Dienstag, 24. Juni 2014

[Alien Fighter] Kapitel 17: Quer durch die Höhle


„Das Schiff ist jetzt unter unserer Kontrolle“, jubelte Beelze. Sie hatten Heildas unter ein Glas gesteckt und das Kommando übernommen.
„Und was nun?“, wollte Audia wissen.
„Es ist seltsam, aber ich kann genau sehen, welcher Schalter für was gut ist“, erklärte Triclops. „Ich kann euch zur Stelle teleportieren, wohin Ilusio und Soll Datt gebracht wurden.“
„Deine seherischen Fähigkeiten sind ja praktisch“, lobte ihn Pix.
„Gut, dann bring uns auch dahin. Wir holen uns das Artefakt“, sprach Beelze.
„Ich bleib bei Triclops“, fügte Empat hinzu. „Wir beide müssen noch Hypnosa und Lek-tra fesseln, damit sie uns nicht in die Quere kommen.“
„Das ist eine gute Idee“, bestätigte Beelze. „Dann werde ich mit Audia und Pix alleine nach unten gehen. Wir schaffen das schon.“
Einige Augenblicke später befanden sich die drei auch schon vor dem Eingang der Good-Luck-Höhle. Zusammen begaben sie sich auf den Weg zur Sarawak-Kammer. Da es stockfinster war, entzündete Beelze eine Flamme, die ihnen auf dem Weg etwas Licht spendete. Alle drei waren sehr aufgeregt, denn sie hatten noch nie zuvor eine derartige Höhle betreten.
Währendessen kämpfte Lucius noch immer gegen Ilusio und Soll Datt. Ilusio versuchte seinen Gegner mit Illusionen zu täuschen und erschuf Kopien von sich selbst. Doch auch Lucius war nicht ohne und setzte seine Flammen ein, um die Trugbilder verschwinden zu lassen.
Schließlich löste sich Ilusio aus dem Kampf und ließ Soll Datt alleine gegen Lucius kämpfen. Derweil kümmerte er sich um den Felsen, in dem sich das Artefakt befinden sollte. Er holte eine kleine Kugel aus seinem Gewand, welches den Bomben von Lektra ähnelte und feuerte sie gegen den riesigen Stein. Sofort gab es eine laute Explosion und ein kleiner sternförmiger Kristall kam zum Vorschein. Er leuchtete prächtig in allen erdenklichen Farben und strahlte zugleich eine ungemeine Kraft aus.
Das ist das Artefakt.
„Nein!“, schrei Lucius los und befreite sich aus den Klammern von Soll Datt, der versuchte, ihn festzuhalten. Er rannte auf das Artefakt zu und gerade als Ilusio es in die Hand nehmen wollte, trat er den Kristall fort. Er flog mit hohem Bogen in den Abgrund, der sich hinter dem Felsen befand.
„Was hast du getan?“, beschwerte sich der Sohn des Dunklen Welchen.
„Ich werde es nicht zulassen, dass es in deine Hände gerät“, gab Lucius entschlossen zurück.

„Da war eben was“, äußerte Audia, während sie stehen blieb.
„Was ist los?“, wollten Beelze und Pix wissen.
„Da war eine Explosion. Sie war ziemlich weit entfernt, weswegen ihr sie wahrscheinlich nicht gehört habt. Bestimmt stecken Soll Datt und Ilusio dahinter. Wir müssen dahin.“ Beelze nickte ihr zustimmend zu und sofort rannten sie los. Sie hofften, dass es noch nicht zu spät war und Ilusio das Artefakt gefunden hatte.
„Leute, ich bin im Fliegen schneller als ihr. Deshalb werde ich vorauseilen, wenn ihr nichts dagegen habt“, meinte Pix und ihre Freunde hatten natürlich nichts dagegen. Sie waren sogar froh, dass jemand voraus ging und das Schlimmste eventuell noch verhindern konnte. Beelze reichte ihr einen großen, breiten Ast, dessen Spitze er vorher anzündete, damit es dem außerirdischen Mädchen vom Planeten Petalouda als Fackel dienen konnte. Mit hohem Tempo flog Pix sodann davon.

Ilusio war außer sich vor Wut und ging erneut auf Lucius los. Wieder kam es zum Kampf, wobei Soll Datt sich erst einmal heraus hielt. Er überlegte kurz und schaute sich in der großen Höhlenkammer um. Er entdeckte einen großen Stein. Diesen hob er auf, um ihn nun als Waffe gegen Lucius einsetzen zu können. Er mischte sich wieder in den Kampf und schlug mit dem Stein auf Lucius ein.
Wehklagend und voller Schmerz brach er zusammen. Aber Soll Datt ließ nicht von ihm ab und schlug weiter auf ihn ein, was seinen Meister sehr erfreute. Laut lachend stellte er sich neben dem ehemaligen Bewohner von Capra und freute sich über sein Leid.
„Ja“, befahl er Soll Datt, „mach weiter! Mach ihn endgültig fertig, damit er uns nie wieder in die Quere kommt.“ Lucius stöhnte vor Schmerzen. Er wusste sich nicht mehr zu helfen und wartete bereits auf sein Ende.
Doch plötzlich stürzte sich etwas von der Seite auf Soll Datt und warf ihn zur Seite. Mit der Fackel in der Hand holte Pix weit aus und prügelte auf Soll Datt ein.
„Du?“, wunderte sich Ilusio. „Wie kommst du hierher?“
„Ha!“, antworte Pix überlegen. „So leicht lassen wir uns nicht von dir besiegen, Ilusio.“
Lucius versuchte seine Augen zu öffnen und zu sehen, was geschehen war und wem diese Stimme gehörte. Verschwommen sah er lediglich eine Gestalt mit Flügeln, die sich vor ihm aufgebäumt hatte. Doch es war zu anstrengend, die Augen offen zu halten.
„Steh wieder auf, Soll Datt“, befahl Ilusio seinem Untergebenen, „und greif sie an!“
Sofort richtete er sich auf und stürzte sich auf das geflügelte Mädchen, doch bevor er sie zu fassen bekam, flog sie in die Lüfte und versetzte ihm gezielt einen Tritt ins Gesicht, sodass er erneut schwankend zu Boden fiel.
Ilusio überlegte nicht lang und konzentrierte sich. Mit all seiner Kraft ließ er einen riesigen roten Drachen erscheinen, der züngelnd Feuer spie. Pix war total überrascht und schreckte zurück. Sie rechnete in dem Augenblick nicht mit einem Trugbild von Ilusio und nahm sogar an, ein echter Drache erschiene vor ihr. Verängstigt versuchte sie den kräftigen Zähnen des Drachen, der nach ihr schnappte, auszuweichen. Auch als der Drache Feuer spukte, flog Pix große Kreise in der Höhlenkammer, um den Flammen auszuweichen.
Nach einigen Minuten erreichten auch endlich Audia und Beelze die Kammer. Sie sahen, wie Audia versuchte, in einem Kampf gegen einen riesigen Drachen zu bestehen. Entsetzt hielten sie beide ihre Hände vor den Mund und rissen ihre Augen ungläubig auf. Doch dann bemerkte Audia den Sohn des Dunklen Welchen, der sich konzentriert die Hände an die Schläfen hielt. Da wusste sie, dass der Drache lediglich ein Trugbild von Ilusio war. Schnell rannte sie auf das böse Alien zu, sprang in die Luft und stürzte ihn mit einem gekonnten Tritt mit beiden Füßen zu Boden. Sofort löste sich der Drache in Luft auf und Pix schaute irritiert umher, bis sie Beelze entdeckte und auf ihn zuflog.
„Zum Glück ist dir nichts passiert“, freute sich Beelze und umarmte seine Freundin.
„Schon in Ordnung“, erwiderte Pix schnell. „Schau lieber mal da rüber. Da ist ein Mann, der die gleiche Hautfarbe hat wie du. Und auch Hörner auf dem Kopf.“ Ohne zu zögern schaute Beelze in die Richtung, in die Pix zeigte und sah diesen Herrn wirklich auf dem Boden liegend. Er konnte es nicht fassen.
Das muss mein Vater sein!
Sofort rannte er auf Lucius zu und kniete sich neben ihn hin.
„Hallo! Hörst du mich“, rief er verzweifelt. Er hatte große Angst, dass sein Vater getötet worden ist. Jetzt, wo er ihn zum ersten Mal sah, wollte er ihn auch kennen lernen und nicht sofort begraben müssen.
Keuchend öffnete Lucius leicht die Augen und sah ein weiteres verschwommenes Bild vor ihm.
„Wer… wer bist du?“, stöhnte er.
„Ich bin Beelze und ich glaube, ich bin dein Sohn.“
„Beelze… Mein Sohn! Ja!“, brachte er angestrengt hervor, aber der außerirdische Junge sah, wie sich ein Lächeln auf den Lippen seines Vaters bildete.
Ilusio und Soll Datt nutzten die Unaufmerksamkeit der drei Alienkinder, um schnell zu verschwinden. Sie verließen schnurstracks die Sarawak-Kammer in Richtung Ausgang. Audia und Pix bemerkten zwar ihren Fluchtversuch, aber sie ließen die beiden ziehen. Stattdessen stellten sie sich zu Lucius und Beelze.
„Wir müssen ihn hier raus schaffen und zu Heildies bringen“, schlug Audia vor.
„Dann lasst uns alle anpacken“, fügte Beelze hinzu.
„Wartet“, stöhnte Lucius. „Ihr müsst das Artefakt holen. Der Kristall liegt unten im Abgrund“, sprach er, bevor er vollkommen sein Bewusstsein verlor.
Pix zögerte nicht lange und flog die Erdspalte hinunter. Wenige Augenblicke später war sie wieder zurück und hielt einen funkelnden, sternförmigen Kristall in ihren Händen.
„Das ist also das Artefakt“, präsentierte sie stolz.
„Und jetzt aber schnell raus hier“, erinnerte sie Beelze. „Wir müssen ihn schnell zum Raumschiff bringen, damit wir eiligst zu Heildies kommen und er meinen Vater wieder heilen kann.“
Alle drei packten Lucius von allen Seiten und trugen ihn durch die Höhlengänge. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten sie den Ausgang und Triclops konnte sie zurück auf das Schiff holen.
Eiligst teleportierten sich alle zu Heildies, der sofort seine heilenden Fähigkeiten ein-setzte, um Lucius zu retten.

Am Abend befanden sich die fünf Alienkinder und Jenny zusammen mit Lucius und Heildies an einer versteckten Waldlichtung und picknickten. Als Jenny gehört hatte, was passiert war, packte sie schnell ein paar Sachen zusammen und traf sich mit den anderen. Zum Glück war es ein milder Abend und so konnten sie ein paar Leckereien genießen und ihr gemeinsames Wiedersehen feiern.
Heildies war tief gerührt, seinen alten Freund wieder zu sehen. Niemals hätte er damit gerechnet, wieder auf Lucius zu treffen.
„Ich bin so froh, dass du lebst“, freute sich das kleine feenartige Wesen.
„Es tut mir so leid, dass ich dich in die ganze Sache hinein gezogen habe, Heildies“, entschuldigte sich der gehörnte Mann.
„Das ist nicht der Rede wert. Das Wichtigste ist, dass du wieder da bist und lebst.“
„Ich bin auch sehr froh“, bestätigte Lucius und wandte sich sodann an Beelze, der nun wieder die Gestalt von Damon eingenommen hatte. „Besonders bin ich froh, dich wieder zu sehen, mein Sohn. Es tut mir so leid, dich zurückgelassen zu haben. Aber ich konnte nicht anders. Ich wollte nicht, dass die bösen Schergen des Dunklen Welchen euch jemals finden. Deshalb setzte ich euch hier aus und versuchte auch alleine, über das Artefakt zu wachen.“
„Das ist ja super gelungen“, warf Claude sarkastisch ein.
„Hey, Claude! Lass das!“, fauchte ihn Mei an.
„Nein, ist schon gut“, gab Lucius zurück. „Er hat ja Recht. All die Jahre dachte ich, der Dunkle Welche hätte uns alle nicht gefunden, vor allem euch nicht. Hätte ich gewusst, dass ihr vor mir mit ihnen in Kontakt geraten würdet, hätte ich mich schon früher gemeldet. Ich dachte, sie würden lediglich nach mir und dem Artefakt suchen und euch gänzlich in Ruhe lassen. Stattdessen hattet ihr harte Kämpfe zu bestreiten.“
„Das ist doch Schnee von gestern“, sagte Damon und machte eine wegwerfende Handbewegung. „Lasst uns lieber feiern, dass wir alle zusammen sind.“
„Ich bin nur hier, weil ich Informationen möchte. In erster Linie geht es mir um das Artefakt. Was ist das denn nun?“
„Das können wir auch morgen klären“, mischte sich nun Jenny ein. „Heute war ein langer anstrengender Tag für euch alle. Ihr solltet lieber ausruhen und was essen. Greift kräftig zu! Es ist genug für alle da!“
„Wenn das so ist“, sprach Claude, während er aufstand, „dann habe ich hier nichts mehr verloren. Ich will hier nicht mit euch auf Friede, Freude, Eierkuchen machen, während die Erde in Gefahr ist.“ Mit diesen Worten zog er ab und ließ die anderen zum wiederholten Male verdutzt zurück.
„Was meinte er?“, wollte Lucius darauf wissen.
„Auch das erklären wir dir alles morgen“, antwortete Damon und schnappte sich ein belegtes Brötchen. Auch die anderen stimmten nun in dem Essen ein und genossen das abendliche Beisammensein.

Auf Ilusios Raumschiff herrschte währenddessen eine unterkühlte Stimmung. Zwar war nun wieder alles in alter Ordnung und der Sohn des Dunklen Welchen hatte die Kontrolle über sein Schiff zurück gewonnen, aber er konnte es noch immer nicht glauben, wie sich seine Mannschaft überrumpeln ließ. Als Strafe ließ er Lektra, Hypnosa und Heildas von Soll Datt mit Elektroschocks behandeln, während er sich in seine Kajüte zurückzog und verdaute, dass er auch noch das Artefakt verloren hatte. Er tröstete sich lediglich damit, dass die Alienkinder wahrscheinlich das Artefakt hatten und nichts damit anfangen konnten. Zudem hatte er noch die Chance, es sich wiederzuholen. Auf diese Hoffnung versteifte er sich und schlief schließlich irgendwann ein.

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