgendwann jemand gegen ihn verwendet.“
„Das kann es natürlich auch sein“, stimmte Lucius zu. „Wie dem auch sei, wir müssen den Sternenkristall gemeinsam beschützen. Nur so haben wir eventuell eine Chance.“
„Und wie schaut der Plan nun aus?“, fragte Mei.
„Zunächst einmal gehen wir was essen“, schlug Damon vor. „Ich habe großen Hunger. Danach sehen wir weiter.“
„Der Vorschlag gefällt mir“, stimmte Heildies zu.
„So lange kannst du den Kristall im Zimmersafe lassen, Lucius“, entgegnete ihm Chiara. „Da kannst du ihn einschließen und da wird ihn auch keiner so schnell finden. Mein Vater garantiert für die Sicherheit.“ Sie lächelte Damons leiblichen Vater vertrauensvoll an, sodass er ihren Vorschlag nicht ablehnen konnte. Er nahm den Kristall und sperrte ihn in dem kleinen Zimmersafe ein, der mit einem Zahlenschloss gesichert war. Danach marschierten sie alle los, um irgendwo zusammen etwas essen zu gehen. Claude wollte sich der Gruppe natürlich nicht anschließen und deshalb verließ er sie und ging seinen eigenen Weg.

Als alle aus dem Zimmer verschwunden waren, kam ein kleines leuchtendes Wesen hinter den Gardinen des Fensters hervor. Die Gruppe hatte nicht bemerkt, dass sie Heildas die ganze Zeit belauscht hatte. Schelmisch grinste das das kleine Heilmed in Richtung des Zimmersafes und erinnerte sich an das, was an diesem Morgen im Raumschiff seines Herrn geschehen war:
Ilusio war natürlich immer noch sehr erregt darüber, was vorgefallen war. Vor allem ärgerte er sich darüber, dass das Artefakt in den Händen seiner Gegner war. Und seinen Frust ließ er natürlich an seinen Untergebenen aus. Er befahl daraufhin Lektra, Soll Datt, Hypnosa und Heildas, sich auf die Suche nach dem Kristall zu machen. Nur derjenige, der ihm diesen aushändigte, dürfte weiterleben. Die anderen mussten als Strafe ihr Leben dafür lassen. Entsetzt machten sich alle vier auf dem Weg zur Erde, um ihren Befehl auszuführen.
Aber nur Heildas war in der Lage, sich unbemerkt ins Zimmer von Lucius zu schleichen und das ganze Gespräch mit anzuhören. Erst befürchtete es, dass es vielleicht entdeckt werden würde. Schließlich konnte nichts den Ohren von Audia, den Augen von Triclops oder den Sinnen von Empat entgehen. Aber diese waren anscheinend so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass Heildas verborgen blieb. Audias Ohren und Triclops Augen waren ja die ganze Zeit auf Lucius gerichtet. Und die Aufregung aller Beteiligten brachte Empats Gefühlsbarometer wahrscheinlich sowieso durcheinander.
„Hach“, freute sich Heildas. Es war so froh, dass das alles noch unerfahrene Kinder waren und es nun so an sein Ziel kam. Es hatte sich sogar den Code gemerkt, den Lucius in das Zahlenschloss des Safes eingegeben hatte, sodass es ihn mit Leichtigkeit öffnen konnte. Zwar war der Kristall ebenso so groß, wie Heildas selbst, aber es war kräftig genug, um ihn zu tragen. Und so schleppte es ihn nach draußen ins Freie und freute sich darüber, ihn Ilusio bringen zu können.

Als Heildas nach draußen flog, tauchte plötzlich ein höllischer Lärm am Himmel auf. Heildas blickte sich um und erkannte einen Hubschrauber. Und dieser steuerte direkt auf ihn zu.
Das kleine Heilmed war total perplex und reagierte erst gar nicht. Dann erkannte es, dass neben dem Mann, der den Hubschrauber steuerte, Hypnosa saß. Ihre Augen leuchteten auf und bevor Heildas reagieren konnte, war es wie paralysiert. Hypnosa hatte erst ihre Fähigkeiten eingesetzt, um den Piloten des Helikopters zu hypnotisieren und schließlich hatte sie auf diese Weise auch noch Heildas in ihre Gewalt gebracht.
Wie ferngesteuert flog das feenartige Wesen auf den Helikopter zu und war nun direkt an der Seitentür von Hypnosa. Obwohl es sehr gefährlich war, öffnete sie die Seitentür und ließ sich von dem kleinen Wesen den Sternenkristall übergeben. Dann schloss sie den Hubschrauber wieder und befahl mit vollster Konzentration ihrem kleinen Kollegen, direkt in die Rotorblätter des Helikopters zu fliegen. Und damit war das Ende des Heilmeds beschlossen.

Freudig ließ sich Hypnosa mit dem Artefakt wieder zur Erde bringen, wo sie aus dem Hubschrauber stieg. Doch sie wurde auf dem Landeplatz auch schon von zwei Bekannten in Empfang genommen.
Lektra und Soll Datt bauten sich vor ihr auf. Sie beide beschlossen zusammenzuarbeiten, da sie als Team bessere Chancen hatten, an den Kristall zu kommen. Sie waren sehr erfreut, dass ihnen Hypnosa schon die halbe Arbeit abgenommen und das Artefakt besorgt hatte.
„Was wollt ihr von mir?“, blaffte die außerirdische Dame ihre beiden Kollegen an.
„Du weiß ganz genau, was wir wollen“, grinste Lektra mit einem verräterischen Blick.
Gerade setzte Hypnosa dazu an, erneut ihre hypnotisierenden Blick einzusetzen, als Lektra schon eine ihrer Minibomben zückte und nach Hypnoda warf. Mit einem lauten Knall wurde die Außerirdische nach hinten geschleudert und dabei glitt ihr der Sternenkristall aus der Hand. Sofort hechtete Soll Datt nach dem Artefakt und ergriff es. Danach stürzte er auf Hypnosa und schnürte ihr die Kehle ab. Mit letzter Kraft versuchte sie ihren Gegenüber erneut zu hypnotisieren, doch da tauchte auch Lektra wieder über ihr auf und verdeckte mit ihren Händen Hypnosas Augen, sodass sie keinen Schaden mehr anrichten konnten.
Nach wenigen Minuten bewegte sich Hypnosas Körper nicht mehr. Lektra und Soll Datt hatten gemeinsam triumphiert. Nun besaßen sie den Sternenkristall und machten sich gemeinsam auf den Weg zu Ilusio.

Im Raumschiff angekommen überreichten sie ihrem Herrn das Artefakt. Ehrfürchtig nahm Ilusio es an sich. Er betrachtete es von allen Seiten und war hocherfreut. Die ganzen alten Fehler, die seine beiden Untergebenen in letzter Zeit begangen hatten, waren vergessen:
„Sehr gut, ihr beiden. Ihr habt es tatsächlich geschafft. Ich wusste gleich, warum ich euch zu meinem ersten und zweiten Offizier gemacht habe. Ihr könnt wirklich stolz auf euch sein.“
Freudig schauten sich Lektra und Soll Datt gegenseitig an. Sie hatten es sogar so weit gebracht, dass nicht nur einer von ihnen beiden weiter für Ilusio arbeiten durfte und somit auch am Leben blieb, sondern durch ihre Zusammenarbeit hatten sie es beide geschafft.
„Mein Vater wird auch sehr erfreut sein“, sprach Ilusio weiter. „Er ist nämlich auf dem Weg hierher und wird den Kristall persönlich von seinem Sohn in Empfang nehmen.“
Lektra und Soll Datt erschraken. Der fürchterliche und unbarmherzige Dunkle Welche war auf dem Weg zur Erde. Obwohl sie nun wahrscheinlich in seiner Gunst standen, hatten sie großen Respekt vor demjenigen, der sich so viele Planeten unterwarf und als mächtigstes Wesen im Universum galt. Mit dem Artefakt in seinen Händen würde er wohl unbesiegbar werden und noch größeren Schrecken verbreiten. Das machte sogar ihnen beiden ein wenig Angst und Bange.
Aber Ilusio freute sich auf seinen Vater und die Schreckensherrschaft, die er einläutete. Vor allem würde das nun auch die Unterwerfung der Erde bedeuten.
Allerdings kam ihm dann doch eine Kleinigkeit in den Sinn, welches ihn innerlich ärgerte. Er hatte es noch nicht geschafft, Lucius, Beelze und die anderen Alienkinder zu besiegen. Darauf würde sein Vater sicherlich nicht besonders stolz sein. Daher beschloss er auch noch das zu vollenden, bevor sein Vater ankommen würde. Er wollte sich dieser Schande nicht aussetzen, was ihn ziemlich beschämen würde. Daher war diese Sache nun auch beschlossen.

Als Lucius am Abend bei der Rückkehr ins Hotelzimmer zurückkehrte, entdeckte er sofort den Verlust des Kristalls. Er war zutiefst bestürzt und alarmierte sofort die Kinder.
„Das ist nur meine Schuld“, jammerte Chiara. „Wegen meiner Idee, den Kristall in den Safe zu sperren, ist er doch in die Hände dieser Halunken geraten.
„Mach dir darüber jetzt keine Sorgen mehr“, versuchte sie Jenny aufzumuntern. „Jetzt ist es nun mal passiert und wir können es nicht ändern.“
„Genau“, stimmte ihr Lucius zu, „Vorwürde bringen an dieser Stelle nichts.“
„Jetzt dürfen wir lediglich darauf hoffen, dass sie die Macht von dem Sternenkristall nicht einsetzen können“, sagte Damon und alle stimmten ihm resigniert zu.

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