Dienstag, 18. Oktober 2011

FAZ-Artikel über Videoblogger

Eben schaute ich mir ein Video einer Videorezensentin auf Youtube an, die einen Artikel der FAZ verlinkte, in denen Youtubes Büchergurus auf schärfste von einem Medienwissenschaftler kritisiert werden. Dieses "Interview" verlinke ich auch mal hier.
Dies regte mich so sehr auf, dass ich einen Blog-Eintrag darüber verfassen musste.
Darin werden aber nicht nur Videoblogger kritisiert, sondern nebenbei auch diejenigen, die bei Amazon und Co. ihre Meinung zu Büchern nieder schreiben - also auch Blogger. Wir werden als deletante, subjektive Möchtegern-Rezensenten dargestellt, die eigentlich keine Ahnung von der Materie haben.
Aber mal ganz ehrlich: Vielleicht sind wir wirklich nicht professionell und schreiben oder reden eben, wie wir es möchten, ohne sich großartig darüber Gedanken zu machen, ob wir die richtigen "Termini" verwenden. Aber das ist doch gerade das Tolle an uns! Wir stellen uns nicht hin und verreißen "objektiv" ein Buch, sondern geben lediglich unsere Meinung als normaler, gewöhnlicher Leser wider. Schließlich lesen auch gewöhnliche, normale Menschen Bücher und nicht nur Literaturkritiker und andere Fachleute. Unsere Meinung teilen wir mit den Menschen, die sie gerne hören - die sich eben eine subjektive Meinung einholen möchten. Denn das ist eine Meinung, auf die man sich verlassen kann.
Angeblich objektive Kritiken... Was bedeutet das schon? Wer bestimmt, was gute Literatur ist? Literatur ist eben wie Musik, Filme, Essen und Trinken (eben alles) subjektiver Natur. Was mir gefällt, muss anderen nicht gefallen, kann aber. Ich stelle mich nicht hin und sage: "Das Buch ist hohe (gute) Literatur und das hier niedere (schlechte)." 
Zudem werden in dem Artikel die Werke unsere heißgeliebten Autoren als "Bestsellerlistenschrott" bezeichnet. Aber gerade Bestseller zeigen doch, dass sie Menschen gefallen haben. Sie haben uns berührt, bewegt, unterhalten, in Spannung versetzt, also unsere Gefühle angesprochen. Wenn das keine gute Literatur ist, was dann?
Also meine Meinung ist: Aus diesem Medienwissenschaftler sprach lediglich der pure Neid, dass wir mittlerweile wahrscheinlich mehr Leute erreichen als das Feuilleton. Und alles, was erfolgreich ist, wird eben zur Zielscheibe von Neidern. Früher oder später musste sich ja ein "Hater" zu Worte melden, aber dass er sich hinter dem Deckmantel der angeblichen Seriösität versteckt, hätte wohl keiner vermutet.

Kommentare:

  1. Hallo Pero,

    Du hast grundsätzlich recht. Aber: Man muss jetzt aufpassen, sowohl bei Youtube als auch in so einem Blogeintrag bei Dir. Emotional geleitete falsche Sachverhaltsschilderungen führen eher dazu, dass man dem Artikel schließlich beipflichten muss, was sehr schade ist.

    Das hat kein Journalist der FAZ geschrieben, sondern das war ein Interview mit einem Medienwissenschaftler, der seine Meinung kund getan hat. Und das ist sein Recht.

    Beste Grüße,
    Jogi

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  2. Du musst dir den Schuh doch nicht anziehen, wer sich über diesen Artikel aufregt gibt ihm vielleicht mehr Bedeutung als er verdient. Außerdem werden in dem Artikel doch nur Mädchen runtergemacht, köstlich:D Was mich an deinem Eintrag stört ist, dass ein Vorhandensein einer homogenen Gemeinschaft suggeriert wird. Die gibt es meiner Meinung nach nicht. Du schreibst von "unseren" Lieblingsautoren, wer ist denn dieses wir? Da kannst du nur von dir sprechen, schon allein unter 20 Bloggern gibt es 5, die z.B. Stephenie Meyer nicht mögen usw. Das könnte man für jeden einzelnen Autor durchspielen.

    Der Punkt ist, dass der Artikel aus der FAZ zu einseitig ist. Meiner Meinung nach gibt es gute und schlechte Blogger/Youtuber und jeder kann die schauen, die er oder sie mag. Die Hauptsache ist doch, dass die Menschen überhaupt noch lesen, es ist doch nur ein weiterer Weg/Kanal, die Leser dazu zu animieren.

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  3. @ Jogi: So negativ besetzt die Fragen der FAZ darin sind, kann man erkennen, in welche Richtung sich das "Interview" bewegen sollte...

    @ Yve: Ich gebe dir Recht. Bei "unsteren" Lieblingsautoren meinte ich keine bestimmten, sondern einfach der Fakt, dass wir alle unsere Lieblingsautoren haben - und diejenigen, die Meyer evtl. nicht mögen, mögen vielleicht Kerstien Gier oder sonstwen...

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  4. Da kann ich Yve nur zustimmen. Wirklich wichtig ist doch, dass auch in unserer heutigen, hoch technisierten Welt, noch Bücher gelesen werden!
    Ich finde, jede Art, den Lesern neue Bücher nahe zu bringen, hat ihre Daseinsberechtigung. Professionelle Kritiker sprechen ein ganz anderes Publikum an und brauchen doch die Konkurrenz der Blogs und YouTuber nicht zu fürchten ;-)Und was in dem Bericht angesprochen wird: Bücher neben Nagellack..., das gehört halt beides zum Leben junger Frauen heutzutage, und der Erfolg der Videos zeigt doch, dass es viele Menschen gibt, die solche Videos gerne sehen und auch sich auch Tipps aus den Rezensionen und Tags usw. holen. Und die "Leute von nebenan" lesen halt nun mal "Bestsellerlistenschrott", wie sich der Schreiber des FAZ-Beitrags ausdrückt. Diese Sichtweise finde ich ziemlich überheblich, denn es kann halt nicht jeder immerzu "hochwertige Literatur" lesen, wobei ich mich da auch frage, wer bestimmt, was gut ist?
    Ich persönlich freue mich, dass es immer mehr (auch junge) Leser(innen) gibt, die in Sachen Bücher aktiv werden, egal in welcher Form. Ich halte es immer gerne mit dem schönen Spruch: "Leben und leben lassen".
    Liebe Grüße
    Susanne

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  5. Nur kurz zu den Bestseller(liste)n: Dass Bücher einen Platz auf diesen Listen ergattern, heißt nicht automatisch, dass viele sie gelesen haben, weil sie unglaublich gut sind, sondern einfach, dass viele sie kaufen. Das hat sehr viel mit Marketing zu tun und leider verhältnismäßig wenig mit dem Inhalt eines Buches.
    Man schaue sich nur diese Listen an, nachdem die Prominenz der Literaturszene (oder auch außerhalb selbiger) diverse Bücher im Fernsehen vorgestellt hat und sie dadurch in aller Munde sind. Um mitreden zu können oder aus Neugier und Interesse werden sie gekauft und das wiederum führt u.a. dazu, dass die Bücher auf dem Treppchen nach oben steigen. Interessant wäre es zu erfahren, wie viele der Käufer die Bücher nach dem Lesen wirklich überragend gut fanden.

    Anbei: Das gilt sicher nicht für alle Bestseller, da in meinen Augen auch durchaus gute Bücher und solche, die eine große Fangemeinde haben, auf den Listen stehen, doch meiner Meinung nach geht es dabei vorrangig nicht um Qualität, sondern um den Grad der Aufmerksamkeit, die vor allen Dingen durch die Medien geweckt wird und dadurch die Verkaufszahlen in die Höhe steigen lässt.

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  6. @ Ada: Das stimmt natürlich! Aber auch hier finde ich schlimm, dass der Wissenschaftler objektiv betrachtet alle über einen Kamm schert. Er steckt quasi Paulo Coelho und Sarazin in dieselbe Schublade. Jedoch denke ich, sollten sich seine Aussagen hauptsächlich auf "Mainstream-Bestseller" beziehen, da er Rowling und Meyer nannte, die mit Harry Potter und Twilight einen riesigen Erfolg hatten. Diese Bücher haben eine große Fangemeinde und viele würden diese als "gut" klassifizieren (ich gehöre dazu! ^^)... Aber egal, das führt sehr weit. Man müsste, so denke ich, erstmal die verschiedenen "Bestseller-Typen" (wenn man das so nennen will) unterscheiden und dann müsste man noch mal darauf schauen. Im Großen und Ganzen bin ich mir aber sicher, dass man nicht einfach alle Bestseller als Schrott bezeichnen kann (aber eben auch nicht alle "tiefgründigen" Werke als supertoll).

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  7. Deinem letzten Satz stimme ich vollkommen zu, denn Literatur ist nicht nur Kunst und Handwerk, sondern eben auch Geschmacksache.
    Maye macht in meinen Augen nichts anderes als seine Vorlieben bzw. Abneigungen zu äußern, allerdings mangelt es seinen Aussagen an genau dem, was er verlangt: Objektivität und eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Thematik (böses Wort ;) ).
    Ich würde ihm in dem einen oder anderen Punkt vielleicht sogar zustimmen, wenn er die Sache nicht so emotional mit der Axt im Walde angegangen wäre, denn auf die Art kann ich das, was er schreibt, einfach nicht ernst nehmen. In dem Sinne ist das Interview für mich auch kein Grund zur Aufregung, sondern viel Lärm um nichts.

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  8. @Ada: Ja, das stimmt. Und wie Jogi auch sagte - jeder darf seine eigene Meinung äußern. Das machen wir ja auch, man sollte eben nur sachlich bleiben. :-)

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  9. Hey Pero, nbin auch deiner Meinung :).
    Ich meine, im Artikel steht ja auch: "Woher nimmt der/die Blogger/in seine Meinung?"
    Als ich das gelesen habe, musste ich lachen. Soll denn jeder Leser gleich Literatur studiert haben, nur um seine Meinung als normaler Leser abgeben zu können?
    Außerdem beinhalten manche Blogs einfach ein anderes Genre, (z.B. ich als Thriller und Fantasy-Fan) sodass dich Leute, die genau das gleiche lesen, auf meinen konzentrieren können.
    Ich bin ein Mädchen und kann dir mit Sicherheit sagen, dass ich keine Frauenromane lese :DD
    Ehrlich gesagt, finde ich diesen Artikel einfach nur schwachsinnig und ziemlich witzig :D
    Und wenn mir ein Buch nicht gefällt, dann schreibe ich es halt. Ich nehme einfach gebrauch von meinem Recht der freien Meinungsäußerungen - fertig!^^

    Also, liebe Grüße, Pero^^
    Sonu

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  10. Danke, Sonu! Stimme dir vollkommen zu. :-)

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