Donnerstag, 22. August 2013

Sommerwerft 2013 - Teil 2

Gestern habe ich an dieser Stelle bereits von der Sommerwerft in Frankfurt am Main berichtet, welche vom 16. August bis 1. September 2013 stattfindet. In dem Eintrag ging es um ein besonderes Tanz- und PerformanceTheater. Heute möchte ich über den zweiten und dritten Tag berichten, an dem ich dieses Festival besucht hatte.

Am 18. August besuchte ich zunächst den dortigen Flowmarkt - ein ungewöhnlicher Flohmarkt. Neben den Schnäppchen, die man dort machen kann, finden parallel andere Veranstaltungen wie beispielsweise Live-Musik statt. Zudem wird man auf dem Markt durch seltsame Gestalten in pinken Kostümen unterhalten - der Pink Invasion aus Slowenien. Kinder freuen sich über diese albernen Leute, aber auch Erwachsene können über sie lachen.

Am Abend, wenn es schon dunkel ist, gibt es an vielen Abenden ein Open-Air-Kino. Dabei kann man sich Funkköpfhörer ausleihen und unter freiem Himmel verschiedene Filme anschauen. An dem besagten Abend liefen sieben Kurzfilme, auf die ich im Folgenden kurz eingehen möchte.

1. Les billets, s'il vous plait (Die Fahrkarten bite)
Dies ist ein kurzer Animationsfilm, in dem zwei Familien in einem Zug planen, schwarz zu fahren. Die Figuren sind lustig anzusehen und ansonsten ist es ein netter kleiner Film.

2. Goliath
Ein Junge trifft in der Nacht auf eine Prostituierte und möchte gerne ihre Dienste in Anspruch nehmen - aber nicht so, wie man vielleicht denken könnte. Dieser Kurzfilm kommt aus Deutschland und ist ziemlich lustig, wirkt dabei trotzdem nicht wie ein Sketch.

3. Le secret de la boîte (Das Geheimnis des Kästchens)
In diesem recht albernen Film geht es um einen Mann, der im Wald lebt und ein Kästchen findet. Er ist neugierig, was sich darin befindet. Aber noch zwei andere Leute sind hinter der Kiste her und so beginnt eine skurile Verfolgungsjagdt. In dieser Geschichte hat mir nur noch die berühmte Benny-Hill-Musik gefehlt...

4. Export Sardine Suicide
Ein Pärchen zur Zeit des zweiten Weltkrieges versteckt sich in einem Keller. Damit sie nicht von Soldaten geschnappt werden, wollen sie sich umbringen. Doch irgendwie kriegen sie es nicht wirklich hin und streiten sich dabei ein wenig. Auch dieser kurze, deutsche Film ist auf eine Pointe aus.

5. For 1€
Ein Pantomime bittet um einen Euro. Nur dann führt er seine Bewegungen aus. Ein wohlhabender Mann verprasst dabei einige Euros. Den Sinn dieses Filmes habe ich leider nicht ganz verstanden...

6. Tuning Love
Dieser Film ist sehr strange. Er zeigt Szenen aus einem Gespräch zwischen Mann und Frau. Dabei ist alles sehr abgehakt, wird ständig vor und zurück gespult und wiederholt. Was das soll, verstehe ich auch nicht. Trotzdem war es irgendwie cool, sich das anzusehen. Der Film hatte was.

7. Her eyes
Ein junger Mann verliebt sich in eine unbekannte Frau an einer Bushaltestelle und versucht anschließend, ihr nachzustehen. Das besondere daran ist, dass er nur die Augen der Frau sehen kann, da sie völlig vermummt ist. Der Film zielt eigentlich auch auf Witz aus, aber er ist ebenso ein wenig romantisch.

Einen Tag später bin ich dann erneut mit einer Freundin zu dem Festival gegangen, weil schon am Vortag ein
Dokumentarfilm angekündigt wurde, der sehr interessant klang und bei dem auch die Regisseurin anwesend sein sollte.  Der Film heißt "Im Land dazwischen" und handelt von drei jungen Männern aus Kamerun, Mali und Babu, die Gefahren überstanden haben müssen, um nach Europa zu kommen. Doch als sie scheinbar das Ziel erreicht haben, befinden sie sich jedoch an einem Ort, in dem sie teilweise jahrelang darauf warten müssen, ob sie tatsächlich nach Europa dürfen oder eventuell wieder zurück geschickt werden. Dieser Film ist wirklich sehr interessant und ziemlich erschütternd. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas schafft es der Film, zu unterhalten und teilweise ein Schmunzeln beim Zuschauer auszulösen.
Für weitere Informationen zu diesem Film kann man die Website besuchen: www.landinbetween.com

Mal sehen, ob ich noch ein weiteres Mal dieses Festival besuche, denn es geht noch bis zum 1. September. Besonders die Silent Disco würde mich interessieren, bei der man sich ebenfalls Funkkopfhörer ausleihen kann und zur Musik eines DJs direkt am Fluss tanzen kann, ohne dass die anliegenden Bewohner von der lauten Musik gestört werden.
Für all diejenigen, die sich in dieser Zeit in Frankfurt oder in der Nähe befinden wäre es einen Besuch auf alle Fälle wert.

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