Dienstag, 27. Mai 2014

[Alien Fighter] Kapitel 13: Mut, Selbstbewusstsein, Stärke, Wille


Damon hat sich mit Patrick verabredet, um mehr über seinen neuen Kumpel und Leidensgenossen zu erfahren. Sie beide gingen zwar auf dieselbe Schule, aber wirklich etwas miteinander zu tun, hatten sie nie.
Sie saßen zusammen in der Burger-Bude und verschlungen einen doppelten Cheeseburger und dazu eine große Cola. Während des Essens sagte Patrick keinen einzigen Ton, was Damon nicht schlimm fand, aber auch danach war Patrick merkwürdig still.
„Jetzt erzähle doch mal was über dich“, forderte ihn Damon grinsend auf. Er wollte ihn aus der Reserve locken.
„Was möchtest du denn wissen?“, entgegnete Patrick schüchtern.
„Was sind so deine Hobbys? Was machst du so in der Freizeit? Ich möchte einfach mehr über dich erfahren.“
„Also“, begann er, „da gibt es nicht viel zu erzählen.“
„Irgendwas muss dir doch einfallen.“
„Ähm“, zögerte Patrick, „ich lese gerne.“
„Und weiter?“
„Nichts weiter.“
„Ach Patrick, dir muss man ja alles aus der Nase ziehen.“
„Ich bin nicht so der Gesprächige. Weißt du, meine Familie und ich sind sehr oft umgezogen. Und so konnte ich nie wirklich richtige Freundschaften schließen. Deshalb kenne ich mich in diesen Dingen nicht so gut aus.“
„Armer Junge“, seufzte Damon und schüttelte dabei seinen Kopf, „das müssen wir natürlich ändern. Am besten wir gehen gleich zu den anderen und dann unternehmen wir gemeinsam etwas. Du wirst sehen, wie wir alle gute Freunde werden.“
Patrick war mit diesem Vorschlag einverstanden, auch wenn ihm dabei sein Bauch kribbelte. Er war ein wenig aufgeregt und wusste nicht, wie er sich unter den anderen so richtig verhalten musste.

Derweil schlug Lektra ihrem Meister einen neuen Plan vor:
„Soll Datt hat eine neue Erfindung zu Ende gestellt, die sehr praktisch im Kampf gegen diese Knirpsese in könnte.“
Illusio schaute seine Untergebenen prüfend an.
„Und du meinst, ich sollte dich noch einmal auf die Erde schicken, nachdem du so oft versagt hattest?“
„Bitte, Meister, geben Sie mir noch eine Chance“, flehte sie. „Diesmal wird es klappen.“
„Nun gut. Hypnosa hatte ja leider auch versagt. Dann versuche es noch einmal, Lektra.“
„Danke, Meister! Der Plan ist auch total super. Also…“
„Verschone mich damit“, unterbrach sie Illusio lautstark. „Ich will das nicht mehr hören. Mach einfach und lass mich in Ruhe.“
Sich an den Kopf greifend marschierte Illusio aus dem Raum und ließ eine verdutzte Lektra zurück.
Wahrscheinlich plagen ihn irgendwelche Kopfschmerzen, dachte sie sich.

Damon und Patrick verabredeten sich mit Mei und Chiara im Park, um ein gemeinsames Picknick zu veranstalten. So lernten sich die vier Kids am besten kennen. Leider hatte Jenny keine Zeit, da sie ihre kranke Großmutter besuchen wollte. Sie wünschte aber all ihren Freunden ganz viel Spaß.
Sie breiteten eine große Decke auf der Wiese aus und jeder packte viele deliziöse Leckereien aus. Meis Mutter hatte heute zufällig Frühlingsrollen gemacht und so hatte sie einige für ihre Freunde mitbringen können. Dazu gab es noch einen leckeren Dipp. Chiara hatte einen selbstgebackenen Marmorkuchen mitgebracht. Dazu hatte sie noch zwei große Flaschen Saft dabei. Die Jungs sorgten für Plastikbecher und Pappteller sowie für ein paar Knabbereien wie Chips und Kekse. Damit konnte ein gemütliches Picknick beginnen und die Jugendlichen konnten sich besser kennen lernen.
Chiara hatte sofort lustige Geschichten auf Lager, sodass alle lauthals lachen mussten. Damon musste natürlich jedes Mal seinen Senf dazu geben, aber so war er nun mal. Und Mei bewies mal wieder, dass eine zukünftige Journalistin in ihr steckte und stellte lauter Fragen an Patrick, der sie auch brav beantwortete, aber irgendwie nicht in der Lage war, selbst das Gespräch am Laufen zu halten. Es war lediglich so, dass er Meis Fragen kurz und knapp, ohne lange Ausschweifungen, beantwortete. Teilweise wurde er richtig rot dabei und man merkte, dass ihm diese Aufmerksamkeit von seinen drei neuen Freunden unangenehm war.
„Oh Patrick, warum bist du denn so zurückhaltend?“, scherzte Damon und stieß ihn ein wenig mit der Schulter an. Sofort färbte sich Patricks Gesicht rot wie eine Tomate.
„Du bist wirklich eher der schüchterne Typ, oder?“, witzelte Chiara. „Aber das finde ich irgendwie niedlich.“
Die ganze Situation wurde dem zurückhaltenden Patrick immer peinlicher. Innerlich wünschte er sich so sehr, dass er mehr aus sich hinaus kommen könnte. Er spürte wie selbstsicher die anderen waren, aber dieses Gefühl sprang nicht so ganz auf ihn über. Und das nervte ihn. Aber darüber wollte er nun nicht weiter nachdenken. Er wollte einfach versuchen, den Tag trotzdem zu genießen und mit seinen neuen Freunden Spaß zu haben.
„Schaut mal, wer da drüben entlang läuft!“, rief Chiara plötzlich aus. Die anderen drehten sich in die Richtung, in die sie zeigte und sahen Claude, der gerade durch den Park lief.
„Hey Claude!“, rief Damon ihm zu und versuchte mit wildem Winken die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Dieser schaute zwar zu den vier Freunden herüber, schüttelte aber den Kopf und wollte gerade weiter laufen, als Chiara auf-sprang und auf den reservierten Jungen loslief.
„So leicht entkommst du uns nicht“, blaffte ihn das Mädchen verschmitzt an und stellte sich breitbeinig und mit den Händen in den Hüften vor ihn auf. „Du bleibst diesmal gefälligst hier und picknickst mit uns.“
„Auf keinen Fall“, raunte er zurück. „Lass mich vorbei!"
„Warum sperrst du dich so gegen uns, Claude. Wir alle teilen das gleiche Schicksal.“
„Das tun wir nicht und jetzt lass mich endlich gehen“, entgegnete er ihr leicht gereizt.
Nun standen auch die anderen drei auf und liefen zu Claude und Chiara. Damon meldete sich natürlich sofort zu Wort.
„Ach Claude, sei doch kein Frosch. Wir könnten doch wirklich Freunde werden.“
„Wir sind keine Freunde und werden auch nie welche sein“, blaffte er Damon an und schubste Chiara zur Seite, damit er an ihr vorbei kam.
„Hey!“, beschwerte sie sich.
Doch plötzlich blieb er doch stehen. Die anderen vier wunderten sich.
„Hast du nun doch deine Meinung geändert?“, fragte Damon lächelnd.
„Nein“, mischte sich nun Patrick ein. „Schau mal, wer da steht.“
Und nun erkannten alle, warum Claude mitten im Schritt anhalten musste. Vor ihnen baute sich Lektra auf.
„Du hier?“, staunte Damon.
„Diese Gelegenheit darf ich mir doch nicht entgehen lassen“, gab sie schnippisch zurück. „Alle fünf Knirpse auf einem Haufen.“
Und schon holte sie eine ihrer kleinen Bomben aus der Hosentasche und warf sie nach den Jugendlichen. Lautstark explodierte sie und die fünf Kids wurden schreiend zu Boden geworfen.
Plötzlich gab es einen Tumult im Park. Nahestehende Passanten schrieen los und rannten davon. Einige Momente vergingen, bis der Park, bis auf Lektra und die fünf Alienkinder, menschenleer war. Langsam standen Damon und die anderen wieder auf.
„Ich glaube, wir sollten uns kampfbereit machen“, schlug Mei vor. Und ohne weiteres Zögern riefen die Fünf ihre Planeten an:
„Capra!“
„Akuo!“
„Ajna!“
„Petalouda!“
„Sensor!“
Und ein gemeinsames „Alien Form!“ erklang. Nun standen die fünf Kids in ihrer außerirdischen Form Lektra gegenüber.
Audia zögerte keine Sekunde und rannte auf Lektra zu. Kurz bevor sie sie erreichte, sprang sie in die Luft und versetzte ihr einen Tritt in den Bauch. Lektra fiel zu Boden.
Pix flog sodann in die Luft und brach einen Ast von einem hohen Baum ab, mit dem sie wenige Sekunden später auf Lektra einschlug, bis sie selbst außer Puste war.
„Geht zur Seite“, sprach schließlich Beelze, der sein Feuerzeug zückte und schließlich einen Feuerball auf Lektra warf, die sich gerade wieder aufrappeln wollte. Und schon lag sie wieder auf dem Boden und versuchte ihre brennende Kleidung zu löschen, in dem sie sich auf der Wiese hin- und herwälzte.
„Ja, der zeigen wir es diesmal“, jubelte Pix lautstark los.
Auch Triclops meldete sich nun zu Wort: „Ich sehe auch, dass sie nun keine ihrer kleinen Bomben mehr bei sich trägt. Sie scheint wirklich am Ende zu sein.“
„Nein“, widersprach Empat, der etwas hinter den anderen stand und die ganze Zeit eher als Beobachter wirkte.
„Was meinst du?“, wollte Audia wissen.
Doch Empat blieb stumm. Er konnte nicht erklären, was es war. Aber er spürte, dass Lektra nicht im Geringsten besiegt war. Er fühlte ihre Selbstsicherheit. Irgendwie musste Lektra noch immer denken, sie sei die Überlegene in diesem Kampf, obwohl sie auf dem Boden lag und eigentlich besiegt war.
Langsam erhob sich die Aliendame wieder und wischte den Schmutz von ihrer Kleidung.
„Hast du noch immer nicht genug?“, sprach Beelze sie an, doch anstatt einer Antwort, bekam er nur ein fieses Grinsen von ihr zurück. Dies erstaunte ihn und auch die anderen. Sofort blickten sie wieder auf Empat.
„Was ist hier los?“, wollte Audia nun von Empat wissen.
„Ich glaube, sie hat noch irgendwas in der Hinterhand.“
Plötzlich schauten Beelze, Audia, Pix und sogar Triclops um sich. Sie vermuteten, dass sich vielleicht um sie herum noch weitere Gegner befanden, die sie vielleicht aus dem Hinterhalt angreifen wollten.
Doch damit irrten sie sich.
Lektra griff erneut in ihre Hosentasche und holte einen metallenen Würfel heraus. Bevor die anderen rechtzeitig realisierten, was Lektra da tat, warf sie den Würfel auf die Kids. Im Flug entfalteten er sich und wurde zu einem großen Käfig, der die Kinder in Gefangenschaft nahm. Nun waren sie alle hinter einem eisernen Gitter eingesperrt. Alle, bis auf Empat, der sich glücklicherweise noch immer ein paar Meter hinter den anderen befunden hatte und somit nicht eingesperrt wurde.
„Was zum Teufel ist denn das?“, regte sich Audia auf.
„Krasse Alientechnologie sage ich da nur“, staunte Beelze, der wohl noch immer nicht begriff, in welcher Lage sie sich nun befanden.
„Warum hast du dieses Ding vorhin nicht gesehen, Triclops?“, blaffte Audia den blauen Alienjungen an.
„Das habe ich doch“, raunte er zurück, „aber ich dachte, das sei ein einfacher Würfel und kein Miniatur-Käfig.“
„Nun sitzen wir in der Falle“, jammerte Pix los. Natürlich rüttelten sie an den Gittern und versuchten sich zu befreien. Doch alle Mühen waren vergebens.
„So einfach funktioniert das nicht“, lachte Lektra die Kinder aus. „Der Käfig ist bombensicher. Da kommt ihr nicht mehr so einfach raus.“
„Was machen wir nun?“, fragte Audia die anderen.
„Keine Sorge“, versuchte Beelze sie aufzumuntern, „Empat ist nicht gefangen.“ Er dreht sich nun zu seinem neuen Freund um und sprach los:
„Nun liegt es an dir! Du musst sie besiegen und uns befreien!“
Mit dieser Aufgabe fühlte sich der grüne Alienjunge ein wenig überfordert. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Was sollte er jetzt tun? Er hatte doch alleine keine Chance gegen Lektra. Er wüsste auch nicht, wie er gegen sie bestehen sollte.
„Armer Knirps“, sprach Lektra sarkastisch los, „alleine ohne deine Knirpsfreunde wirst du mich nicht aufhalten können.“ Lauthals lachte sie mit ihrer schrillen Stimme los.
Panik stieg in Empat auf, als Lektra langsam mit geballten Fäusten auf ihn zuging. Nun würde wohl ein Kampf auf ihn zukommen, bei dem er kaum eine Chance hatte. Er war kein Kämpfer und kräftig war er auch nicht wirklich. So konnte er doch unmöglich gegen dieses Alienmonster antreten. Unsicher machte er einige Schritte rückwärts, um wieder einen größeren Abstand zwischen sich und Lektra zu schaffen.
„Du schaffst das, Empat“, rief ihm Beelze zu. „Du kannst sie besiegen. Du darfst dich nur nicht unterkriegen lassen.“
Der hat leicht reden, dachte sich Empat, der nichts von Beelzes Willen hatte. Doch dann ging ihm ein Licht auf und er blieb stehen.
„Was nun?“, wunderte sich Lektra. „Du bleibst ja stehen?“
Empat schloss seine Augen und konzentrierte sich auf die Emotionen seiner neuen Freunde. Wenn er diese in sich aufnehmen könnte, würde er eventuell die Energie aufbringen, über Lektra zu siegen.
Zunächst konzentrierte er sich auf Audia. Er öffnete die Augen und blickte direkt auf seine gelbe Alienfreundin. Diese spürte sofort, was er vorhatte und trat näher ans Gitter.
„Ja, Empat! Zeig es ihr. Ich schicke dir all meinen Mut, damit du keine Angst mehr haben musst, wenn du gegen sie kämpfst!“
Er empfing ihren Mut und spürte, wie seine Furcht von ihm fiel.
Dann konzentrierte er sich auf Pix. Er schaute ihr direkt in die Augen. Sogleich erwiderte sie seinen Blick mit einem Lächeln.
„Ich wusste, du kannst es schaffen“, sprach sie, während sie nun ans Gitter trat. „Ich schicke dir mein Selbstbewusstsein, damit du weißt, dass du sie besiegen wirst!“
Er empfing ihr Selbstbewusstsein und wusste nun, dass er Lektra schlagen wird.
Unsicher trat Lektra nun ihrerseits einen Schritt zurück.
Als nächstes konzentrierte Empat sich auf Triclops und schaute ihn an. Dieser hatte einen misstrauischen Blick im Gesicht, trat aber dann auch an das Gitter.
„Von mir kannst du dir eine Seite abschneiden“, wisperte er leise, aber mit einer großen Intensität. „Ich schicke dir meine Stärke, damit du sie fertig machen kannst.“
Empat empfing seine Stärke und fühlte sich, als ob seine Muskeln wachsen würden.
Als letztes konzentrierte er sich auf Beelze. Er schaute seinen feurigen Freund an, der seinen Blick mit einem Nicken erwiderte und mit beiden Händen das Gitter fest umklammerte.
„Ich schicke dir den Willen, den du brauchst, um diese Hürde zu nehmen. Du besiegst dieses Alien. Mach sie fertig, Empat!“
Und schließlich empfing Empat auch Beelzes Willen und war nun bereit, den Kampf gegen Lektra zu bestreiten.
Mit einem ernsten Funkeln in den Augen musterte er Lektra von oben bis unten, die nun ein wenig irritiert dastand. Als Empat mit energischen Schritten auf sie losmarschierte, reagierte sie nun auch:
„Du willst es wohl nicht anders“, zischte sie. „Dann lass uns kämpfen!“
Doch bevor sie auch nur ansatzweise die Fäuste heben konnte, versetzte ihr Empat einen harten Schlag ins Gesicht. Sie taumelte zurück und mit einem kräftigen Tritt gegen das Schienbein, setzte der Alienjunge noch einmal nach. Lektra schrie kurz auf, griff sich mit beiden Beinen ans Schienbein und humpelte auf einem Bein, bis Empat zum finalen Schlag ausholte und mit seinem Kopf gegen ihre Brust donnerte. Lektra flog stöhnend zu Boden.
Lautstark feuerten ihn seine neuen Freunde an. Das gab ihm so viel weitere Kraft, dass er sich auf Lektra warf und auf sie einprügelte, bis sie sich schließlich von dem wild gewordenen Jungen losreißen konnte, schnell aufstand und schnurstracks davon rannte.
Freudig jubelten Beelze, Pix und Audia, als sie bemerkten, dass Empat es geschafft hatte. Erleichtert und sehr stolz trat er auf den Käfig zu, in dem seine Freunde noch immer gefangen waren.
„Nun müssen wir nur noch überlegen, wie ich euch da raushole.“

Am Abend lag Patrick zufrieden in seinem Bett. Glücklicherweise konnte er seine neuen Freunde schnell befreien, da er auf dem Dach des Käfigs einen Druckknopf fand, der einen Mechanismus auslöste, der den Käfig wieder einklappen ließ und ihn wieder in einen kleinen metallenen Würfel verwandelte.
Er war von allen als Held gefeiert worden, außer von Triclops, der sich nur trocken bedankte und dann sofort abhaute. Aber von den anderen hatte er viel gelernt. Er hatte ihre Emotionen für sich genutzt, um Lektra lediglich mit seinen Händen in die Flucht zu schlagen.
Endlich war ihm seine Fähigkeit zu Gute gekommen und er hatte sie erfolgreich eingesetzt. Er sah sich nun als sinnvolles und brauchbares Mitglied im Team im Kampf gegen das Böse. Er stand den anderen in nichts nach und das gab ihm sehr viel Selbstvertrauen.
Glücklich kuschelte er sich in sein Bett und mit einem Lächeln im Gesicht schlief er erschöpft ein.

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